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Es wird der heißeste Tanz seit Jahren

Judo-Rekordmeister TSV Abensberg geht am Samstag erneut in die Titelverteidigung. „An unserem 19. Streich zweifle ich nicht“, so der Coach.
Von Martin Rutrecht, MZ

abensberg. Am Freitagnachmittag werden sie sich treffen und einschwören auf die Aufgabe: Am Samstag will der TSV Abensberg erneut seinen Titel in der Judo-Bundesliga verteidigen. Zum Showdown der vier Halbfinalisten kommt es ab 12 Uhr bei Gastgeber TSV Großhadern, das in der Vorschlussrunde auf KSV Esslingen trifft. Der Rekordmeister von der Abens setzt sich mit JC Leipzig auseinander. Die Sieger kämpfen ab 16 Uhr um die Krone.

Es ist ein Ritual der Babonen, dass sich alle Recken, auch die Legionäre, vor Bundesliga-Auftritten in Abensberg treffen. „Manche könnten vom Flughafen München direkt nach Großhadern kommen. Aber das wollen wir nicht. Jeder soll beim Abschlusstraining dabei sein, jeder soll danach am Abendessen teilnehmen“, sagt TSV-Trainer Radu Ivan. Dafür schlüpft der Coach auch in die Rolle des Chauffeurs, um einzelne Judoka vom Münchner Airport abzuholen.

„Es wird heuer sehr eng werden, vielleicht der heißeste Tanz seit Jahren“, meint der 44-jährige Ivan. Nicht nur, dass die Endrunde ausgerechnet beim Erzrivalen stattfindet – die Gegner kündigen starke Besetzungen an und Halbfinal-Konkurrent Leipzig ist alles andere als ein Abensberger Freund. „Da gab es in der Vergangenheit einige Provokationen, auf die wir uns aber nicht einlassen. Wir wollen uns wie ein Meister präsentieren und wieder Meister werden.“

Da heuer parallel keine großen internationalen Turniere anstehen (und auch keine in unmittelbarer Aussicht sind), könnten die vier Klubs auf all ihre ausländischen Verstärkungen bauen. „Damit hat jeder Verein gute Wechselmöglichkeiten. Ich sehe das Quartett auf einer Augenhöhe“, so der Trainer. Dennoch hebt sich Abensberg von der Qualität her ab. „Wo andere Klubs schwächere Athleten hinstellen müssen, können wir noch zulegen.“

Das ist großteils auf einen Stamm starker deutscher Judoka zurückzuführen, die vielfach aus der Region selbst kommen. Philip Graf und Manuel Scheibel (beide 60 kg), Sebastian Seidl und Gerhard Zeitler (beide 66 kg), Christopher Völk und David Krämer (beide 73 kg), Fabian Seidlmeier (81 kg) und Dominik Gerzer (100 kg) sind allesamt Eigengewächse. Sven Maresch (81 kg), Robert Dumke und Florian Germroth (beide 90 kg) sowie die Olympia-Dritten Dimitri Peters (100 kg) und Andreas Tölzer (Schwergewicht) vervollständigen diese erlesene Auswahl nationaler Haudegen. „Manu Scheibel werden wir nur im äußersten Notfall bringen, weil er nächste Woche zur U 21-WM fährt. Sonst stehen alle Mann am Zettel.“

Bei den Ausländern lässt sich der TSV in der Entscheidung auch nicht lumpen und nimmt WM- und Olympia-Medaillen-Gewinner mit: Georgii Zantaraia (UKR/66 kg), Kyoshi Uematsu (ESP/73 kg), Travis Stevens (USA/ 81 kg), Ilias Iliadis (GRE/90 kg) und Lukas Krpalek (CZE/100 kg) werden bis spätestens heute Nachmittag in Abensberg eintreffen. „Klar, dieses Aufgebot ist einmalig in Deutschland, aber auch die Gegner werden hervorragende Athleten dabei haben“, sagt Ivan, der die Kämpfer der drei anderen Teams akribisch analysiert hat und seine Mannen mit Statistiken und technischen Details versorgt.

„Hoch spannend wäre natürlich ein Duell mit Großhadern. Vor den eigenen Fans werden die Münchner nichts unversucht lassen. Die Judoka kennen sich aus Bayern- und Nationalkader, jeder Kampf wäre offen“, blickt der Coach Richtung „Traumfinale“. Auch wenn Radu Ivan von „engen Vergleichen“ spricht. „Ich zweifle nicht daran, dass wir wieder Deutscher Meister werden.“ Es wäre der 19. Titel.

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