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Fast der echte „Oli“ für Laabertal-Elf

Für Spiel gegen Ex-Profis der Bananenflanker holt Niederleierndorf Oli Kahn – wenn auch nur als Parodie. Die aber austeilt.
Von Martin Rutrecht

Der SV Niederleierndorf (schwarz-gelb) stellt vier Spieler der Auswahl für den 15. Juni. Vom TSV Herrngiersdorf (grün) kommen zwei Mann. Foto: Alexander Roloff
Der SV Niederleierndorf (schwarz-gelb) stellt vier Spieler der Auswahl für den 15. Juni. Vom TSV Herrngiersdorf (grün) kommen zwei Mann. Foto: Alexander Roloff

Niederleierndorf.Oliver Kahn stand sofort parat. „Wenn es um Bananen geht, muss man mich nicht zweimal fragen“, näselt ein Mann mit Kahn-Faschingsmaske und sonorer Stimme im Video-Clip und kündigt seinen Einsatz am 15. Juni beim SV Niederleierndorf an. Die gastgebende Laabertal-Auswahl trifft um 16 Uhr auf frühere Profi-Kicker der „Bananenflanker“, ein Spiel für den guten Zweck. Der frühere Weltklasse-Keeper – also zumindest seine Parodie – steht im Tor der Amateurkicker. Nur, wer ist der Mann?

„Wer dahinter steckt, geben wir noch nicht preis.“

Manfred Höglmeier

„Das wollen wir noch nicht preisgeben“, lacht Niederleierndorfs Abteilungsleiter Manfred Höglmeier, der zusammen mit dem SV-Kreisliga-Trainer Andreas Breundl eine 22-köpfige Truppe nominiert hat. Darunter gibt es mit Andreas Aumeier (SV Wallkofen) und Maximilian Bogner (SV Eggmühl) zwei Torhüter – einer davon ist ein begnadeter Kahn-Imitator.

„Oliver Kahn“ kommt am 15. Juni nach Niederleierndorf – hat aber auch wichtige Botschaften für den FC Bayern:

Im Video-Schnipsel frotzelt der falsche „Oli“: „Der Michael Hofmann ist auch dabei. Der hat ja immer bei einem Verein gespielt, der vom Niveau her auf seinem Niveau liegt – bei den Löwen!“ Für sein künftiges Amt im Bayern-Vorstand müsse er übrigens nichts lernen. „Den ganzen Tag Schwachsinn reden, kann ich schon.“ Hasan Salihamidzic rät er, einen Barista-Kurs zu machen. „Damit mir der Kaffee auch schmeckt.“

Ein Vize-Europameister kommt

Die Idee von kleinen Vorstellungsvideos aller Laabertaler Spieler hatte Ben Rückerl, der mit dem „Bananenflanke“-Verein Kindern und jungen Erwachsenen mit geistiger Beeinträchtigung eine Fußball-Plattform bietet. Die „Bananenflanker“ mit Ex-Profis, aber auch Kabarettisten, Schauspielern und Moderatoren unterstützen Rückerls Projekt und rufen „Legendentage“ als Spenden-Aktionen aus.

Pavel Kuka (M., hier beim 1. FC Nürnberg) kommt: Er war mit Tschechien 1996 Vize-Europameister und 1998 mit Kaiserslautern Meister. Foto: Peter Kneffel/dpa
Pavel Kuka (M., hier beim 1. FC Nürnberg) kommt: Er war mit Tschechien 1996 Vize-Europameister und 1998 mit Kaiserslautern Meister. Foto: Peter Kneffel/dpa

Für den 15. Juni in Niederleierndorf haben sich schon angesagt: Hofmann, Tobias Schweinsteiger, Zvjezdan Misimovic, Michél Dinzey und Andreas Wolf. Ganz frisch kann Rückerl einen früheren Weltklasse-Kicker verkünden: Pavel Kuka, 1996 Vize-Europameister mit Tschechien (mit Teamkollegen wie Pavel Nedved, Patrik Berger oder Karel Poborský) und 1998 Deutscher Meister mit Kaiserslautern.

„Wir werden alles geben, um die Banenflanker zu ägern.“

Andreas „Südi“ Breundl

Die 22 Mann der Laabertal-Auswahl können freilich nicht solche Meriten vorweisen. Aber sie sind hoch motiviert, sagt ihr Coach „Südi“ Breundl, der mit Stefan Offenbeck, Thomas Hierlmeier und Daniel Blendl das Betreuerteam bildet. „Wichtig ist, dass wir viele Zuschauer bekommen, um möglichst viel spenden zu können. Aber ein Fußballer will auch gewinnen. Wir werden alles geben, um die Bananenflanker zu ärgern.“ Für Betreuer Offenbeck (37) wird es eine besondere Partie sein: Er läuft auf und gibt sein Abschiedsspiel.

Erlesene Kicker aus verschiedenen Vereinen

Neben den genannten Torhütern inklusive Kahn-Imitator und Offenbeck stehen Burim Shala, Marco Weigt, Tobias Breundl, Michael Polz (alle Niederleierndorf), Werner Kumpfmüller (TSV Herrngiersdorf), Christian Ingerl (SV Adlhausen), Hannes Wagner (TSV Langquaid), Christian Huber (SC Kirchdorf), Marco Schweiger (FC Teugn) und Max Geiger (SG Großmuß) im Aufgebot – um nur die Kicker der Kelheimer Klubs zu nennen.

Martin Stoller glänzt nicht nur mit 33 Toren in der Kreisliga Donau/Laaber, er kann auch Kunstschüsse:

Weitere Akteure aus anderen Laabertaler Vereinen stoßen hinzu, mit Martin Stoller vom TSV Ergoldsbach etwa der Kreisliga-Torjäger der abgelaufenen Saison mit 33 Treffern („eine absolute Rakete im Sturm“, so Andreas Breundl). Auch der 25-Jährige weiß in seinem „Selfie-Video“ zu überzeugen: Aus gut fünf Metern kickt er das Leder in seinem Garten in eine Tonne.

Abteilungsleiter „Mane“ Höglmeier (hier noch als aktiver Kicker und Kreisliga-Aufsteiger) hat die Laabertaler mit ausgesucht. Foto: Roloff
Abteilungsleiter „Mane“ Höglmeier (hier noch als aktiver Kicker und Kreisliga-Aufsteiger) hat die Laabertaler mit ausgesucht. Foto: Roloff

Abteilungsleiter „Mane“ Höglmeier ergänzt schmunzelnd, dass einige Spieler nicht begeistert waren von den selbst kreierten Einspielern. „Aber es wurde dann ein Selbstläufer. Als die ersten Spieler was schickten, fühlten sich auch die anderen motiviert.“ Die Kahn-Parodie war die Idee des betreffenden Keepers selbst. Patrick Stockmeier (SV Ettenkofen) braust für seinen Clip im schnittigen Kart ins Bild. Beim SC Kirchdorf baut sich die ganze Mannschaft um Auswahl-Kicker Huber auf.

Jeder Spieler kriegt 30 Autogrammkarten

Von TSV Offenstetten – da steht am 15. Juni die Hochzeit eines Spielers an – und TSV Abensberg hätten Höglmeier und seine Mitstreiter auch gerne Spieler eingebunden. Auf einen Wunschkicker müssen die Laabertaler verzichten: Manuel Geiger, der Herrnwahlthanner Stürmer vom SSV Jahn Regensburg II, musste absagen. „Wir haben jetzt noch Jonas Haas vom SV Kelheimwinzer im Visier.“ Grundsätzlich habe man bei der Spielersuche auf eine gewisse Qualität geachtet „und vor allem eine echte Bindung zu ihrem Verein und der Region“.

Beim SC Kirchdorf wirbt die ganze Mannschaft für den Legendentag:

Die Lokalmatadore sollen nebst den früheren Profis das Zugpferd für die Zuschauer sein. „Uns geht’s allen gut und die Menschen, für die wir spielen, brauchen Unterstützung“, appelliert Coach Breundl an Fans mit Herz und Spendierhose. Die Laabertaler Kicker werden beim Spiel Autogrammkarten verteilen. „Für jeden werden 30 Stück gedruckt. Ich glaube, das ist ein unvergessliches Erinnerungsstück für einen Amateurfußballer. Wir haben das mal für eine Faschingsparty gemacht, es kam unwahrscheinlich gut an“, erklärt Höglmeier. Sponsoren bringen die Mittel dafür auf, ebenso für die Dressen der Gastgeber-Truppe und der Einlaufkinder.

In Pause wechseln alle elf Spieler

Gretchenfrage ist, wie man 22 Spieler aus dem Laabertal in einer Partie unterbringt. „So viele Wechsel wären der Wahnsinn. Wir haben uns daher entschieden, zur Pause die kompletten elf Spieler der ersten Halbzeit zu tauschen“, erklären Höglmeier und Breundl. Am Dienstag, 4. Juni, ruft die Laabertal-Auswahl in Niederleierndorf ab 18.30 Uhr ein öffentliches Training aus. „Vielleicht trainieren wir eine Woche später noch einmal.“

Sportmoderatoren und VIP’s

  • Prominenz:

    Der falsche „Oli Kahn“ ist nicht allein. Neben früheren Profis haben sich nun auch die Fernseh-Moderatoren Torben Hoffmann (Ex-Löwe bei Sky) und Nele Schenker (Sport1) angekündigt.

  • VIP-Karten:

    30 Tickets inklusive Eintritt, Zugang zum VIP-Bereich und Verköstigung lobt der Veranstalter für 15. Juni aus. Zu kaufen gibt es die Karten bei Helmut Karl unter Telefon 0 94 52/20 30.

Das Erlebnis, gegen frühere Stars spielen zu dürfen, wird einmalig, sagen alle Beteiligten. Am 4. Juni wird ein Mannschaftsfoto gemacht – nur einer fehlt: Oliver Kahn. Der Torwart, der den Titan parodiert, ist tatsächlich verhindert. „Ein anderer wird die Maske für ihn aufsetzen“, schmunzelt Höglmeier, der die höchstmögliche Motivation in einer Aussage von Michi Hofmann sieht: „Er hat angekündigt, seine Torwarthandschuhe an den Nagel zu hängen, wenn er in Niederleierndorf verliert. Wir haben einige FC Bayern-Anhänger im Team, und Oli natürlich.“

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