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Sport aus Kelheim
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Kräftemessen

Gipfeltreffen für Abensbergs Judoka

Rekordmeister könnte in Esslingen vorzeitig das Ticket für die Bundesliga-Endrunde buchen. Sebastian Seidl ist im WM-Tunnel.

Aus der Riege der hauseigenen „Omschberger“ Schützlinge könnte Markus Tuscher (r.) in Esslingen ins Team rücken. Foto: Alois Steffl
Aus der Riege der hauseigenen „Omschberger“ Schützlinge könnte Markus Tuscher (r.) in Esslingen ins Team rücken. Foto: Alois Steffl

Abensberg.Zweieinhalb Monate Sommerpause liegen hinter der Judo-Bundesliga. In den letzten beiden Vorrunden-Durchgängen werden dieses und nächstes Wochenende die Tickets für das „Final Four“ um den deutschen Titel vergeben. Rekordmeister TSV Abensberg könnte am Samstag vorzeitig die Endrunde am 3. November buchen. Bei Verfolger KSV Esslingen (18 Uhr) wäre der Spitzenreiter der Süd-Staffel angesichts eines Drei-Punkte-Vorsprungs schon bei einem Remis durch. Coach Jürgen Öchsner will mehr: „Für uns zählt nur der Sieg.“

„Ich erwarte einen emotionalen Vergleich.“

Jürgen Öchsner

Der Sommer brachte für einige TSV-Athleten keine wirkliche Auszeit. So setzte Manuel Scheibel bei einem Weltcup-Turnier in Minsk mit Rang drei ein lang ersehntes internationales Ausrufezeichen. Aushängeschild Sebastian Seidl steckt in der Vorbereitung auf die WM in Baku in der nächsten Woche. Bei einem Trainingslager des Nationalteams in Kienbaum war zuletzt auch Scheibel als Sparringspartner für seinen 66 kg-Kollegen Seidl dabei. „Sebi wird im Hinblick auf die WM in der Bundesliga natürlich nicht starten, aber Manu steht bereit und ist nach seinem jüngsten Erfolg in starker Form“, berichtet Öchsner.

Der Abensberger Chefcoach erwartet in Esslingen einen „absolut emotionalen Kampf“. Fürs „Final Four“ qualifizieren sich nur die Top-Duos aus den Gruppen Nord und Süd. Während den Babonen die Endrunde kaum noch streitig zu machen ist, wird der Gastgeber vom KSV von den Teams TSV Großhadern, JC Rüsselsheim und JC Leipzig gejagt, die nur einen Punkt Rückstand auf die Württemberger aufweisen und nach Rang zwei gieren. „Verliert Esslingen gegen uns, wittern die Rivalen Morgenluft. Entsprechend motiviert werden die Hausherren sein“, ahnt Abensbergs Trainer.

Pokerspiel um Aufstellung

Die Vorzeichen sprechen für den deutschen Rekordmeister, der in der bisherigen Vorrunde noch keinen Zähler abgab. „Aber Esslingen ist ein Gegner, der immer ein Wörtchen mitredet und auch ins Meisterschaftsfinale einziehen will“, so Öchsner. Abensberg peilt seinerseits „klar den Sieg an“, um damit unter den vier Halbfinalisten der Bundesliga-Endrunde am 3. November in Hamburg zu stehen. „Das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen.“

Im April startete der TSV Abensberg in die Saison und wahrt bis heute eine weiße Weste. Im Video sehen Sie den ersten Heimkampf gegen Offenbach:

Judo: TSV Abensberg siegt gegen Samurai Offenbach

Die nahende Weltmeisterschaft hat Einfluss auf die Aufgebote in der Bundesliga. „Nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Athleten werden in den letzten beiden Vorrundenkämpfen fehlen, weil sie für ihre Heimatländer zur WM fahren“, weiß der TSV-Coach. Die Abensberger erwarten daher im Wettstreit vornehmlich nationaler Judoka „ein taktisches Pokerspiel. Den Spekulationen, welcher Kämpfer auf welcher Position eingesetzt wird, sind Tür und Tor geöffnet.“

Topduell auch im Norden

  • Spitzenduo:

    Auch in der Bundesliga-Gruppe Nord steht am Samstag das Gipfeltreffen an. Der Tabellenzweite Judo in Holle empfängt Vorjahres-Meister JT Hamburg (16 Uhr). Die Hanseaten liegen einen Zähler vor dem Überraschungsteam aus der Nähe von Hildesheim.

  • Verfolger:

    Einzig UJKC Potsdam kann den führenden Nordlichtern noch gefährlich werden. Bliebe es bei der augenblicklichen Konstellation in den Gruppen Nord und Süd, träfe der TSV Abensberg im Halbfinale am 3. November auf Judo in Holle.

Ein ähnlich knappes Ergebnis wie 2017, als Abensberg mit 8:6 gewann, könnte heraufziehen. „Das Team um Carsten Finkbeiner wird in eigener Halle darauf brennen, den Rekordmeister endlich einmal zu besiegen“, sagt Öchsner. Der KSV musste in dieser Saison schon eine Niederlage gegen Leipzig und ein Unentschieden gegen JSV Speyer hinnehmen. Die Württemberger besitzen starke ausländische Kämpfer, auf Grund der WM bleibt es aber abzuwarten, wie viele internationale Topstars auf der Matte stehen.

In einer Woche gastiert Leipzig

Der gut bestückte heimische Stall gereicht Abensberg zum Vorteil, denn an Scheibel, David Krämer, Benjamin Münnich, Robert Dumke oder Marc Odenthal kommen andere deutsche Recken kaum vorbei. Die beiden Leichtgewichtler Daniel Scheller und Falk Biedermann dürfen am Samstag auch wieder ran, „stehen aber vor schweren Aufgaben und müssen alles abrufen“, so ihr Trainer. Esslingen wartet mit Athleten wie Steffen Hofmann, Rene Schneider, Niklas Ebert, Maximilian Schubert und Sven Heinle auf. Dazu stoßen die alten Hasen Martin Schuhmacher und Boris Trupka, die in der Bundesliga noch immer schwer zu schlagen sind.

„Ich kann mir vorstellen, dass es ein spannendes Gipfelduell wird. Wir wollen unbedingt in die Endrunde“, gibt Jürgen Öchsner aus. Nächsten Samstag hat Abensberg einen weiteren Matchball daheim gegen Leipzig. (ear/mar)

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