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Kampfsport

Grenzenloser Jubel in Abensberg

Die Judoka des deutschen Rekordmeisters TSV Abensberg sind zum sechsten Mal Europapokal-Sieger: Das Team besiegte Yawara Neva St. Petersburg.
Von Dieter Krelle, MZ

So sehen Sieger aus: Die Abensberger Judoka haben den Judo-Europapokal gewonnen. Foto: Ferreira

Istanbul.Siebenmal in den letzten elf Jahren hatte Yawara Neva St. Petersburg das Finale um den Judo-Europokal gewonnen. Am Samstag aber verhinderte der TSV Abensberg mit ihrem 3:2-Erfolg die Rückkehr des Vladimir Putin-Clubs auf den Sockel, von dem ihn im Vorjahr Levalloise um Frankreichs Superstar Teddy Riner gestoßen hatte. „Unfassbar, wir haben es geschafft“, meldete sich Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger wenige Minuten nach der Siegerehrung in der Bagcilar Sports Hall per Handy. „Jetzt werden wir nur noch feiern.“

Wer die TSV-Judokas kennt, weiß, was das bedeutet. Denn seit dem fünften Europacup-Sieg 2006 in Budapest hatten die Schützlinge von Trainer Radu Ivan auf einen Triumph des deutschen Rekordmeisters gewartet. Mit Olympiastarter Christopher Völk (73 kg) und Sven Maresch (81 kg) verhalfen zwei deutsche Kämpfer und Ilias Illiadis (90 kg) der TSV-Galionsfigur Andi Tölzer (+100 kg) zur Verwirklichung seines Traums.

Für diesen hatte der Olympiadritte von London im bis zur letzten Sekunde engen Halbfinale gegen den frenetisch angefeuerten Gastgeber Galatasaray Istanbul seinen bedeutenden Teil beigetragen, als er Adam Okruashvili hauchdünn mit 2:1-Verwarnungen besiegte und den 3:2-Erfolg sicherte. „Danach war er völlig platt“, war Kneitingers Erklärung dafür, dass der kommende Schwergewichts-Star Renat Saidov im bedeutungslosen letzten Kampf des Finales nach 23 Sekunden ein Armhebel gelang. Zu spät für die Russen, die ob ihres unerschöpflichen Reservoirs ihre erfolgreichen Olympiastarter nur zum Anfeuern der nächsten Generation und zur fest eingeplanten Siegesfeier mit an den Bosporus genommen hatten.

Iliadis sorgt für Jubel in der Abensberger Kolonie

Mikhail Pulayev (66 kg) mit einem souveränen Erfolg gegen den London-Fünften Sugoi Uriate – der Spanier hatte bei seinem Debüt für den TSV beiden ersten Kämpfe gewonnen – schien sie auf den Weg zu bringen. Doch Christopher Völk (73 kg) beherrschte Denis Iartsew weit souveräner, als es der Sieg durch zwei Verwarnungen vermuten líeße. Schon beim sensationell klaren 5:0-Auftakterfolg im Viertelfinale gegen den späteren Dritten Sainte Genevieve war der Regensburger mit seinen Ippon-Sieg gegen Florent Urani ein wichtiger Faktor. Und auch der nach längerer Krankheit fürs Finale geschonte Sven Maresch (81 kg) bot gegen Murat Khabachirow eine sensationelle Leistung. Ständig unter Druck gesetzt (zwei Verwarnungen) gelangen ihm zwei Fußtechniken zur 2:1-Führung. Nur zwei Minuten später herrschte grenzenloser Jubel in der Abensberger Kolonie. Ilias Iliadis (90 kg) fällte Kirill Voprosov mit einem Hüftwurf in der Mattenecke.

Der griechische Olympiadritte war im Halbfinale geschont worden, in dem Robert Dumke (90 kg) gegen Varlam Liparteliani auf verlorenem Posten stand, was angesichts der Niederlage des Olympiafünften Trevis Stevens (81 kg) gegen Avtandil Tchikishvili den 2:2-Gleichstand bedeutete. Zitteren war also angesagt, nachdem Uriate (Kneitinger: Er passt super zu uns) und Kiyoshi Uematsu (73 kg) gegen die Lokalmatadore Sinal Sandal und Sezer Huysuz eine scheinbar komfortable Führung erkämpft hatten.

Tölzer aber sicherte den Sieg gegen Galatasaray, das sich in der am Vormittag ausgekämpften Europaliga die 5000 Dollar Siegprämie mit einem 3:2-Erfolg gegen New Stream Moskau erkämpft hatte. Sowohl in diesem Wettbewerb als auch in der anschließenden Champions League stand der von Pedro Soarez (mit dem TSV auch mal Europacup-Sieger) trainierte Sporting Club Lissabon vor Überraschungen. Doch gegen Galatasaray und Yawara Newa reichten die Siege des vom TSV freigestellten Joao Pina (73 kg) und von Roberto Meloni (90 kg) nicht, weil der dritte Trumpf Sergiu Toma (81 kg, zuletzt 3. beim Grand Prix in Abu Dhabi) nicht stach.

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