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Schach

Junger Schachmeister strebt in die Elite

Benedikt Huber (10) befreit sich bei den bayerischen Titelkämpfen aus verzwickter Lage und darf um nationale Ehren spielen.

Benedikt Huber ist bayerischer Meister der Altersklasse U10. Foto. Peter Hübl
Benedikt Huber ist bayerischer Meister der Altersklasse U10. Foto. Peter Hübl

Abensberg.Benedikt Huber weiß ganz genau, was er einmal werden will: „Profischachspieler und Weltmeister“, sagt er selbstbewusst. Und der Zehnjährige, der seit diesem Schuljahr die 5. Klasse am Johannes-Nepomuk-Gymnasium besucht, ist bereits auf dem besten Weg dazu: Im April hat er in Bad Kissingen die bayerischen Meisterschaften in seiner Altersgruppe gewonnen und bereitet sich nun auf die Deutschen Meisterschaften vor, berichtet Gabi Peters, Lehrerin am Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr.

Stolz präsentiert Benedikt seinen Pokal und die Urkunde. Mit ihm freut sich Schulleiterin Carola Reim vom Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr.  Foto: Peters
Stolz präsentiert Benedikt seinen Pokal und die Urkunde. Mit ihm freut sich Schulleiterin Carola Reim vom Johannes-Nepomuk-Gymnasium in Rohr. Foto: Peters

„Ich habe schon einen ganzen Schrank voller Pokale, aber das ist bisher mein schönster“, freute sich Benedikt. Schulleiterin Carola Reim freute sich mit über den großartigen Erfolg. Benedikt spielt seit knapp drei Jahren Schach. „Vorher habe ich Fußball gespielt. Aber dann hat mir mein Papa einen Schachcomputer vorgeführt, und das fand ich dann total spannend.“

Der Einstieg war einfach

Schnell hatte er die Regeln gelernt und wollte sich dann auch mit echten Partnern messen. Bereits drei Monate nachdem der damals Siebenjährige mit dem Schachspiel begonnen hatte, bestritt er sein erstes Turnier in Ingolstadt und belegte auf Anhieb dort den dritten Platz. Ab da war für ihn endgültig klar: „Ich mache weiter.“ Gesagt – getan. Benedikt Huber trat dem Abensberger Schachclub bei, nahm dort regelmäßig freitags am Jugendtraining in Janas Café teil und bald auch am Erwachsenentraining.

Benedikt Huber bewies bei den bayerischen Schachmeisterschaften der U10 starke Nerven und Gespür für die richtige Strategie. Foto: Peters
Benedikt Huber bewies bei den bayerischen Schachmeisterschaften der U10 starke Nerven und Gespür für die richtige Strategie. Foto: Peters

Vorstand Klaus Werner nahm das außergewöhnliche Talent unter seine Fittiche und erteilte zusätzlich privaten Unterricht. Im vergangenen Sommer allerdings wechselte Benedikt Huber zum Schachclub in Kelheim und profitiert seitdem von den dortigen Trainingsmöglichkeiten. Zusätzlich trainiert er am Stützpunkt Forchheim und nimmt als Mitglied des bayerischen Kaders außerdem alle zwei Monate regelmäßig an Wochenendlehrgängen in Oberhaching oder Vorra teil. Zur Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft trainiert er wöchentlich mindestens sechzehn Stunden. „Das ist Pflicht im Kader. Ich muss dazu innerhalb einer bestimmten Zeit Aufgaben lösen, die mir per Internet geschickt werden.“ Dazu sieht er sich auch auf speziellen Schachplattformen wie chessBase und in Datenbanken um, um die Spielzüge von Gegnern zu analysieren.

„Ich bin ein Kopfmensch. Mir gefällt, dass es ein taktisches Spiel ist.“

Benedikt Huber

„Dann erst kann ich eine entsprechende Eröffnung vorbereiten“, verrät Benedikt. Neben Schach zählt auch Englisch zu seinen Hobbys. Was gefällt dem Zehnjährigen aber gerade am Schach so besonders? „Ich bin ein Kopfmensch. Mir gefällt, dass es ein taktisches Spiel ist. Und beim Schach gibt es so viele Varianten und Möglichkeiten für Spielzüge – das fasziniert mich einfach.“

Benedikt Huber hat ein großes Idol

Sein großes Vorbild ist der norwegische Schachweltmeister Magnus Carlsen. „Der denkt so wie ich“, meint Benedikt. Damit, dass er dieses Jahr in Bad Kissingen bayerischer Schachmeister werden würde in der Altersklasse U 10, hat der Abensberger nicht unbedingt gerechnet, zumal er in der 5. Runde klar zurücklag. Fast wäre er schachmatt gewesen, aber da half ihm das Glück des Tüchtigen: Der Gegner erkannte seinen Vorteil nicht und Benedikt erwies sich als nervenstark und konnte den Wettbewerb am Ende mit fünf gewonnenen Partien und zwei Remis abschließen. So kam zu den vielen bereits errungenen Pokalen noch ein weiterer hinzu.

Mit System zum Titel

  • Altersklasse:

    Für die Jahrgänge 2009 und jünger werden die Deutschen Meister (männlich/weiblich) in elf Runden nach dem Schweizer System ermittelt. Veranstalter ist die Deutsche Schachjugend.

  • Bedenkzeit:

    Pro Spieler und Partie stehen 75 Minuten für 40 Züge (30 Sekunden Zeitbonus pro Zug) zur Verfügung. 15 Minuten verbleiben für den Rest der Partie (30 Sekunden Zeitbonus pro Zug).

„Mal sehen, wie es für mich läuft bei den Deutschen Meisterschaften, die in den Pfingstferien in Willingen stattfinden“, meint Benedikt. „Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben.“

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