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Kelheim glänzt bei der Sportlergala

Moni Karsch und Andrea Brunner siegen, Kneitinger und Wettberg parlieren – und die „Weltmusikerin“ aus dem Landkreis singt.
Von Martin Rutrecht

Genau, da ist sie, die Sportlerin des Jahres: Olympia-Silbermedaillengewinner Monika Karsch (r.) strahlt mit einer „Einweiserin“ und einer Sponsorin.
Genau, da ist sie, die Sportlerin des Jahres: Olympia-Silbermedaillengewinner Monika Karsch (r.) strahlt mit einer „Einweiserin“ und einer Sponsorin. Fotos: Rutrecht

Kelheim. „Leit’ han überall Leit’.“ Weltmännisch umfasste die „bayerische Weltmusikerin“ (Eigendefinition) Maria Reiser aus Abensberg, die mit ihrem Mix aus LaBrass, Goisern und Pop zum Showprogramm zählte, die Gala zu Ostbayerns Sportler-Wahl in Regensburg trefflich. Fußball-Profis saßen neben Amateur-Kickern, ehrenamtliche Vereinsfunktionäre neben Sportlichen Direktoren. Der Ausgang der Publikumswahl war für den Kelheimer Sport ein Triumphzug: Schützin Monika Karsch vom SV Kelheim-Gmünd gewann bei den Frauen, FC Bayern-Fußballerin Andrea Brunner aus Großmuß siegte in der Jugend-Kategorie. Zwei von vier Preisen gingen damit an den Landkreis.

„Das Fußballspielen hat sie ja von mir“.

Florian Brunner

Olympia-Silbermedaillengewinnerin Moni Karsch konnte ihr Glück kaum fassen. Vor der Bekanntgabe meinte sie noch: „Ich glaub’ nicht, dass ich vorne liege. Fußballerin Sara Däbritz hat einen Olympiasieg in Rio vorzuweisen und Julia Görges ist ein Tennisstar“, hob sie andere auf den Schild. Umso erstaunter war die 34-Jährige, als ihr Name auf der Bühne aus dem Kuvert gezogen wurde.

Florian Brunner nahm den Preis für seine Schwester entgegen. Die Eltern (r.) sowie SV Großmuß-Chef Markus Amann mit Tochter freuten sich mit.
Florian Brunner nahm den Preis für seine Schwester entgegen. Die Eltern (r.) sowie SV Großmuß-Chef Markus Amann mit Tochter freuten sich mit.

Beim Sieger-Interview war freilich ihre eigene Straße in ihrem Heimatort Rott am Lech Thema. „Bis jetzt ist das Baugebiet noch nicht erschlossen, aber ich freue mich, wenn die ersten Häuser stehen.“ Dann werden sich die Anwohner durch den Monika-Karsch-Ring schlängeln. Ihren Ehemann Thomas Karsch hatte die Gmünder Schützin aus Regensburg nicht dabei. „Er ist als Landestrainer beim Internationalen Wettkampf in München. Eine Tagesmutter schaut auf unsere Kinder.“

Andrea Brunner siegt in Spanien

Ein deutlich vernehmbares „Jaa!“ entfuhr Markus Amann, Vorsitzender des SV Großmuß, als die Jugend-Gewinnerin preisgegeben wurde: U17-Nationalspielerin Andrea Brunner aus eben dem „schönsten Dorf Bayerns“ (Amann) gewann hauchdünn vor Henri Uhlig vom RSC Kelheim. Die 17-Jährige konnte den Preis nicht selbst entgegen nehmen – sie weilt mit der U17-DFB-Elf in einem Trainingslager in Spanien und zog am selben Abend mit ihren Kolleginnen in einem Test Frankreich mit 7:2 ab. „Grandios, unfassbar“, sagte Vater Bernhard Brunner zur Wahl seiner Tochter.

Harry Gfreiter aus Lengfeld war mit der siegreichen Jahn-Elf dabei.
Harry Gfreiter aus Lengfeld war mit der siegreichen Jahn-Elf dabei.

Auf der Bühne war ihr Bruder Florian Brunner der – im Wortsinne – Preis-Träger. „Ich bin richtig stolz auf Andrea“, sagte der 20-jährige Kicker vom SV Großmuß und ergänzte schmunzelnd: „Das Fußballspielen hat sie ja auch von mir.“ Der Vereinsanhang um Vorsitzenden Amann hatte kräftig und erfolgreich die Werbetrommel für die Spielerin gerührt. „Feiern werden wir nicht lang, wir müssen morgen in die Arbeit“, erklärten Bernhard und Florian Brunner.

Judoka Sven Maresch hört auf

Knapp hinter der Großmußerin landete Henri Uhlig vom RSC Kelheim. „Ich bin nicht ganz zufrieden, weil es so hauchdünn war“, sagte der Radsportler (15). Ihn begleiteten nicht nur Eltern und Bruder Oscar, sondern auch eine Kelheimer Entourage mit dem früheren Sportler-Wahl-Sieger Stefan Thaller und RSC-Boss Klaus Roithmeier.

„Ich sing’ vor Sportlern genauso gern wie in der Kneipe.“

Maria Reiser

Maria Reiser, geboren in Mainburg, genoss ihren Auftritt. „Ich spiele vor Sportlern genauso gerne wie in einer Kneipe, Menschen kann man überall begeistern.“ Um sich hatte die Sängerin beim Buffet eine Abensberger Runde versammelt. „Ah, schaun’S, meine Physio!“, zog sie einen jungen Mann heran: David Haller – früher Judoka des TSV Abensberg. Seine ehemaligen Teamkollegen waren in der Mannschaftswertung nominiert.

Familie Uhlig stößt auf den zweiten Platz von Henri (2. v. r.) in der Jugend-Kategorie an.
Familie Uhlig stößt auf den zweiten Platz von Henri (2. v. r.) in der Jugend-Kategorie an.

Dass gegen den SSV Jahn Regensburg ein Sieg kaum möglich war, wussten Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger, Coach Jürgen Öchsner und Team-Manager Fabian Seidlmeier schon zuvor. Erstaunlich war, mit wie vielen Athleten die Babonen auftauchten – es hätte ein stattliches Bundesliga-Aufgebot ergeben. Olympionike Sven Maresch kündigte gegenüber unserem Medienhaus sein Karriereende an. „Ich kämpfe noch den Weltcup in Rom, dann scheide ich aus dem Nationalkader.“ Für Abensberg werde er die komplette Bundesliga-Saison bestreiten. „Insgesamt reicht es nach 15 Jahren Leistungssport“, so der Athlet.

Kneitinger legt Armin Wolf rein

Otto Kneitinger spielte beim Schelmenstück des Abends eine Hauptrolle. Moderator Armin Wolf wurde im Vorfeld der Gala erklärt, der Abensberger werde für sein Lebenswerk ausgezeichnet – tatsächlich war es Wolf selbst. Pflichtbewusst rief der Sportreporter den Judo-Macher wenige Stunden vor der Wahl an, um sich zu vergewissern, dass Kneitinger auch käme. „Mei’, ich weiß nicht“, entgegnete der. Wolf fiel aus allen Wolken. Als auf der Bühne Armin Wolf als Träger der Würdigung verlautet wurde, war der Moderator eines – sprachlos.

Abensberg kam mit Otto Kneitinger (l.), Coach Jürgen Öchsner und Manager Fabian Seidlmeier (3. und 2. v. r.).
Abensberg kam mit Otto Kneitinger (l.), Coach Jürgen Öchsner und Manager Fabian Seidlmeier (3. und 2. v. r.).

Um Worte rang auch Trainer-Legende Karsten Wettberg aus Elsendorf, der die Laudatio auf den SSV Jahn hielt. „Ich hatte verstanden, ich muss reden, ohne den Jahn als Gewinner zu verraten.“ Doch schon zuvor war das Ergebnis verkündet worden. „Meine vorbereitete Rede habe ich am Pult liegen lassen und frei gesprochen.“ Dass Wettberg das Wort zu führen weiß, stellte sich dabei einmal mehr heraus.

Julia Kick war als frühere Siegerin der Sportlerwahl dabei.
Julia Kick war als frühere Siegerin der Sportlerwahl dabei.

Geladen waren zur 20. Ausgabe auch die früheren Sieger. Julia Kick (26), Läuferin aus Kelheim, erschien im schicken Schwarzen. „Die Atmosphäre ist immer wieder schön“, sagte sie und kündigte für die Saison an: „Ich war im Vorjahr Sechste bei der deutschen Meisterschaft über 1500 Meter – heuer will ich noch weiter nach vorne.“ Kelheims Sportler dürften sich also auch 2017 wieder mit Erfolgen für die Kür anbieten.

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