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Konkurrent gedopt: Radsportler aus Rohr fühlt sich betrogen

Steht für sauberen Radsport ein: Thomas Lechermann

rohr.Hätte es noch eines unrühmlichen Beweises bedurft, dass auch im Amateur-Radsport gedopt wird, der Italiener Emanuele Negrini (und weitere Landsmänner) hat ihn geliefert. Der dreifache Sieger des Ötztal-Marathons wurde des Dopings mit Betamethason und Triamcinolon überführt. Beide Stoffe sind in ihrer Wirkung mit Kortison gleichzusetzen: Sie dienen als Stresshormon (wie etwa Adrenalin) zur Mobilisierung vorhandener Energiereserven. Zwei Jahre Sperre bekam Negrini aufgebrummt.

Für den Rohrer Radsportler Thomas Lechermann ist der Italiener nicht irgendwer. Bei der diesjährigen Auflage des Ötztaler Radmarathons (238 km, 5500 hm, vier Alpenpässe) waren Negrini und der 25-jährige Rohrer unmittelbare Konkurrenten im Kampf um den Sieg. Der 35-jährige Südeuropäer gewann – zum dritten Mal – nach gut sieben Stunden Rennzeit, während Lechermann als bester Nicht-Italiener Fünfter wurde.

„Die Nachricht von seinem Doping-Befund hat mich umgehauen“, sagt der Fahrer vom Team Baier Landshut. „Ich fühle mich betrogen. Zweieinhalb Monate habe ich mich gezielt auf dieses Rennen vorbereitet. Ich bin einfach nur angewidert von diesen Praktiken.“

Gerüchte über Negrini, so berichtet Lechermann, hätte es im Feld schon länger gegeben. „Auch sein Auftritt heuer war mir ein bisschen suspekt: Er war eigentlich schon abgehängt und dann kam er von hinten angeschossen.“ Der überführte Dopingsünder ist ein früherer Radprofi – „echter italienischer Schule“, wie der Rohrer süffisant ergänzt. Erwischt wurde Negrini allerdings nicht beim Ötztal-Marathon, sondern bei einem Rennen in Italien.

Für Lechermann ist der Vorfall Anlass, bei diesem Radmarathon in Tirol nicht mehr anzutreten. „Radsport macht mir unheimlich Spaß, aber unter diesen Bedingungen hat es keinen Sinn“, sagt der A-Lizenz-Fahrer (höchste Amateurklasse). „Man kann niemandem mehr trauen.“ Für ihn selbst, der jegliches Doping klar ablehnt, steht auch die eigene Glaubwürdigkeit auf dem Spiel: „Wie willst du beweisen, dass du sauber bist? Wer glaubt dir noch?“

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