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Sport aus Kelheim
Freitag, 25. Mai 2018 24° 8

Judo

Last Samurai und der tätowierte Fan

Abensberg fertigt Offenbach in der Bundesliga mit 12:2 ab. Die Geschichten rundherum zeigen das Herz der Judo-Kultur des TSV.
Von Heike S. Heindl und Martin Rutrecht

Markus Tuscher (in blau) war Abensbergs „Man of the day“. Er feierte gegen den starken Offenbacher David Tsokouris aus Griechenland einen viel umjubelten Sieg. Foto: Heike S. Heindl

Abensberg.Thomas Merkl aus Baden-Baden brachte Abensbergs Judoka zum Staunen. Er präsentierte das Wappen des TSV auf seiner Brust. „Ich bin ein sehr großer Fan – und das ist ein guter Grund, sich ein solches Tattoo stechen zu lassen“, sagte er. Seit er die Babonen 2010 beim Bundesliga-Finale sah, reist er nahezu zu jedem Kampf des Rekordmeisters.

Thomas Merkl öffnete sein Hemd und zeigte stolz das Wappen des TSV Abensberg auf seiner Brust. Foto: Heike S. Heindl

Typen wie Merkl zählen zur Entourage des TSV Abensberg in der Judo-Bundesliga. Souverän entledigte sich der Favorit im ersten Heimkampf der Aufgabe gegen Aufsteiger Samurai Offenbach. „Natürlich müssen wir einen Neuling schlagen. Aber es ist die Art und Weise, die vielleicht auch andere Klubs beeindrucken wird“, sagte Athlet und Teamkapitän Robert Dumke nach dem 12:2. So sei ein Markus Tuscher „über sich hinausgewachsen“. „Die Leidenschaft und die Stimmung im Team sind mega, ich traue uns viel zu.“

Der junge Falke stößt zu

Gäste-Teammanager Markus Horn genießt mit seiner Mannschaft die erste Saison überhaupt im deutschen Oberhaus. „Wir wollen einfach Spaß haben. Beim Rekordmeister anzutreten, ist einfach cool.“ Vielleicht sei der eine oder andere Punkt drin, meinte der 33-Jährige.

Falk Biedermann (r.) ist mit erst 17 Jahren der Youngster im TSV-Team. Der erfahrene Philip Graf (l.) kehrte als „Last Samurai“ nach einem Jahr Weltreise zurück. Foto: Rutrecht

Erst 17 Jahre ist Abensbergs neues Superleichtgewicht Falk Biedermann. Das Talent geht im Sportinternat Köln zur Schule und lernt in seinem Landesverband von TSV-Ikone Andreas Tölzer. „Als Model für Judoanzüge habe ich Kontakt zu Abensberg bekommen. Es ist ein riesen Ding, für den TSV zu kämpfen.“ Sprach’s und siegte wie schon in der Vorwoche gegen TV Erlangen.

Ein Video vom Bundesliga-Heimkampf des TSV Abensberg gegen Samurai Offenbach sehen Sie hier:

Judo: TSV Abensberg - Samurai Offenbach

Philip Graf war lange weg – ein ganzes Jahr bereiste der Student mit seiner Freundin die Welt. Am Abend vor dem Bundesliga-Auftritt trainierte er zum ersten Mal wieder. „Ich wusste, dass ich schnell machen muss, weil ich keine Kondition habe“, gestand er. Mit aller Routine packte der „Last Samurai“, wie seine Kollegen riefen, den Gegner weg.

Markus Tuscher (r.) bekam auch vom neuen Abteilungsleiter Martin Oberndorfer den Ritterschlag für seinen Auftritt. Foto: Rutrecht

Auf „Alles oder nichts“ setzte Markus Tuscher in seinem Duell gegen David Tsokouris, als er in Rückstand geriet. Und konterte mit dem „Tuscher-Straubstock“ zum Sieg. „Als Pflasterer habe ich ziemlich kräftige Hände. Das hat mir bei der Festhalte geholfen“, lachte er. „Der Erfolg bedeutet mir sehr viel.“

Sebi Seidl gibt den Kommentator

Sebastian Seidl steht nach Verletzungspause wieder auf der Matte, wird aber erst mit einem Trainingslager des DJB-Kaders im Mai in Japan wieder voll angreifen. In der TSV-Halle teilte er sich mit Ex-Judoka Christopher Völk den Moderatoren-Job. „Ich mache mich für die Zweitkarriere warm“, lächelte Seidl.

Der Mainburger Simon Glockner (in blau) kämpft jetzt für den TSV Abensberg. Foto: Heike S. Heindl.

Der Mainburger Simon Glockner stieß heuer „zum Ende meiner Karriere“, wie er sagt, zum TSV. „Es ist sehr schön, vor der Haustür mit Abensberg zu kämpfen“, so der Mainburger. Beim früheren Nationalkader-Recke geht jetzt das Berufsleben vor. „Ich arbeite bei einem Hersteller von Achterbahnmotoren, Judo betreibe ich als Ausgleich.“

Martin Oberndorfer steht an der Spitze

  • Die Judo-Abteilung

    des TSV Abensberg steht seit einem Monat unter einer neuen Führung. Der 41-jährige Martin Oberndorfer hat das Amt des Abteilungsleiters von Erwin Obermeier übernommen. Oberndorfer stand bislang als Coach für viele Titel der zweiten Mannschaft.

  • Der neue Mann

    will „wieder eine klare Richtung reinbringen. Es lief ein bisschen auseinander in der jüngeren Vergangenheit“, sagt Oberndorfer. Damit wolle er keine Kritik ausdrücken, sondern nur zum Bündeln der Kräfte aufrufen. „Es sind viele Jobs zu erledigen.“

Bevor das Bundesliga-Duell begann, wurde Kevin Abeltshauser für seinen deutschen Vizemeister-Titel in der U18 geehrt. Zuletzt bestritt er internationale Turniere. „Da habe ich gesehen, dass ich dran bin, auch wenn es noch nicht zu einem großen Streich reichte“, so der erst 15-Jährige, der als Hoffnung für die Zukunft beim Rekordmeister heranwächst.

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