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Trainingslager

Lewis Holtby haut das Ding einfach rein

Der Schalker Profi und seine U 21-Teamkollegen geben sich in Bad Gögging als lockere Fußball-Profis – und stehen unter Offenstettener Beobachtung.
von martin Rutrecht, MZ

  • Gladbach-Keeper Marc-André ter Stegen gibt ein Autogramm.
  • Die Männer für den ruhenden Ball: Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund und Lewis Holtby (r.) vom FC Schalke 04 Fotos: Rutrecht

bad gögging. Die Stimmung ist gut, bisweilen rennt der Schmäh. „Du machst jetzt das, was du sonst auch gerne tust: Du bewegst dich nicht“, dirigiert Trainer Rainer Adrion einen deutschen U21-Nationalspieler in die Mauer. Die Teamkollegen grinsen, werden aber sofort wieder ernst, um Adrions weiteren Anweisungen zu folgen. Standardsituationen stehen an diesem Vormittag im Trainingslager der DFB-Auswahl auf dem Programm.

Keeper: „Ich war erst kürzlich hier“

Es sind junge Bundesliga-Profis, die sich über den Rasen des TSV Bad Gögging bewegen. „Jeden kennt man nicht, aber die bekannten Gesichter schon: Holtby, Gündogan, Rudy“, zählen die beiden Zaungäste Josef Gabelsberger und Luis Gonzales drei Kicker von Schalke, Dortmund und Hoffenheim auf. Die zwei „Beobachter“ spielen selbst Fußball, beim TSV Offenstetten. Die beiden 24-Jährigen sind derzeit verletzt. „Wir schauen mal, wie’s die Profis machen. Die Jungs haben viel Spaß dabei“, bemerken sie.

Ein Neuling in der U21-Nationalmannschaft ist der Gladbacher Marc-Andrè ter Stegen. „Die Nominierung bestätigt meine Leistungen in der Bundesliga“, sagt der 19-Jährige mit flämischen Vorfahren. Die Bedingungen im Kurort lobt er in höchsten Tönen. „Hotel und Platz, alles passt perfekt. Ich war erst vor kurzem hier – vor dem DFB-Pokalspiel bei Jahn Regensburg.“

Ein Club-Stürmer aus der Pfalz

Damals stand ter Stegen noch nicht so im Rampenlicht wie jetzt. Der überraschend starke Auftritt der Fohlen in der Bundesliga mit ihm als Rückhalt hat den Torwart in den Fokus gerückt. Auch im Kurort muss er einige Interviews geben. „Wir haben jetzt eine andere Situation als im Kampf ums nackte Überleben in der Vorsaison. Dass etwas mehr Rummel herrscht, nehme ich gerne mit. Ich stehe in einer der stärksten Ligen der Welt auf dem Platz – darüber freue ich mich. Ich konzentriere mich auf meine Leistung“, sagt der Gladbacher, der seit 15 Jahren für seinen Heimatverein spielt.

Mit der A-Nationalmannschaft beschäftigt sich ter Stegen noch nicht, auch wenn ihm und seinem U21-Torwartkollegen Oliver Baumann (SC Freiburg) höchstes Potenzial attestiert wird. Auch für Stürmer Alexander Esswein vom 1. FC Nürnberg ist das kein Thema. „Ich schaue auf den Club und die U 21“, sagt der einzige Vertreter eines bayerischen Profi-Klubs in der Auswahl – und das als Pfälzer. Der 21-Jährige stammt aus Frankenthal und kam über Wolfsburg und Dynamo Dresden nach Nürnberg. Als „bayerischer Exot“ in der U21 fühlt er sich nicht. „Ich kenne die meisten Jungs seit der U 17“, sagt Esswein schmunzelnd. Er ist zuversichtlich, „dass wir mit dem Club heuer nicht in den Abstiegskampf geraten“.

Spielmacher wählt eigene Variante

Auf dem Bad Gögginger Platz macht sich der 21-jährige Blondschopf Holtby Platz gerade bereit für die Freistoßvariante, die U 21-Cheftrainer Adrion jetzt einstudieren will. Die Mauer steht, Holtby, Ilkay Gündogan und Sebastian Rudy warten am ruhenden Ball, Esswein soll kurz angespielt werden und über rechts flanken, Abwehrspieler und Stürmer lauern im Strafraum. Holtby läuft an – und zirkelt das Leder über die Mauer hinweg millimetergenau ins untere Toreck. „So geht’s auch“, lächelt Rainer Adrion.

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