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Radsport

Mit 40 Jahren zurück auf der Matschpiste

Mountainbiker Manuel Lohr aus Kelheim sattelt auf Querfeldein um. Und startet am Samstag bei der EM in Italien.
Von Martin Rutrecht

Manuel Lohr fühlt sich sichtbar wohl auf den Querfeldein-Kursen. Foto: Falk Wenzel
Manuel Lohr fühlt sich sichtbar wohl auf den Querfeldein-Kursen. Foto: Falk Wenzel

Kelheim.Die Reifen finden kaum Halt, die Rutschphase endet im ungünstigsten Fall im Matsch. „Genau diesen wenigen Grip mag ich am Querfeldein“, sagt Manuel Lohr. Der Kelheimer (40) hat sich nach zehn Jahren Pause zu einem Radsport-Comeback entschlossen. Mit dem Mountainbike holte er im Sommer schon den deutschen Titel. Jetzt legt er mit dem Crossrad nach.

„Auf den Wechsel vom Mountainbike in den Cross-Sattel habe ich mich gefreut.“

Manuel Lohr

Die Pneus im Querfeldein haben maximal 33 Millimeter Breite. „Mit diesen schmalen Rädern bei hoher Geschwindigkeit über die Piste zu jagen, macht für mich den Reiz aus“, erklärt Lohr. In seiner „ersten“ Karriere, die der frühere Kicker, Ringer und Mountainbiker vor zehn Jahren nach einem Bandscheibenvorfall beendete, gewann er im Cyclocross den bayerischen Vizemeistertitel in der Elite. „Damals bin ich auch vom Mountainbike direkt in den Cross-Sattel gewechselt. Darauf habe ich mich heuer schon gefreut.“

Drei Podestplätze in der Bundesliga-Serie

Sein MTB-Comeback im Sommer verlief erstaunlich: In seiner Altersklasse M2 (ab 40 J.) wurde er Deutscher Meister, gewann zwei bayerische Titel (Allgemein und Sprint) und siegte beim Bayernliga-Rennen in Altenstadt. Die persönliche Krönung war der Team-Erfolg mit der Crew „IronTrizone“ beim Race24 auf dem Rennrad in Kelheim. „Wenn ich was mache, dann g’scheit“, betonte Lohr nach diesen Auftritten.

Das „Munich Super Cross“ war für den Kelheimer ein erster Cross-Höhepunkt. Foto: Falk Wenzel
Das „Munich Super Cross“ war für den Kelheimer ein erster Cross-Höhepunkt. Foto: Falk Wenzel

Seit einem Monat fährt er nun in der Bundesliga-Serie der Querfeldein-Radsportler. „Ich werde nicht alle acht Stationen mitnehmen. Da müsste ich in ganz Deutschland fahren, und bei über 600 Kilometern Anreise für 40 Minuten Renndauer stellt sich die Frage, ob das Sinn macht.“ Beim Auftakt Anfang Oktober im niedersächsischen Bad Salzdetfurth ging Lohr an den Start. „Der Kurs war technisch anspruchsvoll.“

Im Sommer startete Manuel Lohr nach zehn Jahren Pause sein Comeback:

Mountainbike

Comeback mit dem deutschen Meistertitel

Manuel Lohr aus Kelheim war Jahre weg vom Sport. Jetzt kehrt er eindrucksvoll zurück. „Wenn ich was mache, dann g’scheit.“

Weil er aus dem Vorjahr keine Punkte hatte, musste er vom letzten Platz aus starten. Nach einer starken Aufholjagd sprang der dritte Rang in der M2 heraus. „Ein Podestplatz beim ersten Bundesliga-Start - der Sprung vom Mountainbike zum Cyclocross klappt sehr gut“, stellte Lohr zufrieden fest.

Frühere Spitzenfahrer vereint

Am nächsten Tag war ein weiterer Lauf angesetzt, mit einer veränderten Streckenführung. „Diesmal durfte ich vorne starten und es ging von Anfang an sehr zur Sache. Es waren schöne Duelle.“ Mit Platz zwei verkaufte sich der Kelheimer noch besser als tags zuvor. In Sven Baumann (SV Hildburghausen) und Stefan Danowski (RG BSV Hamburg), die jeweils ein Rennen gewannen, kristallisierten sich gleich die schärfsten Rivalen heraus.

Im Olympiapark heizten die Cyclocrosser über den Kurs. Foto: Lohr
Im Olympiapark heizten die Cyclocrosser über den Kurs. Foto: Lohr

Die Veranstaltungen sind keine Kaffeefahrten reiferer Herren. Das Feld in der M2 ist bis zu 25 Fahrer groß und vereint frühere Spitzenfahrer: Danwoski feierte etwa als Mountainbiker 2010 den Gesamtsieg bei der „Rocky Mountain Marathon“-Serie.

Kein Taktieren - nur Vollgas

Vor Wochenfrist verschlug es die Deutschland-Cup-Fahrer zum bekannten „Munich Super Cross“ in Bayerns Landeshauptstadt. „Das war für mich ein Heimspiel“, sagt Lohr. Ein herrliches Herbstwetter mit bis zu 22 Grad Celsius empfing die Fahrer im Olympiapark, wo eine schnelle, trockene Piste mit wenigen technischen Passagen wartete. „Bei 40 Minuten Dauer gibt es keine taktische Renneinteilung. Auf die Plätze - Vollgas!“, erklärt der Kelheimer. Schneller als Lohr war nur Sven Baumann, der schon in Bad Salzdetfurth ein Rennen gewonnen hatte.

Neues Team

  • Rennstall:

    Manuel Lohr, der aus dem RSC Kelheim kommt, fährt jetzt für RSV Altmühltal/winax-food artists. „Ich werde bei den Startgebühren und auch bei den Anreisen unterstützt.“

  • Planung:

    Die Cross-Saison dauert bis Ende Januar. Danach gönnt sich der Kelheimer eine Pause. „Trainingslager im Frühjahr ist keines geplant. Eventuell fahre ich ein paar Tage nach Südtirol.“

„München war ein echtes Highlight mit vielen Bekannten, die mich angefeuert haben. Und meine Kinder Luis, Toni und Fritz waren auch sehr lautstark“, schmunzelt der Kelheimer Crosser. Den nächsten Höhepunkt hat Manuel Lohr schon in den nächsten Tagen vor Augen. Er startet am Samstag bei der Querfeldein-Europameisterschaft in Italien. Dort will er auch international wissen, wo er auf der Matschpiste steht.

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