MyMz

Judo

Mit EM-Ticket auf die Bundesliga-Matte

Manuel Scheibel darf zur Europameisterschaft und führt den TSV Abensberg in den ersten Heimauftritt in der neuen Saison.
Von Martin Rutrecht

EM-Starter Manuel Scheibel (in blau) führt die Abensberger Staffel im Bundesliga-Heimkampf am Samstag an. Foto: Rutrecht/Archiv
EM-Starter Manuel Scheibel (in blau) führt die Abensberger Staffel im Bundesliga-Heimkampf am Samstag an. Foto: Rutrecht/Archiv

Abensberg.Judo pur – griffig beschreibt der TSV Abensberg den Samstag, wenn die Herren-Garde um 17 Uhr den ersten Heimkampf in der Bundesliga-Saison 2018 austrägt. Denn zwei Stunden zuvor steht auch die Bayernliga-Mannschaft auf der Matte. Sie misst sich mit dem TV Lenggries. Dem Rekordmeister wird anschließend der Aufsteiger JC Samurai Offenbach vorgesetzt. Mit rein deutscher Besetzung wollen die Babonen den zweiten Sieg im zweiten Auftritt landen.

Der Erstliga-Anzug wies zum Auftakt vor einer Woche den TV Erlangen auswärts mit 11:3 in die Schranken. „Auch dem nächsten Neuling wollen wir die Punkte abknöpfen“, sagt TSV-Chefcoach Jürgen Öchsner mit Blick auf das Gastspiel der Offenbacher. Bereits vor zwei Jahren, als die beiden Teams in der 2. Bundesliga aufeinander trafen, setzte sich Abensberg deutlich durch. „Ein Schaulaufen wird es aber nicht. Mit Brian Miles-Smith und David Tsokouris haben die Gäste zwei sehr gefährliche Judoka“, so Öchsner.

Rückkehr von einer Weltreise

Im Abensberger Lager freut man sich auf die Rückkehr von Manuel Scheibel, der vor Wochenfrist noch mit der deutschen Nationalmannschaft in Georgien weilte. Der Biburger, der am Montag 24 Jahre wurde, stellt sich mit erfreulicher Kunde ein: Der Deutsche Judobund nominierte ihn für die Europameisterschaft Ende April in Israel. „Der Bundestrainer schenkt ihm das Vertrauen“, erklärt der TSV-Trainer.

Der Mainburger Simon Glockner (r.) gibt sein Heimdebüt im TSV-Kimono. Foto: Andreas Kleine
Der Mainburger Simon Glockner (r.) gibt sein Heimdebüt im TSV-Kimono. Foto: Andreas Kleine

Scheibel erhält damit die Chance, sich international zu beweisen, obwohl es heuer noch nicht nach Wunsch lief. Der U23-Vize-Europameister steckte aber auch in Abschlussprüfungen zu seinem Bauingenieur-Masters an der TU München. Am Samstag soll er bis 66 kg in beiden Durchgängen der Punktegarant der Gastgeber sein. Mit ihm auf der Liste steht auch Philip Graf, der aber nach seiner Rückkehr von einer Weltreise körperlich noch nicht in bester Verfassung sein dürfte.

Gespannt kann das Publikum auf den erst 17-jährigen Falk Biedermann (bis 60 kg) sein. Der Abensberger Neuzugang gewann gegen Erlangen seinen Debütkampf. „Diesmal darf er sich richtig austoben, weil Daniel Scheller in dieser Gewichtskategorie aus beruflichen Gründen fehlt“, so Öchsner. Wie schon in der Vorwoche verzichtet der TSV gänzlich auf die Unterstützung von Legionären. „Die Fans sollen die Kämpfer aus der Region sehen.“

„Wir schonen Sebastian Seidl noch, wir brauchen ihn gegen die großen Brocken.“

Jürgen Öchsner

So wird die 73 kg-Klasse von den echten „Omschbergern“ Fabian Ennerst und David Krämer repräsentiert. Eine Option wäre auch Olympionike Sebastian Seidl. Der Dritte des Grand Slam in Paris laboriert aber seit diesem Weltturnier an einer Schulterverletzung. „Wir werden ihn noch schonen, wir brauchen ihn gegen die großen Brocken in der Liga“, sagt der Chefcoach.

Wieder junge Kräfte mit dabei

In der 81 kg-Kategorie gilt es, den Offenbacher Paradeathleten Tsokouris auszumanövrieren. „Er hat in der zweiten Liga alles gewonnen.“ Benjamin Münnich sollte auf TSV-Seite in der Lage sein, ihm die Stirn zu bieten. Die Babonen pokern aber auch mit Ludwig Igl und den Tuscher-Brüdern, die aus der Bayernliga-Truppe hoch rücken.

Martin Oberndorfer hört als Coach der zweiten Mannschaft auf, er ist nun Abteilungsleiter. Foto: Verein
Martin Oberndorfer hört als Coach der zweiten Mannschaft auf, er ist nun Abteilungsleiter. Foto: Verein

Der neue Teamkapitän Robert Dumke sollte es in der 90 kg-Klasse mit all seiner Routine allein richten können. Mit Marc Odenthal und Dominik Gerzer scheint der Rekordmeister bis 100 kg unüberwindbar. Und im Schwergewicht gibt der Mainburger Simon Glöckner seine Heimpremiere. Auch Marco Reber könnte bei den schweren Jungs eine Chance erhalten.

Bayernliga-Truppe unter neuem Coach

  • Mit Michael Schnell

    als neuen Coach gibt die Bayernliga-Mannschaft des TSV am Samstag um 15 Uhr zu Hause den „Anheizer“ für den Bundesliga-Kampf. Die zweite Staffel hat den TV Lenggries zum Saisondebüt zu Gast.

  • Der bisherige Trainer

    Martin Oberndorfer wendet sich als Abteilungsleiter einer neuen Aufgabe zu. „Loslassen ist schwer, aber ich bin ja noch bei der Mannschaft“, sagt er. Titel und Aufstiege feierte Oberndorfer als Coach.

Die Zielsetzung in der Josef-Stanglmeier-Halle ist mit einem Heimsieg klar umrissen. „Wir hoffen, dass uns die Zuschauer den Rücken stärken und zahlreich kommen. Das Bestreben, mit ausschließlich deutscher Besetzung solche Kämpfe zu bestreiten, sollte entsprechend honoriert werden“, meint Öchsner.

Mit dem zweiten Streich in der noch jungen Saison könnte der TSV Abensberg Platz eins in der Gruppe Süd festigen. Gefordert sind die Babonen dann erst wieder am 26. Mai beim JT Heidelberg/Mannheim, dem nächsten Aufsteiger.

Weitere Kelheimer Sportnachrichten finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht