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Mit Traumsolo in die Tor-des-Jahres-Wahl

Max Kellerer von der SG Siegenburg/Train gewinnt Monats-Kür und beschert seinem Verein 1000 Euro. Trotzdem ist er geknickt.
Von Martin Rutrecht

Max Kellerer (l.) steht in der Wahl zum Tor des Jahres. Momentan hadert er aber mit seiner Form. Foto: Rutrecht
Max Kellerer (l.) steht in der Wahl zum Tor des Jahres. Momentan hadert er aber mit seiner Form. Foto: Rutrecht

Train.Er zog aus der eigenen Hälfte 50 Meter diagonal über den Platz, düpierte fünf Gegenspieler und traf vom äußersten Strafraumeck in den gegenüber liegenden Winkel. „Es war das Tor meines Lebens“, sagt Max Kellerer, 20-jähriger Fußballer aus Train. Das prachtvolle Solo bringt ihn jetzt in die „Tor des Jahres“-Wahl eines Internet-TV-Senders.

Die Szene vom 28. August im Kreisklassen-Spiel der SG Siegenburg/Train bei TV Aiglsbach II muss der junge Stürmer immer wieder schildern. „Gut, dass es sie auch auf Video gibt – sonst glaubt’s am Ende keiner“, lacht er. Der Videomitschnitt machte den Alleingang aus der 56. Minute auch zum deutschlandweit beachteten Treffer. Ein Kumpel schickte die Sequenz an den BFV, bei „Sporttotal.TV“ schlug das Tor auf – und auch beim Online-Auftritt der „Sport-Bild“.

Er wird als „Hopfen-Messi“ geadelt

Schon fast legendär ist der Ausspruch seines SG-Trainers Robert Fischer, der zur Szene sagte: „Ich dachte, wenn er noch weiter läuft, ist er bald im Hopfen draußen.“ Aber letztlich entschied sich Kellerer doch zum Abschluss – und die Kugel saß. Aus der Fußball-Gemeinde von Siegenburg/Train wird auch der Spruch eines Aiglsbacher Gegenspielers während des Solos kolportiert: „Sagt’s, wo will denn euer Spieler mit dem Ball hin?“, gibt SG-Abteilungsleiter Richard Seefelder grinsend wieder.

Hier sehen Sie den Treffer:

Der Internet-Sender „Sporttotal.TV“ nominierte den Treffer für die Wahl zum „Tor des Monats September“. Und Max Kellerer – in sozialen Netzwerken als „Hopfen-Messi“ geadelt – gewann das Uservoting. Starke 47 Prozent der abgegebenen Stimmen vereinte er auf seinen Geniestreich. Wobei der zweitplatzierte Hakan Demir vom RSV Meinerzhagen mit 40 Prozent auch gut dabei war. Die anderen drei Kandidaten lagen unter zehn Prozent.

Auch die Faschingsgesellschaft wählte ihn

Kellerer strahlt: „Natürlich bin ich happy.“ Schließlich zieht er damit auch in Wahl zum „Tor des Jahres“ ein. Um sein Tor nach vorne zu bringen, liefen die sozialen Netzwerke um Train und Siegenburg heiß. „Die Siegonia hat den Treffer geteilt“, berichtet er über die Sympathie der Faschingsgesellschaft, „und auch die Stockschützen.“ Sein Jugendverein FC Train hatte ihn ebenfalls auf dem Schirm. „Man kennt sich halt vom Weggehen“, sagt er über die Dorfgemeinschaft im besten Sinn.

Mit seinem Verein steht Kellerer aktuell am letzten Platz der Kreisklasse Kelheim. Foto: MB/FuPa
Mit seinem Verein steht Kellerer aktuell am letzten Platz der Kreisklasse Kelheim. Foto: MB/FuPa

Für den Sieger der Monats-Kür sind 1000 Euro für die Nachwuchsförderung ausgelobt. Die darf Kellerer jetzt seinen Klubs überreichen. „Ich hoffe, dass die Vereinsverantwortlichen dazu ein bisschen was springen lassen, damit auch wir Herren-Fußballer feiern können.“ Außerdem erhält der 20-Jährige einen kleinen Glaspokal.

Gewinnt er, wartet ein Teambus

Wenn er auch bei der Jahres-Wahl an der Spitze landet, darf die SG Siegenburg/Train eine Saison lang mit einem kleinen Mannschaftsbus kutschieren. Ein Automobilhersteller, der die Tor-Kür sponsert, stellt den Transporter zur Verfügung. „Das wäre schon eine Schau, damit rum zu fahren“, schmunzelt Kellerer. Wann die Jahres-Wahl beginnt, weiß er noch nicht genau.

Hauptsache Beruf

  • Geselle:

    Max Kellerer ist Elektriker und arbeitet bei Elektro Kärtner in Train. Anfang 2020 beginnt er mit seinem Meisterkurs. „Wenn alles glatt geht, bin ich in zwei Jahren fertig.“

  • Ziel:

    Wo er im Anschluss landen wird, ist für ihn offen. „Eine Wunschvorstellung wäre die Automobil-Industrie.“ Fußball werde sein Hobby bleiben, „solange es mir Spaß macht“.

Es stünde alles zum Besten, würde Kellerers Klub derzeit nicht so in den Seilen hängen. Die Nullnummer zuletzt gegen das Spitzenteam TSV Bad Gögging war ein Hoffnungsschimmer. „Aber sonst kassieren wir fünf, sechs Eier pro Spiel. Da sinkt die Moral gewaltig“, sagt der Stürmer, der auch mit sich selbst hadert: „Ich bin nicht in Form. Von einem Super-Tor wie damals kann ich nur träumen.“ Mit zehn Punkten steht die SG Siegenburg/Train am Ende der Kreisklasse Kelheim.

„Sollte ich gewinnen, ist eine riesen Party fällig.“

Max Kellerer

Sein Traumtor sei ein positives Highlight, „trotzdem ist mir der Verein wichtiger. Ich bin auch nicht überheblich wegen des Treffers. So ein Tor wird mir wohl nie mehr gelingen.“ Andere Klubs rief das Solo nicht auf den Plan. „Ich würde aber auch nicht wechseln, mir gefällt das Familiäre bei der SG.“ Und sollte es tatsächlich zum „Tor des Jahres“ reichen, „ist eine riesen Party fällig“.

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Das Traumtor vom Hopfen-Messi

Max Kellerer (20) rennt bei 50-Meter-Solo fast aus dem Platz – und trifft ins Kreuzeck. Das Tor zieht deutschlandweit Kreise.

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