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Fussball

Mitfavoriten purzeln aus Kelheimer Halle

Vorjahresfinalist Lengfeld und Riedenburg scheitern in Vorrunde. Essing und Weltenburg trumpfen auf. „Laser“ stellt scharf.
Von Wolfgang Wutzer und Martin Rutrecht

Die SG Painten (l.) scheiterte unter anderem am FC Kelheim (r.). Foto: Kahler
Die SG Painten (l.) scheiterte unter anderem am FC Kelheim (r.). Foto: Kahler

Kelheim.Die Endrunde besetzt mit den A-Klassisten Spfr. Essing, SpVgg Weltenburg und FC Kelheim, die Mitfavoriten TV Riedenburg, SV Lengfeld, SG Painten und TSV Neustadt zum Zuschauen verurteilt: Die Herren-Vorrunde des 43. Hallenfußballturniers des ATSV Kelheim bot satte Überraschungen. Titelverteidiger ATSV, TSV Abensberg, SV Kelheimwinzer, SV Saal und SV Ihrlerstein schlüpften mit dem Außenseiter-Trio durch in die Endrunde am 13. und 19. Januar.

Die Gruppe A entwickelte sich noch gemäß der „Papierform“. ATSV und FC Kelheim setzten sich durch. Für einen Hingucker sorgte der starke Burak Corakcioglu vom FC, indem er das 1:0 gegen Painten per Kopf erzielte. Mit dem Glück des Tüchtigen (Painten traf zweimal die Latte) siegten die Kelheimer 4:2. Mit dem gleichen Resultat gegen den SC Kelheim war das Ticket gelöst und der verletzte Akteur Mustafa Lafci meinte: „Wenn jeder Spaß hat, kann man guten Fußball zeigen.“

Der „gejagte“ Titelverteidiger braucht Anlauf

Der ATSV fand etwas schwer ins Turnier, gab dem SC Kelheim nach 0:1-Rückstand aber noch ein 7:3 mit. Trainer Richard Ott erklärte den Stotterstart: „Als Bezirksligist bist du der Gejagte. Die Gegner kontern, wollen dein Spiel zerstören und stehen tief.“ Im zweiten Spiel zeigte sich seine Garde beim 6:3 über Painten ebenso in Torlaune wie beim 7:3 gegen FC Kelheim.

SV Kelheimwinzer (weiß, hier gegen ATSV II) wurde Sieger der Gruppe B. Foto: Kahler
SV Kelheimwinzer (weiß, hier gegen ATSV II) wurde Sieger der Gruppe B. Foto: Kahler

Der SC Kelheim verabschiedete sich punktlos, blieb in den drei Spielen jedoch stets hartnäckig. Gegen den ATSV schaffte man nicht nur die Führung, sondern glich auch noch zweimal aus. Die Stimmung ließ sich Coach Yusuf Yigit nicht verhageln: „Ich bin stolz auf meine Jungs.“ Mehr zu knabbern hatte Painten. „Wenn man die Chancen nicht nutzt, wird man gerne hektisch und macht auch in der Defensive Fehler“, analysierte Coach Thomas Asch.

Zwei Tore reichen für Endrunde

In der zweiten Staffel gab es mit Vorjahresfinalist Lengfeld ein prominentes „Opfer“ – als Gruppenletzter mit einem Zähler. Entsprechend bedient war Trainer Stefan Galli: „Wir haben das erste Spiel gleich verloren, dann steht man schon unter Druck. Unsere Gegner waren bissiger.“ Zu diesen „bissigeren“ Gegnern zählten Gruppensieger Kelheimwinzer und der Zweite SV Saal.

43. Kelheimer Hallenturnier - Herren-Vorrunde

Die Saaler präsentierten ein erfolgreiches Minimalistenrezept: Ein Sieg (2:1 gegen Lengfeld) sowie zwei 0:0-Remis brachten das Weiterkommen. Die Truppe um Betreuer Tobias Schulz durfte sich beim überragend aufspielenden Keeper Matthias Barbknecht bedanken. „An den Ergebnissen sieht man, wie eng die Gruppe war. Umso mehr freut es uns, dass wir die Endrunde erreicht haben“, so Schulz.

„Wahnsinn! Ich weiß nicht, ob wir schon mal die Endrunde erreicht haben.“

Maximilian Gratzer

Winzer machte nach einem 2:1 gegen ATSV II und dem 0:0 gegen Saal mit einem 4:1 in einer hitzigen Partie gegen Lengfeld den Deckel drauf. „Das Ziel Weiterkommen ist erreicht“, sagte Trainer Alex Sommer. Ausgeschieden, aber ordentlich verkauft hat sich die Truppe des ATSV II. Überraschend stand Bezirksliga-Stammkeeper Raphael Marhöfer im Kasten. Im letzten Spiel hätte das Team um Coach Sebastian Böhm beinahe noch Saal rausgekickt. „Ich bin mehr als zufrieden“, erklärte Böhm.

Brandler zittern vor Klosterelf

Der zweite Turniertag, mit 400 Zuschauern nicht ganz so stark besucht wie der Auftakt (500), startete mit einer faustdicken Überraschung. Weltenburg hielt Neustadt 4:2 nieder.„Für uns geht’s etwas schnell in der Halle“, meinte Coach Michael Ossmann verdattert, als hätte sein Team verloren. Als die Klosterort-Truppe den FC Mindelstetten mit 5:2 abfieselte, war der Underdog nach zwei Spielen in Gruppe C durch. „Wahnsinn! Ich weiß nicht, ob wir überhaupt schon mal in der Endrunde standen“, jubelte Abteilungsleiter Maximilian Gratzer.

Weltenburg (weiß-blau) öffnete gegen Neustadt die Endrundentür. Foto: Rutrecht
Weltenburg (weiß-blau) öffnete gegen Neustadt die Endrundentür. Foto: Rutrecht

Zittern musste Ihrlerstein. Die Brandler hatten gegen Mindelstetten gesiegt, aber gegen Neustadt nur ein 5:5 errungen. „Ich habe Respekt vor Weltenburg“, gestand Abteilungsleiter Ralf Graßl vor dem „Endspiel“ gegen die SpVgg. Mit einem 8:1 spielte Ihrlerstein groß auf. Neustadts Minimalchance, die bei einer Brandler Niederlage bestanden hätte, war dahin. „Das war ein gebrauchter Tag“, meinte Abteilungschef Daniel Neubaur.

Falsches Bild: Nicht Abensberg fällt, sondern TV Riedenburg (weiß-blau). Foto: Rutrecht
Falsches Bild: Nicht Abensberg fällt, sondern TV Riedenburg (weiß-blau). Foto: Rutrecht

Das dachte sich auch der TV Riedenburg. Nach einem 8:4 gegen den tapferen TSV Offenstetten, der ein 0:3 egalisierte („Da schien mehr drin“, so Spieler Adrian Konstantos), folgte mit dem 1:2 gegen die Spfr. Essing ein Nackenschlag. Die von Ex-ATSV-Kicker Lukas Schinn angeführten Essinger waren hoch motiviert. „Wir treten nicht an, um brav mitzuspielen. Wir wollen konkurrenzfähig sein“, gab Schinn aus. Schon beim 1:2 gegen TSV Abensberg stand er selbst im Mittelpunkt: Mit einer Volleyabnahme nach einer Ecke besorgte er den Anschlusstreffer und hätte per Fallrückzieher fast ausgeglichen.

Abensberg siegt im „Endspiel“ gegen Riedenburg

Die Sportfreunde fuhren mit 5:1 gegen Offenstetten Platz zwei ein. Die Endrunde sieht „Laser“ Schinn in einer Gruppe mit seinem Ex-Klub. „Der Spitzname kommt daher, weil ich im ATSV-Training den Ball oft zum Tennisplatz ,rübergelasert‘ habe. So hat es zumindest ein damaliger Teamkollege ausgedrückt.“

Freude war im Gesicht der Abensberger Kicker zu lesen. Nach dem „schweren Auftaktsieg“, so Coach André Kleinknecht, gegen Essing war trotz eines 7:2 über Offenstetten noch nicht alles klar. Es stand der Kracher gegen Riedenburg aus, in dem die Altmühltaler mit einem Sieg drei punktgleiche Teams an der Spitze heraufbeschworen hätten. Aber die Babonen knackten den TVR mit 5:3. „Die Partie war offen und intensiv, mit richtig finalem Charakter. Wir haben eben mehr Tore gemacht“, meinte TSV-Spieler Daniel Nutz trocken.

Die Ergebnisse

Gruppe A: SG Painten – FC Kelheim 2:4, ATSV Kelheim – SC Kelheim 7:3, Painten – ATSV 2:6, SC Kelheim – FC Kelheim 2:4, FC Kelheim – ATSV 3:7, SC Kelheim – Painten 4:5. Tabelle: 1. ATSV Kelheim 20:9 Tore, 9 Punkte; 2. FC Kelheim 11:11, 6; 3. SG Painten 10:14, 3; 4. SC Kelheim, 9:16, 0.

Gruppe B: ATSV Kelheim II – SV Kelheimwinzer 1:2, SV Lengfeld – SV Saal 1:2, ATSV II – Lengfeld 4:4, Saal – Kelheimwinzer 0:0, Kelheimwinzer – Lengfeld 4:1, Saal – ATSV II 0:0. Tabelle: 1. SV Kelheimwinzer 6:2, 7; 2. SV Saal 2:1, 5; 3. ATSV Kelheim II 5:6, 2; 4. SV Lengfeld, 6:10, 1 Punkt.

Gruppe C: TSV Neustadt – SpVgg Weltenburg 2:4, SV Ihrlerstein – FC Mindelstetten 2:1, Neustadt – Ihrlerstein 5:5, Weltenburg – Mindelstetten 5:2, Ihrlerstein – Weltenburg 8:1, Mindelstetten – Neustadt 5:2. Tabelle: 1. SV Ihrlerstein 15:7, 7; 2. SpVgg Weltenburg 10:12, 6; 3. FC Mindelstetten 8:9, 3; TSV Neustadt 9:14, 1.

Gruppe D: Spfr. Essing – TSV Abensberg 1:2, TV Riedenburg – TSV Offenstetten 8:4, Essing – Riedenburg 2:1, Abensberg – Offenstetten 7:2, Abensberg – Riedenburg 5:3, Offenstetten – Essing 1:5. Tabelle: 1. TSV Abensberg 14:6, 9; 2. Spfr. Essing 8:4, 6; 3. TV Riedenburg 12:11, 3; TSV Offenstetten 7:20, 0.

Endrunde, Gruppe A: ATSV Kelheim, SV Saal, SV Ihrlerstein, Spfr. Essing; Gruppe B: FC Kelheim, SV Kelheimwinzer, SpVgg Weltenburg, TSV Abensberg.

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