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Bewegungsdrang

Mitten im Regen herrscht Prosecco-Laune

Die Teilnehmer beim 100-km-Staffellauf rennen für edle Ziele, aber auch edle Tröpfchen. Ausgerechnet die Chefin verschläft.
Von Sebastian Pieknik und Martin Rutrecht

  • Mit der Übergabe der Transponder hielten sich die Teams im Wechselbereich nicht lange auf. Fotos: Pieknik (5)/Rutrecht (1)
  • Auf dem Damm am Main-Donau-Kanal hatten die Teilnehmer immer die Befreiungshalle im Rücken.
  • Bei den Einzelstartern schaffte Mark Hohe-Dorst die 100 Kilometer in achteinhalb Stunden.
  • Das Siegerteam mit Namensgeber Armin Wolf (r.)

Kelheim.Gegen Mittag hatte das Wetter kein Einsehen mehr, es begann zu schütten. Moderator Rupert Limmer, der sich mit Kollegen die Schichten teilte, sah sofort, was fehlte: „Einen Glühweinstand können wir nicht bieten.“ Aber die Teilnehmer beim 100-km-Staffellauf schienen gar nicht danach zu verlangen. Sie rannten weiter, als gäb’s einen wolkenlosen Himmel. „Wunderbar waren die Staffeln, die beim Zieleinlauf im Regen lachend und jubelnd vereint ankamen“, freute sich auch Monika Heidler, Chefin von Ausrichter run & bike Kelheim.

Am Morgen war es zwar kühler, dafür trocken. Rennchefin Heidler hätte fast den morgendlichen Rapport verpasst. „Der Wecker ist nicht losgegangen. Erst um 6.19 Uhr bin ich aufgewacht, um 6.29 war ich hier“, erzählte sie. Bis zum Start um 8 Uhr trudelten nach und nach die Teilnehmer ein. Die favorisierte Truppe von Funkhaus-Sportchef Armin Wolf war bestens aufgestellt. „Wir treten mit zwei Neuner-Teams an. Außerdem unterstützen wir ein wenig das Team der Prälat-Michael-Thaller-Schule“, so der Reporter, der 1000 Euro Spende mit dabei hatte.

Nach gut sechs Stunden fuhr das Wolf-Team I den Sieg ein. „Als wir sahen, dass die Vorjahressieger von MTG & Sport2000 nicht am Start waren, haben wir schon auf Platz eins spekuliert“, gestand Teamkapitän Armin Petz. Mit den Lokalmatadoren Ingo Ulmer (Ihrlerstein) und dem Abensberger Ehepaar Birgit und Carl Hierl sowie Jochen Stöberl, Stefan Schaumeier, Oliver Köhler, Stefan Irrgang, Felix Potschatka und Petz war der Verbund starker Ausdauersportler auf der Zwei-Kilometer-Schleife, die 50 mal zu drehen war, nicht zu schlagen.

Maja (7) macht mit Kollegen die 100

Überraschend war, dass die Power- Nordic-Truppe von Wolfgang Scholz über die 50-km-Walking-Distanz nur eine gute Minute länger benötigte. „Gestern liefen wir noch beim Wahlhalla-Lauf in Donaustauf“, sagte Tanja Scholz. Für ihren Ehemann, einen M40-Vizeweltmeister im Halbmarathon-Walking, war’s das perfekte Training für die deutsche Meisterschaft ist. Eine weite Anfahrt hatte Sandra Klozik aus Mühlheim/Inn – sie war die einzige Einzel-Walkerin. „Um 4.30 Uhr hieß es aufstehen.“ Bereits 2012 startete sie in der Kreisstadt. „Damals hatte es minus 7 Grad Celsius.“

Bei den Lauf-Equipen war der dritte Rang von Hoppis Physio-Team hinter den Wölfen und dem TSV Greding ein schöner Erfolg für Frank Hoppmann, der Gründungsmitglied bei run & bike ist. Auch sein Junior David ging mit elf Jahren auf die Runde. Altmeister wie Hubert Beslmeisl und Franz Stümpfle machten in dieser Garde mit. „Ich kann nicht reden, ich muss zum Wechsel, sonst krieg’ ich Ärger“, schmunzelte Beslmeisl, als er sich auf eine weitere Schleife machte.

Maja Wutzlhofer war mit sieben Jahren die jüngste Starterin.
Maja Wutzlhofer war mit sieben Jahren die jüngste Starterin.

Unheimlich war der Auftritt des lediglich vierköpfigen Aufgebots vom FC Thalmässing, das nur gut zehn Minuten hinter dem Armin-Wolf-Team I zurück blieb. Den Hut ziehen muss man vor den run & bike-Jungstars. Sie machten die 100 Kilometer voll, mit Mitstreiterinnen wie Nina Schaller (12) oder der erst siebenjährigen Maja Wutzlhofer. „Wir kriegen das hin“, waren sich Nina und Maja Mitte des Rennens einig. Ähnlich stark war die Mittelschule Altdorf, die mit ihren selbst gefertigten Holzstühlen auftauchte. Der Lauf wurde bei den Schülern zum Unterrichtsprojekt. Der neunjährige Abbacher Yanic Cebulla taxierte derweil den Laufstil seiner Mama, mit der er in einem Team lief. „Ich glaub’, sie ist ein wenig langsamer als ich.“

Einzelsieger denkt im Lauf ans Ende

Die Mittelschule Altdorf kam mit ihren selbst gefertigten Pause-Stühlen. Die 9. Klassen hatten den Lauf zum Unterrichtsprojekt gemacht.
Die Mittelschule Altdorf kam mit ihren selbst gefertigten Pause-Stühlen. Die 9. Klassen hatten den Lauf zum Unterrichtsprojekt gemacht.

Aus Bad Abbach machte nicht zum ersten Mal der Lauftreff mit, firmierend als Prosecco-Mixed-Team I und II. „Wir laufen nicht nur gern, wir trinken auch gerne einen Prosecco, selbst nach unserem Training“, sagte Leiter Erich Wagner. Ursprünglich waren die Männer mal die „Pfundskerle“, „doch als Mixed-Staffel haben wir den Namen Prosecco übernommen“.

Im Einzel hatte der Frankfurter Mark Hohe-Dorst die 100 Kilometer nach gut achteinhalb Stunden geschafft. Entspannt berichtete er bei Kaffee und Kuchen: „Ich kenne solche Rennen auch mit kürzeren Runden, etwa mit nur 630 Meter. Da kriegt man einen Drehwurm. In Kelheim ist’s toll.“ An was er in diesen vielen Stunden denke? „Natürlich an das Ende!“, lachte der Sieger. Erstaunlich waren die 32 Runden von Walter Kühnlein – Jahrgang 1949.

Robert Heinrich und Alexander Mörwald von den Wolf-Heizern aus Mainburg halten sich über den Lauftreff ihrer Firma fit. „Super zu laufen“ war’s, sagten sie nach ihrem Beitrag zu ihrer Staffel und genehmigten sich eine Weisse-Alkoholfrei. Es muss nicht immer Prosecco sein.

100 km laufen und 50 km walken

  • Teams (5 bis 10 Starter):

    1. Armin Wolf Laufteam, 50 Runden (= 100 km), 6:11:40,71 Stunden; 2. TSV Greding, 50 Rd, 6:31:35,36; 3. Hoppis Physio-Team, 50 Rd, 7:03:35,93. - 31 von 32 Mannschaften schafften die 50 Runden innerhalb der vorgegebenen zehn Stunden.

  • Teams (2 bis 4 Starter):

    1. TV Thalmässing, 50 Rd, 6:23:16,22; 2. ATSV Kallmünz, 50 Rd, 6:53:53,58; 3. run & bike goes Challenge, 50 Rd, 7:56:13,55.

  • Einzel männlich:

    1. Mark Hohe-Dorst, Sportshop-Triathlon Team/ultrathlet.de, 50 Rd, 8:33:25,17; 2. Carsten Hirte, 50 Rd, 8:58:22,44; 3. Roland Krauss, 50 Rd., 9:20:08,97. - Weitere drei Herren machten die 100 Kilometer voll, darunter Thomas Hoibl und Albert Ettner vom Skiclub Großberg.

  • Einzel weiblich:

    1. Caroline Cornfine, 21 Rd (= 42 km), 4:23:37,87.

  • Teams (5 bis 10 Starter):

    1. Asklepios Walking Team I, 25 Rd (= 50 km), 7:24:59,85; 2. Walkie-Talkie-Team BSC Ihrlerstein, 25 Rd, 7:50:18,52; 3. Asklepios Walking Team II, 25 Rd, 7:54:24,89.

  • Teams (2 bis 4 Starter):

    1. Power Nordic Walking Regensburg, 25 Rd, 6:12:42,07.

  • Einzel weiblich:

    1. Sandra Klozik, LG Mettenheim, 22 Rd (= 44 km), 6:57:11,68.

  • Alle Ergebnisse finden Sie unter www.runandbike.info

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