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Monika Karsch bekommt eine eigene Straße

Olympia-Zweite erfährt in ihrer Heimat eine besondere Würdigung. Kelheim-Gmünd schafft auch ohne sie Bundesliga-Süd-Titel.
Von Martin Rutrecht

Die Olympia-Zweite bekommt in ihrer Heimatgemeinde Rott am Lech den Monika-Karsch-Ring.
Die Olympia-Zweite bekommt in ihrer Heimatgemeinde Rott am Lech den Monika-Karsch-Ring. Foto: dpa

Kelheim.Ihren „Star“ benötigten die Schützen des SV Kelheim-Gmünd zum Kehraus der Gruppenphase in der Luftpistolen-Bundesliga Süd gar nicht. Auch ohne die Olympia-Zweite Monika Karsch verteidigten die Kreisstädter mit zwei Siegen ihre Tabellenführung und ziehen als Süd-Meister in die Endrunde um den Titel ein. Die 34-jährige Karsch geht derweil erst in die Saisonvorbereitung. „Ich bin wieder bereit, mich richtig zu quälen.“

„Mein Olympia-Silber wird durch den Ring verewigt.“

Monika Karsch

Gmünds Trainer Sebastian Rosner hätte „Moni“ gerne dabei gehabt beim Vorrunden-Ausklang. „Aber ich war seit dem Weltcup-Finale im Oktober in der Pause. Ich habe zwar kalt im Dezember in der Bundesliga geschossen, das volle Training fahre ich aber erst jetzt hoch“, erklärt Karsch. Sie hätte es auch als unfair empfunden, ihren Kelheimer Teamkollegen vor die Nase gesetzt zu werden. „Sie sind gerade in Richtung Luftdruck-EM voll im Saft. Ich werde diese Europameisterschaft auslassen.“

Ihr Ring in Neubaugebiet

Bewusst hat sich die Regensburgerin in den letzten drei Monaten des Vorjahres eine Auszeit genommen. „Ich wollte mal Abstand gewinnen. Jetzt bin ich wieder hoch motiviert und arbeite über Kraft- und Athletiktraining am körperlichen Aufbau.“ Als sie mit unserem Medienhaus spricht, kommt die Regensburgerin gerade aus einer Fitnesseinheit. „Ich hab’ Muskelkater.“

Die Saisonschwerpunkte fallen für die Olympia-Zweite mit der Sportpistole in den Mai. „Da stehen die Weltcups in München und Baku an, zudem wartet die Europameisterschaft mit dem Kleinkaliber. Das ist heuer mein Höhepunkt.“ Ab März wird Karsch wieder Trainingslehrgänge mit der Nationalmannschaft besuchen.

Carina Wimmer erzielte mit 382 Ringen einen persönlichen Bundesliga-Rekord.
Carina Wimmer erzielte mit 382 Ringen einen persönlichen Bundesliga-Rekord. Foto: mar

Eine „umwerfende“ Nachricht erhielt die 34-Jährige aus ihrem Heimatort Rott am Lech. „Dort entsteht ein Neubaugebiet und eine Straße wird nach mir benannt: Monika-Karsch-Ring. Ich dachte, ich fall’ um, als mich die Gemeinde anrief und fragte, ob ich einverstanden sei.“ Dadurch würde ihr Erfolg in Rio „verewigt“. „Diese Wertschätzung finde ich ganz toll.“

Ohne ihr Aushängeschild ließ sich Kelheim-Gmünd in den letzten beiden Vorrunden-Durchgängen in Fürth nicht mehr von Rang eins der Bundesliga Süd verdrängen. Gegen Schlusslicht SG Thumsenreuth war es für die Kelheimer mit 5:0 ein Schaulaufen. „Unsere Schützen waren hoch motiviert“, freute sich Teamchef Florian Markl. Ein hervorragendes Ergebnis erzielte Philipp Grimm an Position eins mit 384 Ringen. Daran zerbrach auch „der einzige wirklich bundesligataugliche Akteur“ – so Markl – des Tabellenletzten, Simon Weiß (375).

Luftpistolen-Bundesliga

  • Gruppe Süd:

    SV Kelheim-Gmünd – SG 1898 Thumsenreuth 5:0; Gmünd: Philipp Grimm (384:375 Ringe), Manuel Heilgemeier (373: 362), Christoph Schultheiß (380:363), Tobias Piechaczek (374:370), Carina Wimmer (382: 350). SSG Dynamit Fürth – Kelheim-Gmünd 1:4; Grimm (376:380), Heilgemeier (381:374), Schultheiß (377:374), Piechaczek (368:366), Wimmer (376: 361).

  • Endstand:

    1 SV Kelheim-Gmünd 42:13 Einzelduelle, 18:4 Punkte; 2. SV Waldkirch 35:20, 18:4; 3. SGi Ludwigsburg 38:17, 16:6; 4. Sgi Waldenburg 35:20, 16:6 … (insgesamt 12 Teams).

  • Gruppe Nord:

    1. SV 1935 Kriftel 43:12, 20:2; 2. Braunschweiger SG 44:11, 18:4; 3. SB Broistedt 41:14, 18:4; 4. PSV Olympia Berlin 36:19, 18:4 … (insgesamt 12 Teams).

  • Finalrunde:

    4/5. Februar in Paderborn, jeweils die vier Ersten aus Gruppe Süd und Nord; Kelheim-Gmünd startet gegen Olympia Berlin (Viertelfinale).

Ebenfalls in guter Verfassung zeigte sich Christoph Schultheiß mit 380 Ringen. Ihren persönlichen Bundesliga-Rekord schoss Carina Wimmer mit 382 Punkten. „Ihre Leistung verdient besondere Anerkennung, schließlich kam sie erst heuer aus der Bayernliga“, merkt ihr Teamchef an. Auch Manuel Heilgemeier (373) und Tobias Piechaczek (374) waren ihren Gegnern trotz durchschnittlicher Ergebnisse voraus.

Vorjahres-Aus im Hinterkopf

Am zweiten Wettkampftag gegen Gastgeber SSG Dynamit Fürth hatte der Meister von 2015 zu Beginn etwas Mühe. „Aber ich habe an unserem Sieg nie gezweifelt. Am Ende musste nur Philipp Grimm sein Duell abgeben“, so Markl. Heilgemeier (381) bestätigte seine gute Form, Schultheiß (377) brachte sein Match auch solide nach Hause. Piechaczek (368) hat Luft nach oben, gewann aber ebenfalls. Wimmer zeigte ein weiteres Mal ihr Kämpferherz und siegte mit 376:361 Ringen.

Als Südmeister trifft Kelheim-Gmünd zum Auftakt der Endrunde am 4. Februar in Paderborn auf den Vierten aus der Gruppe Nord, den PSV Olympia Berlin. „Das sollte ein Vorteil sein, aber wir haben schon ganz andere Dinge erlebt“, erinnert sich Markl ans Vorjahr, als die Niederbayern zum Auftakt scheiterten.

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