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Mountainbike

Nachwuchs-Biker tüfteln an ihrer Technik

Fünf Vereine aus dem Landkreis bündeln ihre Kompetenzen, um die Begeisterung der Jugendlichen für den Sport zu steigern.
Von Alexander Roloff

Junge Mountainbiker aus fünf Vereinen schärften im gemeinsamen Training ihr Fahrgefühl. Foto: Ludwig Döhl
Junge Mountainbiker aus fünf Vereinen schärften im gemeinsamen Training ihr Fahrgefühl. Foto: Ludwig Döhl

Kelheim.Das Strampeln mit dem Mountainbike scheint zum großen Teil eine Frage von Kraft und Kondition zu sein. Bergauf wie auch bergab sind aber auch fahrtechnische Künste erforderlich, um die entsprechenden Teilabschnitte zügig (und auch unfallfrei) zu bewältigen.

Mit den Mountainbike-Gruppen von RSC Kelheim, run & bike Kelheim, TSV Langquaid, SG Painten und FSV Sandharlanden haben sich fünf Vereine aus dem Landkreis zu einer gemeinsamen Trainingseinheit zusammengefunden, um voneinander zu lernen und besonders die Qualitäten der Jugendlichen in Sachen Fahrtechnik zu steigern.

„Mountainbiken liegt voll im Trend.“

Ludwig Döhl

„Mountainbiken liegt voll im Trend. Immer mehr Jugendliche entdecken den Spaß am Mountainbiken für sich. Das spüren auch die Sportvereine aus der Umgebung“, erläutert Ludwig Döhl, der zu seiner Zeit als Profi in der Abfahrtsdisziplin Enduro in den internationalen Startefeldern mitmischte. Im Frühjahr initiierte der 29-Jährige das wöchentlich gemeinsame Mountainbike-Nachwuchs-Training von RSC Kelheim und run & bike Kelheim. Im Herbst wurde das Angebot um den gemeinsamen Trainingstag mit jungen Mountainbikern aus Painten, Sandharlanden und Langquaid ergänzt.

Vereine fördern junge Talente

Auch dort werde laut Döhl das Nachwuchstraining seit Jahren gut besucht. „Um den Horizont der bikenden Jugendlichen zu erweitern und die Hürde für erste Wettkämpfe zu senken“, erklärt Döhl das Ziel der Kooperation der fünf Vereine. Es soll nicht bei einem einmaligen Event bleiben. Die Fortsetzung ist spätestens im Frühjahr geplant. Bis dahin bestehe Hoffnung auf den ein oder anderen Wintertermin. „Wir möchten unseren Kids auch im Winter gutes Training trotz schlechter Verhältnisse anbieten.“

Teamwork in Kelheim

  • Kooperation:

    Seit April trainieren zwischen 15 und 25 jugendliche Mountainbiker von RSC und run & bike Kelheim jeden Montag bei gemeinsamen Ausfahrten in zwei unterschiedlich schnellen Gruppen.

  • Inhalt:

    Die jüngsten Teilnehmer balancieren, springen über Äste oder lernen die Kurventechnik. Die älteren Biker (12 bis 16 Jahre) trainieren Fahrtechnik und Kondition bei Touren durch die Wälder.

Weil aber unter der Woche am späten Nachmittag trainiert wird, müsse ein geeigneter Ort gefunden werden. „Eine trockene Halle mit Licht würde unsere Ansprüche schon erfüllen“, meint Döhl. Den ersten Trainingstag nahmen 28 Jugendliche beim Vereinsheim des RSC Kelheim in Angriff.

Aus den fünf beteiligten Vereinen waren die jeweils leistungsstärksten Nachwuchsbiker dabei. Nach einer kurzen Runde über die schmalen Singletrails im Wald trainierten die Jugendlichen in vier homogenen Gruppen an verschiedenen Stationen. Manfred Blümel, Verantwortlicher vom Biketeam des FSV Sandharlanden, stellte fest: „Konditionell sind unsere fünf Teilnehmer gut dabei, aber die Technik kommt bei uns zu kurz.“

Zur Förderung der Mountainbike-Nachwuchsarbeit beim TSV Langquaid, RSC Kelheim, run & bike Kelheim FSV Sandharlanden und der SG Painten brachten die Trainer aus fünf beteiligten Vereinen ihre Erfahrungen ein. Foto: Döhl
Zur Förderung der Mountainbike-Nachwuchsarbeit beim TSV Langquaid, RSC Kelheim, run & bike Kelheim FSV Sandharlanden und der SG Painten brachten die Trainer aus fünf beteiligten Vereinen ihre Erfahrungen ein. Foto: Döhl

Neben den fünf jungen Mountainbikern aus Sandharlanden profitierte auch der Chef des Biketeams vom Trainingstag: „Ich habe mich von den Technikübungen der anderen Trainer inspirieren lassen“, so Blümel. Bei den Stationsübungen stand die Fahrtechnik im Vordergrund. Es wurde über aufeinander gestapelte Paletten gefahren, über eine Sprungschanze gehüpft oder mit einer Hand durch Slalomstangen gezirkelt.

Die Idee vom Stützpunkttraining

Zum Abschluss gab es noch ein kleines Staffelrennen, bei dem die vier Gruppen gegeneinander angetreten sind. Es ging nicht nur um die schnellste Zeit, es waren auch einige Hindernisse auf der Strecke zu bewältigen. „Die Kinder waren durch die Bank begeistert. Sie werden gefordert, aber nicht überfordert“, schildert Jürgen Lehmann die Eindrücke seiner Schützlinge. Wie die übrigen Verantwortlichen, hofft auch der Leiter Radsport von der SG Painten, dass sich aus der erstmaligen Aktion „eine Art Stützpunkttraining“ entwickelt.

Einhändige Kurvenfahrten waren Bestandteile des Technik-Parcours. Foto: Döhl
Einhändige Kurvenfahrten waren Bestandteile des Technik-Parcours. Foto: Döhl

Zwei bis vier Einheiten im Jahr wären durchaus denkbar. „Wir möchten gemeinsam den Radsport und die Jugendlichen im Landkreis fördern. Der Spaß soll dabei natürlich im Vordergrund stehen“, erklärt Lehmann. „Mit solchen Aktionen gibt man Impulse an andere Vereine. Es geht darum, sich zu vernetzen und miteinander die Kinder und Jugendlichen für den Sport zu begeistern.“

Rennen leben vom Einsatz der Jugendlichen

Lehmann organisiert das Jugendtraining der SG sowie den Rygol-Cup in Painten. Er hat die Starterlisten des Jura-Cups, der Rennserie gehört der Rygol-Cup und das Stoabruchrace in Sandharlanden an, ausgewertet: „Knapp 70 Prozent unserer Starter sind unter 17 Jahre alt“, stellt er großen Zuspruch bei den Nachwuchsfahrern fest.

„Mit solchen Aktionen gibt man Impulse an andere Vereine. Es geht darum, sich zu vernetzen und miteinander die Kinder und Jugendlichen für den Sport zu begeistern.“

Jürgen Lehmann

Manfred Blümel, Organisator vom Stoabruchrace Sandharlanden, bestätigt die aus Sicht der Biker erfreuliche Entwicklung: „Bei uns sind die Altersklassen U15 und U13 am stärksten besetzt.“ Ludwig Döhl weiß, dass bezüglich der Rennaktivität noch einiges an Potenzial im Landkreis schlummert. „Nicht jeder, der an den wöchentlichen Trainings im Landkreis teilnimmt, traut sich, eine Startnummer an den Lenker zu montieren.“ Durch weitere gemeinsame Technikeinheiten soll die Hürde zur Teilnahme an Rennen gesenkt, aber auch der Spaß am Mountainbiken gefördert werden.

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