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Speedway

Neuer Start für staubige Drifts

Fahrer legen bei der Grand-Prix-Quali in Abensberg auf der Gegengerade los. Martin Smolinski setzt auf den „Erfolgs-Motor“.
Von Alexander Reichmann

Mit Verlegung des Starts, hier noch vor der Haupttribüne, auf die Gegengerade, bekommt die Speedway-Rennen in Abensberg einen neuen Charakter. Foto: Reichmann
Mit Verlegung des Starts, hier noch vor der Haupttribüne, auf die Gegengerade, bekommt die Speedway-Rennen in Abensberg einen neuen Charakter. Foto: Reichmann

Abensberg.Am Pfingstmontag steigt in Abensberg das vierte Rennen der Qualifikation zum Speedway- Grand Prix 2020. Damit veranstaltet der MSC Abensberg wie jedes Jahr ein international hochklassiges Sandbahnrennen. Für 16 Fahrer geht es dabei um den Einzug ins Qualifikationsfinale im kroatischen Gorican am 24. August. Nur vier Speedwaypiloten schaffen den Sprung ins Finale. Martin Smolinski, Deutschland Aushängeschild in Sachen Speedway und Vereinsmitglied beim MSC Abensberg will das natürlich schaffen.

„Der vierte Platz wird möglicherweise nicht reichen, da in Abensberg auch ein kroatischer Fahrer mit am Start ist“, weiß Martin Smolinski. „Der ist gesetzt für das Finale in Gorican. Sollte er also nicht unter die ersten Vier kommen, ist er trotzdem weiter und es kommen nur die drei besten zusätzlich ins Finale.“

„Der Name Abensberg ist im Bahnsport schon etwas Besonderes. Ich fühle mich geehrt, dass ich hier wieder dabei sein darf.“

Martin Smolinski

Wer aus Kroatien nach Abensberg kommt, steht noch nicht fest. Die Gegner für Smolinski und den zweiten Deutschen, Tobias Busch, stehen fest: Aus 14 Ländern kommen die Motorsportler, nur Dänemark schickt wie Deutschland zwei Fahrer, alle anderen Teilnehmer sind Einzelkämpfer. Kenneth Bjerre (35) aus Dänemark hat bereits reichlich Grand-Prix-Erfahrung. Sein Landsmann Mikkel Bech Jensen ist zehn Jahre jünger und ehemaliger U21-Team-Weltmeister. Der Pole Pawel Przedpelski ist ebenfalls Jahrgang 1994 und gilt als aufstrebender Fahrer im Speedwayland Polen.

Konkurrenz aus eigenem Lager

Przedpelski hat bereits mehrfach als Wildcard-Fahrer am Grand Prix teilgenommen. Aus Schweden kommt Linus Sundström (28), ein international sehr erfahrener Fahrer. Auch den Tschechen Vaclav Milik muss man auf der Rechnung haben. Der 26-Jährige ist Teamkollege von Martin Smolinski beim AC Landshut, dem deutschen Meister.

Martin Smolinski am neuen Start in Abensberg. Neben dem Start befindet sich der Schiedsrichterturm.  Foto: Reichmann
Martin Smolinski am neuen Start in Abensberg. Neben dem Start befindet sich der Schiedsrichterturm. Foto: Reichmann

Zudem sind Matic Ivacic (Slowenien), Roland Kovacs (Ungarn), Charles Wright (Großbritannien), Paco Castagna (Italien), Jurica Pavlic (Kroatien), Ricards Ansivielusis (Lettland), Aleksandr Loktaev (Ukraine) und Timo Lahti (Finnland) gemeldet. Die beiden Reservefahrer werden vom Team Deutschland gestellt. Valentin Grobauer und Danny Maaßen werden diese Posten besetzen. Smolinski, der amtierender deutscher Einzelmeister, Mannschaftsmeister und Langbahnweltmeister ist, freut sich wie jedes Jahr auf seinen Auftritt in Abensberg. „Der Name Abensberg ist im Bahnsport schon etwas Besonderes. Ich fühle mich geehrt, dass ich hier wieder dabei sein darf.“

„Ich fahre konstant gute Leistungen, bin aber noch nicht ganz zufrieden.“

Martin Smolinski

Der Start wird in Abensberg heuer erstmals auf der anderen Geraden ausgetragen. Smolinski ist davon überzeugt, dass diese Umstellung Auswirkungen haben wird. „Die zweite Kurve, die dann ja erste Kurve sein wird, hat eine andere Symmetrie als die bisherige Startkurve.“ Er selbst steht gleich im allerersten Lauf auf der Bahn: „Wir sind dann die Testfahrer“.

Der amtierende deutsche Einzelmeister Martin Smolinski (vorne) möchte auch bei der Grand-Prix-Quali in Abensberg das Tempo vorgeben. Foto: Reichmann
Der amtierende deutsche Einzelmeister Martin Smolinski (vorne) möchte auch bei der Grand-Prix-Quali in Abensberg das Tempo vorgeben. Foto: Reichmann

Der Bahnumbau ist für den Deutschen ein weiterer Grund, schon am Pfingstsonntag anzureisen und die Trainingsmöglichkeit zu nutzen. Das Fahrerfeld sei interessant und es könnten auch noch ein paar hochklassige Konkurrenten dazukommen. Dennoch ist der Olchinger von sich überzeugt: „Ich fahre konstant gute Leistungen, bin aber noch nicht ganz zufrieden.“ Materialtechnisch sei noch einiges zu verbessern.

Technik gibt Rückendeckung

Helfen soll dabei der Motor, den er Ende April in Neustadt gefahren sei. „Da fuhr ich in einer eigenen Liga.“ Der Motor wartet seitdem sauber verstaut auf seinen Einsatz in Abensberg. Das Material spiele in seinem Sport besonders an der Spitze immer mehr eine Rolle. „Der Fahrer macht meiner Meinung 60 Prozent aus, der Rest kommt vom Material.“

„Wir sind alle stolz auf unsere Bahn und unsere Veranstaltung.“

Dominic Pecher

Auch die Verantwortlichen des MSC Abensberg um den ersten Vorsitzenden Dominic Pecher und Rennleiter Sascha Dörner freuen sich auf den Pfingstmontag. „Unser Bahnumbau mit neuer Startanlage und neuem Schiedsrichterturm ist von der internationalen Motorradsportbehörde abgenommen worden, alles hat bestens geklappt“, so Pecher. Die Ehrenamtlichen des MSC würden tolle Arbeit leisten und jeder erwarte den Renntag mit Spannung. „Wir sind alle stolz auf unsere Bahn und unsere Veranstaltung“, so Pecher. Und die neue Gestaltung der Bahn und des Stadions ist noch nicht abgeschlossen. Auf der jetzt neuen Hauptgeraden bei Start und Ziel und am Standort der alten Hofbräu-Tribüne und Nebentribüne sollen neue Sitzplatztribünen entstehen.

Das Rennprogramm an Pfingsten

  • Sonntag:

    Um 14 Uhr beginnt das Training zur Grand Prix Qualifikation. Anschließend findet das Damen-Flat-Track-Training statt.

  • Montag:

    Um 14 Uhr startet der vierte Qualifikationslauf zum Speedway-Grand Prix 2020 und die Damen Flat-Track-Show.

  • Ausblick:

    Am 14. Juli findet in Abensberg die deutsche Speedway Einzelmeisterschaft statt. Hier treten die 16 besten deutschen Fahrer an, um den deutschen Meister auszufahren.

  • Champion:

    Titelverteidiger beid er nationalen Einzelmeisterschaft ist Martin Smolinski, der sich im vergangenen Jahr in Güstrow die Meisterschaft bereits zum sechsten Mal sicherte.

„Wir hoffen, dass wir bis zur Deutschen Meisterschaft am 14. Juli auf jeder Seite 150 Sitzplatzschalen installiert haben. Bis Pfingstmontag klappte die Lieferung leider nicht mehr“, so Dominic Pecher. Ein Teil der Sitzplätze soll nach der Deutschen Meisterschaft auch noch mobil überdacht werden.

Martin Smolinski nimmt sich immer Zeit für seine Fans. Foto: Reichmann
Martin Smolinski nimmt sich immer Zeit für seine Fans. Foto: Reichmann

Für den neuen Start wurden zwei Container angeschafft, der untere beherbergt die Elektrik der Startanlage und im oberen residieren künftig Schiedsrichter und Zeitnehmer. Um den Schiedsrichter freie Sicht auf Start und Ziel zu gewährleisten, wurde die Barriere dort durchsichtig gemacht. Der neue Start musste zudem komplett neu verkabelt werden und auf die Bahn wurden rund 40 Tonnen neues Material eingebracht.

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