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Benefizturnier

Oldies landen Volltreffer für Miriam

Die Fußball-Familie kickt für die Genesung eines jungen Mädchens. Der Alt-Herren-Bandenzauber spielt knapp 6000 Euro ein.
Von Alexander Roloff

Die Ü32-Akteure legten sich mit Feuereifer für den guten Zweck ins Zeug. Fotos: Roloff
Die Ü32-Akteure legten sich mit Feuereifer für den guten Zweck ins Zeug. Fotos: Roloff

Kelheim.Die Fußball-Altmeister ließen beim U32-Hallenturnier des ATSV Kelheim ihr Können für die am Rett-Syndrom erkrankte Miriam Fackler aufblitzen. Das bald dreijährige Mädel hat aufgrund eines seltenen Gendefekts alles Erlernte verloren und ist auf dem Entwicklungsstand eines viermonatigen Babys. Vor gut besetzter Tribüne kam beim von Jürgen Pillmeier organisierten Benefiz-Event die vorläufige Summe von 5841,50 Euro zusammen. Angesichts des guten Zwecks tritt der Turniersieg des SV Ihrlerstein, der Gastgeber ATSV Kelheim im Neunmeterschießen bezwang, in den Hintergrund.

Bereits nach der zweiten Partie des Abends überreichte Barbara Beer im Namen der Sozialstiftung des Bayerischen Fußballverbandes einen Scheck in Höhe von 4000 Euro. Jürgen Pillmeier vermeldete im Turnierverlauf weitere Spendeneinnahmen (siehe Info). Vater Christian Fackler, der mit Miriam das Turnier aufmerksam verfolgte, war gerührt: „Ich bin ziemlich baff und kann mich für diese überraschende Unterstützung seitens der Fußballer nur bedanken.“

Schnelle Hilfe weckt Hoffnung

Die gesammelten Spendengelder kommen der Forschung zu gute. „Es gibt Hoffnung, dass diese seltene Krankheit in zwei, drei Jahren geheilt werden kann.“ Auch der ehemalige Profi des SSV-Jahn Regensburg Tobias Schlauderer war von der Hilfsaktion für Miriam angetan: „Ich bin beeindruckt, wie schnell die Alten Herren vom ATSV diese Sache unterstütz haben. Es es ist schön, dass die Fußballfamilie zu so einem Zweck zusammen kommt. Es gibt eben auch wichtigere Sachen als den Fußball.“ Dass die Konkurrenz auch sportlich einen beachtlichen Stellenwert hatte, zeigt ein Blick auf die ersten Torschützen. Florian Schinn, langjähriger ATSV-Kicker, erzielte für SC Wolfsbuch/Zell die ersten beiden Turniertreffer.

Tobias Schlauderer (ATSV Kelheim, am Ball) und Benedikt Sedlmaier (SV Ihrlerstein, links) erzielten die Treffer zum 1:1 der Nachbarrivalen in der Vorrunde. Auch das Finale der beiden Favoriten endete mit 1:1, ehe sich Ihrlerstein im Neunmeterschießen durchsetzte. Foto: Roloff
Tobias Schlauderer (ATSV Kelheim, am Ball) und Benedikt Sedlmaier (SV Ihrlerstein, links) erzielten die Treffer zum 1:1 der Nachbarrivalen in der Vorrunde. Auch das Finale der beiden Favoriten endete mit 1:1, ehe sich Ihrlerstein im Neunmeterschießen durchsetzte. Foto: Roloff

Im ersten Spiel der Gruppe B kam es zwischen dem SV Ihrlerstein und ATSV Kelheim zum Treffen der beiden großen Turnierfavoriten. Tobias Schlauderer markierte das 1:0 für die Gastgeber. Benedikt Sedlmaier traf kurz vor Schluss zum 1:1. „Diese Paarung werden wir im Finale wieder sehen“, kündigte Pillmeier vom Orga-Team an – und sollte mit seiner Vorhersage recht behalten.

„Die Geste ist großartig“

Ihrlerstein traf im Halbfinale als Gruppensieger der Staffel B auf den zweitplatzierten TV Riedenburg aus Pool A. In einer attraktiven Auseinandersetzung legte Ralf Schinn das 1:0 für die Brandler vor. Simon Helmich glich aus, ehe Benjamin Lang 30 Sekunden vor Schluss den Brandler Finaleinzug sicherte. Der ATSV hatte sich zuvor mit 4:2 gegen Wolfsbuch/Zell durchgesetzt. „Wir sind mit einer schlagkräftigen Truppe als Gruppensieger ins Halbfinale vorgestoßen. Hier darf man dann durchaus gegen den ATSV ausscheiden“, so Florian Schinn. Ohnehin sei der Stellenwert des Turniers im Sinne des guten Zwecks weitaus höher zu bewerten als die Ergebnisse. „Die Geste der Aktion ist einfach großartig.“

Der erstplatzierte SV Ihrlerstein (in rot) und der zweitpaltzierte ATSV Kelheim freuten sich einträchtig mit Organisator Jürgen Pillmeier (links) über den Erfolg des Benefizturniers. Foto: Roloff
Der erstplatzierte SV Ihrlerstein (in rot) und der zweitpaltzierte ATSV Kelheim freuten sich einträchtig mit Organisator Jürgen Pillmeier (links) über den Erfolg des Benefizturniers. Foto: Roloff

Zum Abschluss entfachte ein spannendes Endspiel. Ihrlersteins 1:0 von Xaver Gebhardt glich Schlauderer 24 Sekunden vor der Schlusssirene aus. Auch im Neunmeterschießen schenkten sich beide Teams nichts. Nach fünf Schützen entschied das Duell der Torhüter. Kelheims Martin Jobst verzog, Ihrlersteins Sepp Waldhier behielt hingegen die Nerven.

Fussball-Familie schenkt Hoffnung

  • Die vorläufigen Spenden

    in Höhe von 5841,50 Euro setzen sich aus 4000 Euro BFV-Stiftung, 250 Euro SG Saal/Teugn, 100 Euro Schiedsrichtergruppe Kelheim/Mallersdorf, 20 Euro Schiedsrichter Johann Schneeberger, 140 Euro SC Thaldorf, 435 Euro ATSV-AH-Mannschaft, 675 Euro Eintrittsgelder AH-Turnier, 221,50 Euro Spendenbox (zum 05. Januar) zusammen.

  • Die Spendenbox

    steht bis Ende des Kelheimer Hallenturniers aus. Unter den Zuschauern des AH-Turniers war auch Alessia. Für die Sechsjährige aus Hemau wurden im Vorjahr mit Hilfe der Alt-Herren-Kicker vom FC Bayern München ebenfalls gut 6000 Euro eingespielt. Das Geld wurde in eine Delfintherapie investiert. „Alessia geht es dadurch deutlich besser“, sagt Mama Anna Kollmer-Böhm.

„Wir haben uns gesteigert und ein super Halbfinale gespielt. Das durchaus hitzige Endspiel haben wir nicht unverdient gewonnen“, so Ralf Schinn. Entscheidend für diesen Abend sollte aber die Spendenaktion für Miriam Fackler sein. „Alt-Herren-Spiele sind für diese Sachen wie gemacht“, so Schinn.

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