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Triathlon

run & bike Kelheim streckt sich gewaltig

Aufsteiger run & bike Kelheim behauptet sich in der Regionalliga. Mischung aus Jugend und Routine gibt die nötigen Impulse.
Von Alexander Roloff

Johannes Müller (2.v.l) und Thomas Schien (3.v.l.) machen Tempo auf der Trebgaster Laufstrecke. Foto: Uschi Schien
Johannes Müller (2.v.l) und Thomas Schien (3.v.l.) machen Tempo auf der Trebgaster Laufstrecke. Foto: Uschi Schien

Kelheim.Triathleten genießen den Ruf als Einzelkämpfer. Die eisernen Burschen von run & bike Kelheim beweisen in den letzten Jahren aber immer wieder ihre Qualitäten im Mannschafts-Modus. Nach zwei Aufstiegen in Folge etablierte sich run & bike in der aktuellen Saison in der Triathlon-Regionalliga.

Am heutigen Samstag findet der finale Wettkampf in Beilngries statt. „Vor dem Saisonfinale befindet sich unser Team auf dem achten Platz“, beschreibt Ferdinand Reichmann, Vorstands- und Teammitglied von run & bike Kelheim, die Ausgangsposition seiner Truppe.

„Unser Ziel ist es, noch ein oder zwei Plätze gutzumachen.“

Ferdinand Reichmann

Der sechste Platz ist nur zwei Punkte entfernt. Unser Ziel ist es, noch ein oder zwei Plätze gutzumachen und die Premierensaison in der Regionalliga mit einem soliden Platz im Mittelfeld abzuschließen.“ Trotz des von run & bike veranstalteten Kelheimer Volksfestlaufs, der am heutigen Samstag beinahe zeitgleich ab 13 Uhr über die Bühne geht, tritt das Team laut Reichmann „in einer guten Besetzung in Beilngries“ an. Dass die Truppe einem sorglosen Saisonfinale entgegensteuert, war zu Saisonbeginn keineswegs klar. Immerhin konnte mit dem 15-jährigen Johannes Müller nur ein Neuzugang verbucht werden.

Beim Regionalliga-Triathlon in Trebgast stürmte das Team von run & bike Kelheim auf Platz drei. Foto: Uschi Schien
Beim Regionalliga-Triathlon in Trebgast stürmte das Team von run & bike Kelheim auf Platz drei. Foto: Uschi Schien

Mit dem 17-jährigen Leo Kreuzer zählte ein weiterer Youngster zu den Stammkräften. Daher wurde das vom bayerischen Triathlonverband unterbreitete Angebot, als Nachrücker in die Regionalliga aufzusteigen, gut überlegt. Bei einer von Teamkapitän Reichmann einberufenen Sitzung wurde eine gemeinsame Entscheidung gefällt. „Nach einer kurzen Abstimmung, wer an welchen Wettkämpfen teilnehmen kann sowie nach einer Abschätzung unseres Potenzials inklusive unseres neuen Teammitglieds Johannes Müller, wurde beschlossen, das Angebot anzunehmen“, beschreibt Reichmann den Weg zur Entscheidungsfindung.

Run & bike Kelheim setzt auf die Jugend

Am Ende Stand fest: „Wir wollten uns in der Saison 2019 mit den besten Teams Bayerns messen.“ Ein großes Problem war den Team-Triathleten aber bewusst: „Mit Johannes Müller verzeichneten wir nur einen Neuzugang. Bei jedem Regionalligarennen werden aber fünf Starter benötigt, während in der Bayernliga vier Athleten benötigt wurden. Uns war also von Beginn an klar, dass unsere Ziele nur erreicht werden, wenn alles passt und sich niemand verletzt.“

Maximilian Bochenek (l.) war auch in der Team-Saison 2019 eine zuverlässige Größe im Team von run & bike Kelheim. Foto: Uschi Schien
Maximilian Bochenek (l.) war auch in der Team-Saison 2019 eine zuverlässige Größe im Team von run & bike Kelheim. Foto: Uschi Schien

Zum Start in die erste Regionalligasaison wurde der Klassenerhalt als Ziel ausgerufen: Es galt, unter 15 Mannschaften mindestens den 13. Platz zu erreichen. „Es sollte erstmal eine Einordnung unserer Leistungsfähigkeit innerhalb der für uns neuen Liga stattfinden“, erklärt Reichmann. „Gleichzeitig wollen wir den Klassenerhalt sichern, um insbesondere unseren Nachwuchsathleten Leo Kreuzer und Johannes Müller entsprechende Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.“

Nach dem ersten Wettkampf in Weiden, bei dem die Athleten von run & bike den zehnten Platz ergatterten, „waren wir guter Dinge, dass wir das Saisonziel auch entsprechend erreichen können“.

Ferdinand Reichmann, Kapitän des Triathlon-Teams von run & bike Kelheim, konzentrierte sich in dieser Saison auf die Challenge Roth 2019. Der 37-Jährige stellt mit 9:19 Stunden eine neue persönliche Bestzeit auf. Foto: Thomas Schien
Ferdinand Reichmann, Kapitän des Triathlon-Teams von run & bike Kelheim, konzentrierte sich in dieser Saison auf die Challenge Roth 2019. Der 37-Jährige stellt mit 9:19 Stunden eine neue persönliche Bestzeit auf. Foto: Thomas Schien

Die Mannschaft habe erstmals ein Gespür dafür bekommen, wie die Leistungsfähigkeit der eigenen Athleten im Vergleich zu den anderen Teams einzuschätzen war. Die Wettkampfplanungen im Vorfeld des Rennens in Lauingen hielten eine erste Überraschung für die Kelheimer Truppe parat: Run & bike hatte Starts von Leo Kreuzer und Johannes Müller fix eingeplant. Allerdings waren die Distanzen laut Reichmann „dann ein paar hundert Meter zu lang“.

Triathlon

Ironman Ferdi Reichmann haut nichts um

Die Vorbereitung stand nach Krankheitsphasen auf der Kippe, aber Triathlet Reichmann liefert in Roth ein optimales Rennen ab.

Diese Tatsache erforderte den Einsatz von über 18-jährigen Athleten. Es musste schnell Ersatz gefunden werden. Teamkapitän Reichmann – der Routinier spielte aufgrund seiner Vorbereitung auf den Ironman in Roth keine Rolle in der Planung der Team-Wettkämpfe – und Jens Heidenreich sprangen ein.

Aus der Backstube an die Rennstrecke

„Jens reiste direkt nach seiner Schicht in der Backstube nach Lauingen an, so dass wir zu fünft antreten konnten und keine Zeitstrafe kassieren mussten“, erinnert Reichmann an die ungewöhnliche Aufwärmphase des Kollegen Heidenreich. „In der Endabrechnung des Tages zeigten wir uns in Anbetracht der ganzen Umstände mit einem elften Platz sehr zufrieden.“

Leo Kreuzer holte bei den bayerischen Sprint-Meisterschaften der Herren-Elite den zweiten Platz. Den Loorberkranz des Siegers verpasste er im Zielsprint um den Bruchteil einer Sekunde. Foto: Uschi Schien
Leo Kreuzer holte bei den bayerischen Sprint-Meisterschaften der Herren-Elite den zweiten Platz. Den Loorberkranz des Siegers verpasste er im Zielsprint um den Bruchteil einer Sekunde. Foto: Uschi Schien

Als dritter Wettkampf stand die Sprintdistanz in Trebgast inklusive der Austragung der bayerischen Meisterschaft der Elite auf dem Plan. Aufgrund der bayerischen Titelkämpfe hatte Leo Kreuzer im Vorfeld ein besonderes Augenmerk auf diesen Wettkampf gelegt. „Auch Thomas Schien, Maximilian Bochenek, Johannes Müller und Martin Huber, die den Rest des Teams bildeten und unseren Verein damit in Topbesetzung repräsentierten, waren an diesem heißen Wettkampftag topmotiviert“, berichtet Reichmann.

Für Kreuzer sprang der bayerische Vizemeistertitel heraus. Den Fight um den obersten Podestplatz hatte Kreuzer erst im Schlusssprint verloren. „Durch die weiteren guten Platzierungen konnten wir in Trebgast die erste Podiumsplatzierung mit einem dritten Platz einfahren“, so Reichmann.

Run & bike Kelheim sprintet aufs Podium

„Dieser Erfolg wurde natürlich auch entsprechend gefeiert.“ Den vierten Wettkampf – die Kurzdistanz in Schongau – beendeten Schien, Bochenek, Benno Beckstein, Heidenreich und Matthias Böhm auf Rang neun.

Typen

Die Sprintrakete und der Eisenharte

Triathlet ist nicht gleich Triathlet: Leo Kreuzer zündet auf kurzer Strecke – Ferdinand Reichmann kurbelt für Challenge Roth.

In Beilngries möchte Aufsteiger run & bike Kelheim noch eine Schippe hinzupacken, um sich in der Abschlusstabelle zu verbessern.

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Fulminantes Finale

  • Triathlon Beilngries:

    Run & bike Kelheim (rechts) strebt die Bestätigung von Platz drei in Trebgast an. Es wird ein Mannschaftssprint mit Windschattenfreigabe (allgemein und nicht nur innerhalb des Teams) ausgetragen. Gewertet wird nur die Position des vorletzten Athleten (4. Athlet bei der Regionalliga Herren).

  • Spannung:

    ESV Ingolstadt und TSG 08 Roth liegen punktgleich an der Tabellenspitze der Regionalliga. Das schnellere der beiden Teams wird sich den Gesamtsieg und den Aufstieg in die 2. Triathlon-Bundesliga sichern. Am Tabellenende kämpfen vier Teams um den Klassenerhalt. Run & bike Kelheim mit Johannes Müller (2. v.l) und Thomas Schien (3.v.l) strebt als Achter den Sprung auf Position sechs an.

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