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Silvesterlauf

Sandharlanden schielt auf Schallmauer

Am 31. Dezember ist beim FSV wieder der Zehn-Kilometer-Lauf ausgelobt. Rekord bei Bestmarke und Teilnehmern stehen im Blick.
Von Alexander Reichmann

Auf 881 Teilnehmer brachte es der Silvesterlauf vor zwei Jahren. Geht noch mehr? Die 900er-Grenze könnte heuer fallen. Fotos: Reichmann
Auf 881 Teilnehmer brachte es der Silvesterlauf vor zwei Jahren. Geht noch mehr? Die 900er-Grenze könnte heuer fallen. Fotos: Reichmann

Sandharlanden.Zur 30. Auflage des Silvesterlaufs der Konditionsgruppe des FSV Sandharlanden werden schon in den vergangenen Jahren wieder Hunderte Teilnehmer erwartet. Schließlich hat sich die Veranstaltung seit 1991 zu einem weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Event entwickelt. Die Tausender-Marke an Startern scheint nicht mehr weit.

„Tausend Starter würden die Platzmöglichkeiten langsam sprengen.“

Marc Utry

Marc Utry, der das Amt des Abteilungsleiters von Urgestein Rupert Limmer übernommen hat, macht keinen Hehl daraus, dass man gerne die Rekordmarke von 2017 knacken würde. 881 Läuferinnen und Läufer waren vor zwei Jahren dabei. 900 Startnummern gibt es auch heuer wieder. Und ein bisschen spekuliert der FSV zumindest für die Zukunft mit der Schallmauer. „Das würde zwar unsere Platzmöglichkeiten langsam sprengen, aber dann muss man halt einmal ein Zelt aufstellen. Wir würden das sicher hinkriegen“, sagt Utry.

Ehefrau treibt den Rekordmann an

Sportlich will vor allem ein Mann in Sandharlanden für Rekorde sorgen. Matthias Ewender kommt von der LG Region Landshut. Er startete bisher sechs Mal beim Silvesterlauf und konnte vier Mal gewinnen. Ein weiterer Sieg und er wäre mit fünf Triumphen alleiniger Rekordhalter. Den Streckenrekord hat er sich mit 31 Minuten und 41 Sekunden im vergangenen Jahr schon geholt. Auf die Frage, warum Ewender so gerne nach Sandharlanden kommt, meint er mit einem Lächeln, dass seine Frau immer gerne ein Wochenende im Hotel Marc Aurel in Bad Gögging verbringt. Das ist nämlich der Hauptpreis für den Sieger. Deshalb sei seine Frau auch nicht böse, wenn er Zeit investiere, um für den Silvesterlauf zu trainieren.

Lokalmatador Philipp Bertsch möchte dem neuen Strecken-Rekordhalter Matthias Ewender Beine machen.
Lokalmatador Philipp Bertsch möchte dem neuen Strecken-Rekordhalter Matthias Ewender Beine machen.

Einer der Hauptkonkurrenten von Ewender ist ein Abensberger. Philipp Bertsch sitzt eigentlich am Mountainbike, fuhr für den Nationalkader und im Junioren-Weltcup. Er ist einer von zwei Läufern, die Ewender bisher schlagen konnten. Im Rekordjahr 2017 erwischte Bertsch einen echten „Sahnetag“ und konnte Ewender 40 Sekunden abnehmen und gewinnen.

Mittlerweile ist Bertsch übrigens Teamkollege von Matthias Ewender. Im vergangenen Jahr reichte es für den Abensberger immerhin zu Rang drei, zwischen Ewender und ihn hatte sich noch Tobias Ulbrich, ein weiterer Läufer der LG Region Landshut, geschoben. Der zweite Widersacher ist Jonas Kolb aus Regensburg, der Ewender bei dessen ersten Start 2013 auf Rang zwei verwies.

Vorjahressiegerin tritt trotz Knochenhautentzündung an

Matthias Ewender hat sein Kommen zugesagt, Bertsch wird wohl auch am Start sein. Weitere Favoriten zu benennen ist schwierig. Oft entscheiden Läufer erst am Renntag, ob sie teilnehmen oder nicht, da sie sich die Wetterverhältnisse abwarten. Auch der Gesundheitszustand spielt im Winter eine Rolle. So ist auch die Siegerin der Damen über die 10 Kilometer leicht angeschlagen. Eine Knochenhautentzündung plagt Maria Kerres. Die letzten beiden Auftritte gewann sie souverän, im vergangenen Jahr auch in Rekordzeit mit 35 Minuten und 29 Sekunden. Auch sie will unbedingt kommen und ihre Titel verteidigen.

Maria Kerres (Mitte) peilt den Hattrick an.
Maria Kerres (Mitte) peilt den Hattrick an.

Rekordsiegerin bei den Damen ist mit drei ersten Plätzen übrigens Doris Spanner, die sie von 1992 bis 1994 erringen konnte. Gerade bei den Frauen ist die Entwicklung der Siegerzeiten beeindruckend. Reichten bei der ersten Auflage 46 Minuten und 7 Sekunden zum Sieg, muss man heute zehn Minuten schneller sein, um vorne ein Wörtchen mitzureden. Das zeigt natürlich auch, dass das Teilnehmerfeld auch bei den Damen viel größer geworden ist.

Der Gewinner der ersten Stunde

Ein Mann der Rekorde ist sicher auch Dr. Anton Gorbunov (70). Er war der Gewinner der ersten Stunde 1991. „Ich denke, ich habe damals sicher in der Zeitung von dem Lauf gelesen und nachdem ich überall angetreten bin, war ich auch in Sandharlanden dabei“, so Gorbunov, der 1974 Deutscher Meister im Marathon war. Der Kelheimwinzerer gewann in 34 Minuten und 32 Sekunden. „Wir waren zwar nur 20 oder 30 Läufer, aber da waren schon einige gute mit dabei“, erinnert er sich im Gespräch mit der MZ.

Anton Gorbunov (vorne in gelb) gewann 1991 das erste Rennen – und startet heuer mit 70 Jahren wieder. Foto: Archiv
Anton Gorbunov (vorne in gelb) gewann 1991 das erste Rennen – und startet heuer mit 70 Jahren wieder. Foto: Archiv

Seit diesem ersten Auftritt sei er „bestimmt 20 Mal“ am Start gewesen, den Rest der Rennen habe er am Streckenrand erlebt. „Gerade im Alter kommen immer wieder Verletzungen, da kann man nicht jedes Jahr laufen. Aber ich kenne viele Leute und viele Leute kennen mich, deshalb gehe ich da immer gerne hin.“ Einen der bald 30 Silvesterläufe hat er seines Wissens komplett verpasst. „Da war ich eingeladen zum 20. Silvesterlauf in Bozen, da ich den auch einmal gewonnen hatte.“

Dauerbrenner – auch im Helfen

Seit längerem unterstützt die FSV-Konditionsgruppe auch die Noma-Hilfe von Dr. Gorbunov. Er machte 1996 durch einen Lauf nach Rom auf die Krankheit, die bei Kindern in Entwicklungsländern auftritt und bei der Bakterien das Gewebe im Gesicht befallen, aufmerksam. „Hermann Oberhofer vom FSV Sandharlanden war dabei und so kam die Verbindung zustande.“

Das Finale zum Landkreiscup

  • Startzeiten:

    Am Ablauf hält die Konditionsgruppe seit Jahren fest. Der im letzten Jahr erstmals ausgerichtete Bambinilauf wird weiter geführt. Der Start des Silvesterlaufs ist am 31. Dezember um 9.30 Uhr mit dem Bambinilauf über 400 m. Der 10 000-Meter-Straßenlauf wird um 10 Uhr gestartet. Der Kinder- und Jugendlauf über 2000 Meter beginnt um 10.05 Uhr. Anmeldung und Startnummernausgabe ist am 30. Dezember von 18 bis 20 Uhr und am 31. Dezember von 8 bis 9 Uhr, also auch für Spätenschlossene.

  • Strecke:

    Der 10-Kilometer-Kurs führt die Läufer vom Waldstadion in Sandharlanden über Heiligenstadt nach Bad Gögging, von dort geht es nach Sittling und an der Ziegelei vorbei wieder zurück nach Sandharlanden. Der Silvesterlauf ist der fünfte Wettbewerb im Kelheimer Laufcup nach den Stationen Bad Abbach, Riedenburg, Kelheim und Mainburg. Derzeit führen Ingo Ulmer und Corinna Küffner, beide starten für run & bike Kelheim. Die sechste Auflage des Laufcups soll nicht die letzte gewesen sein.

Heuer will der 70-jährige wieder an den Start gehen. „Leider konnte ich den Lauf nur einmal gewinnen, aber ich war ja damals schon nicht mehr ganz jung“, sagt er lachend. Nun greift er in der AK 70 an und sein Ziel ist, den Altersklassensieg zu holen. Das werde aber nicht ganz einfach, denn auch da seien noch einige gute Läufer dabei, wie auch Franz Stümpfle, Seriensieger bei diversen Wettkämpfen. Anton Gorbunov lobt die Organisatoren der Konditionsgruppe: „Das ist eine Gruppe, die mit Herzblut dahinter steht.“

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