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Schwitzen in Pariser Badewanne

Abensbergs Judoka machen Gewicht – und die Putzfrauen verrückt. Am Samstag steigt der Europacup-Gipfel an der Seine.
Von Martin Rutrecht, MZ

Der Olympia-Dritte Dimitri Peters (in weiß) fehlt im Babonen-Aufgebot. Wegen einer akuten Verletzung musste er zu Hause bleiben. Foto: dpa-Archiv

Abensberg.Zwölf Stunden Fahrzeit im Bus brachte der Judo-Tross des TSV Abensberg auf der Reise zum Europacup-Schauplatz Paris am Donnerstag hinter sich. Wohl behalten kam das 55-köpfige Aufgebot aus Athleten, Betreuern sowie Fans an. Im Hotel „lbis Paris Alésia Montparnase“ bezogen die Babonen Quartier; Tür an Tür mit den starken Konkurrenten Yawara Neva St. Petersburg und Galatasary Istanbul sowie anderer Mitstreiter. „Die Zimmer sind für zwei Judoka mit vollem Gepäck etwas eng“, berichtet TSV-Coach Radu Ivan.

Eine kleine Hiobsbotschaft fuhr mit an die Seine: Der Olympia-Dritte Dimitri Peters musste zu Hause bleiben. Der 100 kg-Recke hatte sich am Dienstag im Training am Knie verletzt und muss wegen einer dicken Schwellung eine Pause einlegen. „Wir sind in der Klasse plus 90 kg trotzdem nach wie vor gut aufgestellt“, so Ivan. Schwergewichts-Koloss Andreas Tölzer, der von Köln anreiste, ist ebenso einsetzbar wie der Tscheche Lukas Krpalek oder das Eigengewächs Dominik Gerzer. Mit André Breitbarth hat man sich auch der Dienste eines Judoka des Bundesliga-Rivalen SU Witten-Annen versichert.

Nach einem gemeinsamen Besuch einer Pizzeria am Donnerstagabend stand am Freitagvormittag eine Trainingseinheit auf dem Programm. Die Sportler fanden sich dazu in der Wettkampf-Halle am Sitz des französischen Judo-Verbandes ein. „In der Vorrunde wird parallel auf fünf Matten gekämpft“, so der Trainer nach einem Lokalaugenschein. 20 Herren-Teams und 15 Frauen-Auswahlen haben die Veranstalter offenbar an ihre Grenzen gebracht. „Über kleinere Gruppen will man es schaffen, die Vorrunde in der geplanten Zeit über die Bühne zu bringen.“ So hat jedes Team in dieser Phase weniger Kämpfe. Am Nachmittag ab 14.30 Uhr läuft mit Beginn des Viertelfinales die Entscheidung an.

Einige Judoka im TSV-Aufgebot mussten am Freitag noch ordentlich schwitzen. Sie hatten für das offizielle Wiegen am Abend noch etwas Übergewicht. „Travis Stevens liegt gerade in der heißen Badewanne“, berichtet der 44-jährige Coach und Zimmergenosse des US-Amerikaners am Telefon. Stevens musste noch 500 Gramm runterschwitzen bis zur Abwaage. „Das ist kein Problem.“ Ein nettes Bonmot ergab sich durch die triefenden Athleten: Weil sie ihre nassen Sachen in den Hotel-Flur hängten, flatterten die Putzfrauen, auch durch den olfaktorischen Effekt, aufgeregt durch die Gänge: „Put it away!“ Spätestens am Samstag sind die Utensilien weg: Die Abensberger stehen in Sachen Europacup-Titelverteidigung auf der Matte.

Livestream auf www.eju.net

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