MyMz

Kreisklasse

SG Großmuß/Hausen verblüfft die Gegner

Überraschungsteam mischt die Liga auf, doch der Favorit thront oben. In der zweiten Tabellenhälfte wütet das Verletzungspech.

SG Großmuß/Hausen (rot-schwarz) heftet sich Topteam TSV Neustadt an die Fersen. Foto: Rutrecht
SG Großmuß/Hausen (rot-schwarz) heftet sich Topteam TSV Neustadt an die Fersen. Foto: Rutrecht

Kelheim.Für alle abstiegsbedrohten Teams der Fußball-Kreisklasse Kelheim gab es jüngst eine frohe Botschaft: Nur noch das Schlusslicht muss am Saisonende den direkten Gang in die A-Klasse antreten. Der Tabellenvorletzte und –drittletzte dürfen sich in den Mühlen der Relegation beweisen. Die Aufstiegsregularien bleiben unverändert. Der Meister wird in der kommenden Saison in der Kreisliga kicken. Der Vizemeister kann über die Relegation folgen.

Zur Winterpause hält der TSV Neustadt die besten Karten im Titelkampf in den Händen. Allerdings musste sich der Spitzenreiter zäh in die Saison kämpfen, leistete sich aber lediglich eine frühe Niederlage und drei Unentschieden.

Hasan Ibric (l.) glänzt für Neustadt in seiner bewährten Rolle als Torjäger.  Foto: Kreidemeier
Hasan Ibric (l.) glänzt für Neustadt in seiner bewährten Rolle als Torjäger. Foto: Kreidemeier

„Mit unserer Platzierung sind wir natürlich voll zufrieden. Wir sind nicht gut in die Saison gestartet, haben uns aber nach oben gekämpft“, so Neustadts Abteilungsleiter Daniel Neubaur. Mit Blick auf die Frühjahresrunde weiß Neubaur: „Es bleibt spannend.“

Jonas Haas vom SV Kelheimwinzer führt gemeinsam mit Hasan Ibric (TSV Neustadt) die Torjägerliste an. Beide Angreifer erzielten jeweils 18 Treffer. Foto: Rutrecht
Jonas Haas vom SV Kelheimwinzer führt gemeinsam mit Hasan Ibric (TSV Neustadt) die Torjägerliste an. Beide Angreifer erzielten jeweils 18 Treffer. Foto: Rutrecht

Für den knisternden Spannungsbogen möchte Verfolger SG Großmuß/Hausen sorgen. Das Überraschungsteam der Liga avancierte binnen weniger Monate vom Abstiegsrelegant zum Titelanwärter. „Wir können mit dem bisherigen Saisonverlauf mehr als zufrieden sein. Durch die Relegation und die kurze Sommerpause ist es noch überraschender, dass es so gut gelaufen ist“, sagt Christian Eisvogel, Trainer der SG Großmuß/Hausen. „Im Frühjahr wollen wir so weitermachen und Neustadt, wenn möglich, bis zum Schluss ärgern.“ Mit der Rückkehr von Thomas Rußwurm, Alex Fichte und Rainer Schmid könnte die SG im Frühjahr noch stärker werden.

Stefan Galli zieht Konsequenzen

Hinter den eigenen Erwartungen blieb der drittgereihte SV Lengfeld zurück. Mit acht und zehn Punkten klafft eine große Lücke zu den Topteams Neustadt und Großmuß/Hausen. „Wir sind nicht im Soll, aktuell haben wir unser Ziel verfehlt“, erläutert Lengfelds Spielertrainer Stefan Galli. Die Ursachenforschung förderte ein „Mentalitätsproblem“ zutage.

Wir sind nicht im Soll.

Stefan Galli

„Gegen starke Gegner rufen wir unser Potenzial ab. Gegen Mannschaften, die im hinteren Drittel der Tabelle stehen, haben wir zu viele Punkte liegenlassen.“ Der selbstkritische Spielertrainer zieht Konsequenzen und tritt am Saisonende zurück.

Lengfelds Stefan Galli (vorne, l.) wird sein Amt als Spielertrainer aufgeben. Foto: Kreidemeier
Lengfelds Stefan Galli (vorne, l.) wird sein Amt als Spielertrainer aufgeben. Foto: Kreidemeier

Beim fünftplatzierten FSV Sandharlanden ist man laut Pressewart Philip Günter „mit der Hinrunde größtenteils zufrieden“. Einen Platz soll es noch nach oben gehen. Unter Trainer Andreas Stadler legte die Truppe stark los (6 Siege, 2 Niederlagen), um sich dann eine Negativserie zu leisten. Für die Rückrundenvorbereitung ist ein siebentägiges Trainingslager in der Türkei mit 25 aktiven Spielern geplant. „Danach möchten wir gut vorbereitet und ohne Verletzungen in die zweite Hälfte der Saison starten“, sagt Günter.

Babonen setzen 48 Spieler ein

Der siebtplatzierte Aufsteiger SG Siegenburg/Train hat sich im Herbst mit einem ehemaligen Bezirksliga-Kicker verstärkt: Andreas Hecht von der SpVgg Hainsacker markierte bei einem Kurzeinsatz bereits seinen ersten Treffer.

Mitaufsteiger SV Kelheimwinzer überwintert auf Platz acht. „Unsere junge Mannschaft hat bewiesen, dass sie mit jedem Gegner mithalten kann“, berichtet Pressewart Lukas Sendtner.

Aufsteiger SV Kelheimwinzer (l.) darf sich noch nicht sicher fühlen.  Foto: Rutrecht
Aufsteiger SV Kelheimwinzer (l.) darf sich noch nicht sicher fühlen. Foto: Rutrecht

Der Herbsttitel für die Reservemannschaft sei Ausdruck der guten Zusammenarbeit von erster und zweiter Mannschaften. „Motivation und Ehrgeiz“ nennt Sendtner als große Stärken. Allerdings müsse das Team abgebrühter werden. Die SG Wildenberg/Biburg rettete sich mit zwei Siegen auf Platz zehn. „Die Winterpause kam fast zu früh“, befindet Sven Zwerger, erster Vorstand vom SSV Biburg. „Im Frühjahr geht es für uns weiterhin nur um den Klassenerhalt. Das wird eine ganz heiße Kiste und extrem spannend. Wir freuen uns darauf und sind guter Dinge.“

Statistisches aus der Kreisklasse

  • Fair-Play:

    FSV Sandharlanden kam als einziges Team ohne Platzverweis aus. 31 Gelbe Karten sind im Strafenkatalog verbucht. Die meisten Karten hat der SV Lengfeld gesammelt. 61 Gelbe, zwei Gelb-Rote und eine Rote Karte sind notiert. Andreas Grim, Torwart der SG Siegenburg/Train sammelte drei Rote Karten.

  • Kanoniere:

    Mit 18 Treffern führt der 20-jährige Jonas Haas vom SV Kelheimwinzer gemeinsam mit Hasan Ibric vom TSV Neustadt die Torjägerliste an. Hass steuerte zudem fünf Torvorbereitungen bei, Ibric vier. Haas hatte in der Vorsaison 34 Treffer zum A-Klassentitelgewinn des SV Kelheimwinzer beigetragen.

  • Heimstärke:

    Als bestes Heimteam weist SG Großmuß/Hausen 21 Zähler aus neun Partien vor. TSV Neustadt folgt mit 19 Punkten aus 8 Spielen knapp dahinter. Auswärts pflegt Ligaprimus Neustadt die beste Bilanz (23/9). Dahinter reihen sich SV Lengfeld (20/9) und Großmuß/Hausen (19/8) aneinander.

Guter Dinge darf auch der TSV Abensberg II sein, der aufgrund der neuen Regularien als Tabellenelfter gesichert wäre. Für die Platzierung im hinteren Drittel gibt es aber einen guten Grund: In 17 Spielen mussten die Babonen 48 Spieler einsetzen.

„Dieser Umstand spiegelt sich in der Punktausbeute wider“, sagt Abensbergs Coach Manuel Heinrich. „Wir müssen eine personelle Konstanz mit einem Kern schaffen, der ohne Wenn-und-Aber alles der Rückrunde unterordnet. Andernfalls steigen wir ab.“ Auch der drittletzte SV Saal klagt über personelle Nöte: „Es war eine schwierige Saison. Das Team hat das Beste aus der Personallage mit bis zu sieben fehlenden Spielern gemacht“, merkt Saals Coach Roland Nothhaft an. „Trotzdem wären einige Punkte mehr drin gewesen.

Matthias Barbknecht, Torhüter vom SV Saal, zeigte starke Paraden.  Foto: Kreidemeier
Matthias Barbknecht, Torhüter vom SV Saal, zeigte starke Paraden. Foto: Kreidemeier

Nach der Winterpause sollten alle Mann an Bord sein, „dann müssen wir den Ligaerhalt klarmachen.“ Der Tabellenvorletzte FC Mainburg startete mit einer jungen, unerfahrenen Mannschaft in die Saison und blieb ebenfalls nicht von Verletzungen verschont.

„Erst im Verlauf der Saison stabilisierte sich die Mannschaft und holte die notwendigen Punkte. In der Rückrunde sind wir noch ungeschlagen“, berichtet Mainburgs Sportlicher Leiter Alban Lajci. „Diesen Trend wollen wir nach der Winterpause fortsetzen.“

Weitere Kelheimer Sportnachrichten finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht