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Sie nennen ihn „925 Sterling Silber“: Langquaider will Profi-Wrestler werden

Hans Meyer ist „925 Sterling Silber“ und strengt als solcher eine Wrestling-Karriere an.

langquaid. An ihrem martialischen Auftreten und ihren Shows scheiden sich die Geister. Während sich die einen angewidert wegdrehen, kreischen Hunderte, Tausende Fans in den Hallen, wenn Wrestler mit markigen Ansagen in den Ring steigen. Herausragende Figuren der Szene wie Hulk Hogan haben es zu Filmrollen gebracht („Rocky III – Das Auge des Tigers“), werden geradezu verehrt.

Seit seinem zehnten Lebensjahr ist der Langquaider Hans Meyer von diesen Naturgewalten fasziniert. Von einer Laufbahn als Wrestler „habe ich immer geträumt“. Vor zwei Jahren ging der heute 29-Jährige daran, seinen Traum in die Realität umzusetzen. Damals wurde in Nürnberg eine Wrestling-Schule eröffnet. Geleitet wird sie von Alex Wright, einer der bekanntesten deutschen Erscheinungen in diesem Metier. Neun Jahre war er Profi in den USA – unter anderem in einer Liga mit Hulk Hogan – und brachte es auf drei Weltmeister-Titel, ehe er 2003 seine Karriere beendete. „Im Internet bin ich auf seine Schule gestoßen“, erzählt Meyer, „gleich beim ersten Trainingswochenende überhaupt war ich schon dabei.“

Samstag für Samstag tingelt der Langquaider seither nach Nürnberg, um dort bis zu sechs Stunden zu trainieren. Im Frankenland wird dem Montagearbeiter einiges abverlangt: „An manchen Trainingstagen absolvieren wir zum Aufwärmen 1000 Liegestütze, 1000 Kniebeugen und 1000 Situps, unterteilt in einzelne Sequenzen.“ Danach steigen die Athleten in den Ring. Dass Wrestling eine Show darstellt, will Meyer nicht bestreiten. „Aber die Mär vom kontaktlosen Sport lässt sich nicht aufrechterhalten. Wenn ich einen Gegner hoch stemme und ihn auf den Ringboden oder in die Seile knallen lasse, landet er sicher nicht butterweich.“

Zwei Jahre harte Arbeit hat Meyer hinter sich gebracht – ehe er am vergangenen Wochenende sein Debüt als „Profi-Wrestler“, wie er sich bezeichnet, feierte. Im mit 500 Zuschauern ausverkauften Markgrafensaal in Schwabach trat die ebenfalls von Alex Wright ins Leben gerufene Liga „New European Championship Wrestling“ (NEW) erstmals in der Öffentlichkeit auf. Fünf Duelle bekamen die Fans zu sehen. Der Langquaider Newcomer musste seinen ersten Kampf nach elf Minuten auf den Schultern liegend als Verlierer beenden. Ob der Ausgang abgesprochen wird, will der 29-Jährige nicht verraten. „Das bleibt Berufsgeheimnis. Es gibt einen Ehrenkodex unter den Wrestlern. Das ist so ähnlich wie bei Zauberern, die ihre Tricks auch nie preisgeben würden.“

Hans Meyer trat selbstredend nicht als Hans Meyer in den Ring. Man nennt ihn „925 (nine twenty five) Sterling Silber“. „Den Namen hat mir Alex Wright gegeben. Er hatte mir einige Vorschläge gemacht. Und dieser Künstlername hat mir am besten gefallen.“ Daran angepasst ist das Outfit des Langquaiders, der in Silber auftritt. Nach seinem Debüt will „925 Sterling Silber“ mit der NEW-Liga in ganz Deutschland Hallen füllen. „Der große Traum ist natürlich, vom Wrestling leben zu können. Ich habe den Ehrgeiz mich durchzubeißen. Mir ist bewusst, dass auch Glück eine Rolle spielt.“

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