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Speyer feiert Abensbergs Judo-Stars

Das Schlusslicht erweist sich als freundlicher Gastgeber: Kinder jagen den Olympioniken nach Autogrammen hinterher, die Punkte erhält auch der TSV.

Dominik Gerzer (in blau) besiegte den Schweizer Nationalkämpfer Flavio Orlik und reist jetzt zu einem European-Cup-Turnier. Foto: TSV Abensberg

abensberg.Nicht überall werden die Bundesliga-Judoka des TSV Abensberg so herzlich begrüßt wie zum Vorrundenabschluss in Speyer. Der Judo-Sport-Verein (JSV) der Domstadt bereitete den Niederbayern einen schönen Empfang, stellte die Größen des Rekordmeisters vor und unterstützte mit seinen Fans beide Teams. Dass der deutsche Rekordmeister als Sieger von der Matte gehen würde, war von vorneherein nicht anzuzweifeln. Mit 11:3 gewannen die Babonen, die als Süd-Meister gegen den Nord-Vierten SUA Witten ins Viertelfinale ziehen.

Für das Süd-Schlusslicht war es Festtag, eine Mannschaft mit Olympia-Medaillen-Gewinnern wie Dimitri Peters und Andy Tölzer (beide Bronze) begrüßen zu dürfen. Der Nachwuchs des JSV Speyer umringte die London-Kämpfer und bat höflich um Autogramme. „Peters, Tölzer und ihre Mannschaftskollegen zeigten Weltklasse-Judo und präsentierten sich abseits davon als sympathische und bodenständige Stars zum Anfassen“, notiert Speyer auf seiner Internet-Seite. Die moderne Halle war prall gefüllt.

Der Gastgeber versuchte mit einem Aufgebot von Judoka aus Deutschland, der Schweiz und Georgien dem Favoriten beizukommen. In drei Duellen gelang das; die übrigen elf Vergleiche gingen an die Abensberger. Gleich im ersten Kampf schlug der Schweizer Nationalkader-Athlet Ciril Großklaus (90 kg) gegen den jungen TSV-Vertreter Simon Matuschek zu. Auch im zweiten Durchgang war der Eidgenosse stärker als der Babone. Zwei der drei Punkte sicherte der Schweizer seinen Farben damit.

Den dritten Zähler heimste der erfahrene Georgier Pata Merebaschvili gegen Manuel Scheibel (60 kg) ein. Der Osteuropäer hatte in der Vorwoche noch bei der Universiade gekämpft. Eine frühe kleine Wertung entschied die Begegnung, obwohl der Biburger Youngster seinem Gegner zwei Strafpunkte abringen konnte. Scheibel nahm im zweiten Umlauf gegen Tobias Teucke, der wegen einer Verletzung nicht antreten konnte, den Punkt mit.

Alle anderen Mattenduelle waren in TSV-Hand. In der 100 kg-Klasse gewannen Peters und Dominik Gerzer (im zweiten Durchgang) frühzeitig. Gerzer musste gegen den Nationalkämpfer Flavio Orlik aus der Schweiz ran und zeigte eine reife Leistung. Bis 81 kg fuhren Sven Maresch und Fabian Seidlmeier die Ernte ein. Beide begegnetem einen „Landsmann“, denn David Riedl stammt aus Eltmann und gehört dem Bayerischen Judoverband an. Er forderte beide TSV-Recken. Bei Doppel-Vizeweltmeister Andreas Tölzer war der Ausgang der Kämpfe keine Frage. Für seine zwei Auftritte im Schwergewicht benötigte er insgesamt 3:34 Minuten.

Gerhard Zeitler und Sebastian Seidl (beide 66 kg) hatten gegen Leander Rickert keine Mühe –dem jungen Mann war nur eine gute Minute Mattenpräsenz vergönnt. Mehr anstrengen musste sich Olympia-Starter Christopher Völk (73 kg) gegen Simon Weig, aber auch er setzte sich zweimal durch. „Mit Speyer ist eine richtige Freundschaft entstanden“, freute sich TSV-Coach Radu Ivan. Ob’s ein Wiedersehen gibt, bestimmt der JSV in der Abstiegsrelegation.

Die Abensberger starten am 21. September mit dem Hinkampf in Witten ins Viertelfinale, eine Woche später ist der Rekordmeister Hausherr. Auf Philip Graf (60 kg), in Speyer nicht dabei, und Gerzer wartet in wenige Tagen das European-Cup-Turnier in Sindelfingen. Manuel Scheibel wird sich beim Junior-European-Cup in Wroclaw (Polen) versuchen.

Zu einem Grand Slam versammelt sich die Judo-Elite am Wochenende in Moskau. Vom TSV Abensberg gehen Sebastian Seidl, Christopher Völk, Sven Maresch, Dimitri Peters und Andreas Tölzer an den Start. Eine gute Platzierung wäre ein Schritt zur WM Ende August in Rio. (mar)

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