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Fussball

Stefan Galli rückt auf die Trainerbank

Der Ex-Spielertrainer gestaltet künftig von der Seitenlinie. Bei der SG Painten findet er idealen Nährboden für seine Ideen.
Von Alexander Roloff

Stefan Galli wechselt vom SV Lengfeld zur SG Painten und wird dort Coach. Foto: Rutrecht
Stefan Galli wechselt vom SV Lengfeld zur SG Painten und wird dort Coach. Foto: Rutrecht

Painten.Acht Jahre lenkte Stefan Galli die Geschicke von Fußball-Kreisligist SV Lengfeld mit hoher Intensität. Für sieben Spielzeiten stand er als Spielertrainer in der Verantwortung. Fürs neunte Jahr – die aktuelle Saison – hatte er sich eine Auszeit verschrieben.

Diese Maßnahme habe der einstige Mittelfeldantreiber ergriffen, „um Abstand zu gewinnen und ein Jahr lang nichts vom Fußball zu sehen“, beteuert Galli. Er fügt an: „Daraus ist nicht wirklich etwas geworden.“ Verletzungssorgen im Verein beförderten ihn zurück auf den Platz.

„Stefan Galli war unser Wunschkandidat. Er hat in Lengfeld top Arbeit geleistet und kann hervorragend mit jungen Spielern umgehen.“

Robert Rappl

Die Rückkehr als Aushelfer in den Kreis der Mannschaft sei ihm nicht schwer gefallen – „immerhin war ich ja nicht wirklich raus aus dem Trainingsbetrieb“. So unterstützte er die Truppe von Trainer Harry Gfreiter auch nach dem vermeintlichen Karriereende mit fünf Einsätzen und zwei Treffern. Gallis unaufhörlich pochende Leidenschaft für den Fußball schlug auch in fremden Fußball-Lagern gut an. Die SG Painten wagte im November den Vorstoß und fragte als erster Verein nach, ob sich Galli nach Saisonende ein Engagement als Übungsleiter bei Kreisklassist Painten vorstellen könne.

Paintens Fußball-Abteilungsleiter Robert Rappl mit dem künftigen Trainer Stefan Galli und Reservecoach Igor Butow (v. l.). Während Galli im Sommer neu bei der SG einsteigt, leistet Butow sein zehntes Jahr im Dienst der zweiten Mannschaft . Foto: Rappl
Paintens Fußball-Abteilungsleiter Robert Rappl mit dem künftigen Trainer Stefan Galli und Reservecoach Igor Butow (v. l.). Während Galli im Sommer neu bei der SG einsteigt, leistet Butow sein zehntes Jahr im Dienst der zweiten Mannschaft . Foto: Rappl

Zwei Monate später gab der 36-Jährige nach reiflichen Überlegungen den Paintnern seine Zusage für die kommende Spielzeit. Die Freude war groß: „Stefan war unser Wunschkandidat. Er hat in Lengfeld top Arbeit geleistet und kann hervorragend mit jungen Spielern umgehen“, bekundet SG-Abteilungsleiter Robert Rappl.

SG Painten wirbt erfolgreich

Die SG hatte sich ausschließlich auf das Werben um Galli konzentriert. „Das erste Gespräch ist sehr gut verlaufen. Wir sind haben es riskiert und uns nicht nach Alternativen umgesehen“, so Rappl. Besonderen Dank zolle man Lengfelds Abteilungsleiter Uli Weitzer, bei dem man vorab um eine mögliche Verpflichtung Gallis angefragt habe: „Lengfeld hat uns bei unserem Anliegen keinen Stein in den Weg gelegt.“ Vielleicht habe zur erfolgreichen Verpflichtung Gallis, der sein Traineramt im Sommer antritt, beigetragen, dass Painten vor drei Jahren erste Kontakte zum Wunschkandidaten geknüpft hatte.

Thomas Asch zeichnete sich zuletzt allein für die sportlichen Geschicke der ersten Herrenmannschaft der SG Painten verantwortlich. Nach vielen Jahren als Trainer im Jugend- und Herrenbereich gönnt sich Asch ab Sommer eine Auszeit. Foto: Würthele
Thomas Asch zeichnete sich zuletzt allein für die sportlichen Geschicke der ersten Herrenmannschaft der SG Painten verantwortlich. Nach vielen Jahren als Trainer im Jugend- und Herrenbereich gönnt sich Asch ab Sommer eine Auszeit. Foto: Würthele

Letzten Sommer zeichnete sich bei der SG ab, dass ein erneuter Wechsel auf der Kommandobrücke der ersten Herrenmannschaft ansteht. Spielertrainer Tom Nierer wollte sich auf den fußballerischen Part konzentrieren. Auch Trainer Thomas Asch wünschte eine Pause. Asch verlängerte aber, um einen sanften Umbruch zu ermöglichen. „Die beiden haben trotz des Abstiegs aus der Kreisliga im Vorjahr eine hervorragende Arbeit für unseren Verein geleistet und auch wieder einen richtigen Haufen aus uns gemacht“, betont Rappl.

Stefan Galli (r.) legte sich neun Jahre für den SV Lengfeld ins Zeug. Im Sommer wechselt er als Trainer zur SG Painten. Foto: Rutrecht
Stefan Galli (r.) legte sich neun Jahre für den SV Lengfeld ins Zeug. Im Sommer wechselt er als Trainer zur SG Painten. Foto: Rutrecht

„Es war nicht geplant, dass ich wieder ein Traineramt übernehme“, erklärt Galli. „Für diesen Schritt musste alles passen.“ Neben der SG Painten hätten weitere Klubs angefragt. „Im Endeffekt musste die Infrastruktur innerhalb des neuen Vereins stimmen – diese hat mir in Painten zu hundert Prozent gefallen“, führt Galli weiter aus.

Die Infrastruktur der SG Painten stimmt

Drei Trainingsplätze, ein Hauptplatz und ein modernes Vereinsheim waren zugkräftige Argumente. Auch die Zusammensetzung des Teams überzeugte: „Das Mannschaftsgefüge ist perfekt. Neben ein paar erfahrenen Kicker gibt es einige Mittzwanziger und viele junge Spieler. Im Sommer stoßen vier A-Junioren aus der Kaderschmiede der Spielgemeinschaft Riedenburg/Painten hinzu“, sagt Galli, der gemeinsam mit den Paintner Routiniers Nierer und Raimund Konschelle für den SV Ihrlerstein auf Bezirksebene gekickt hatte.

Zwei Kreisklassisten blicken nach vorne

  • SG Painten:

    Painten startete nach dem Abstieg aus der Kreisliga mit einem Punkt aus den ersten fünf Partien in die Saison 2019/20 der Kreisklasse 3 Regensburg. Bis zur Winterpause glich die Truppe von Trainer Thomas Asch ihre Bilanz aus. Nach acht Siegen, zwei Remis und acht Niederlagen rangiert die SG auf Platz sechs. „Wir sind gut positioniert, wollen noch ein zwei Plätze nach vorne“, sagt Abteilungsleiter Robert Rappl.

  • SV Lengfeld:

    Auch die Lengfelder kämpften im Herbst mit Verletzungsproblemen. Mit 28 Punkten aus acht Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen rangiert die Truppe von Trainer Harry Gfreiter auf Platz vier der Kreiskasse Kelheim. „Der Kontakt nach vorne ist noch gegeben. Wir greifen im Frühjahr weiter an“, sagt Kapitän Patrick Fordermaier. In der Vorbereitung tritt Lengfeld am 1. März zu einem Test bei der SG Painten an.

„Die Nachwuchs-SG mit Riedenburg funktioniert, das ist nicht überall der Fall“, sagt Paintens künftiger Herrencoach. Für qualitativ hochwertige Zufuhr in den Herrenbereich sei also intern gesorgt. Unter diesen Vorzeichen freue er sich darauf, „meine Spielidee mit dem neuen Team zu entwickeln“. Für eine konkrete Zielsetzung sei es zu früh. „Wir werden die Sommervorbereitung und die ersten Punktspiele abwarten müssen. Aber ich möchte die jungen Spieler weiterentwickeln und die Mannschaft insgesamt voranbringen.“

Im Heimspiel gegen TSG Laaber (blau) kassierte die SG Painten (schwarz) eine 0:2-Niederlage. Foto: Lea Hruschka
Im Heimspiel gegen TSG Laaber (blau) kassierte die SG Painten (schwarz) eine 0:2-Niederlage. Foto: Lea Hruschka

In Sachen Spielidee möchte sich Galli nicht zu tief in die Karten blicken lassen, lässt aber anklingen: „Unsere Art wird ein bisschen mit Risiko verbunden sein. Wir werden das Spiel machen und offensiv agieren. Painten verfügt über die entsprechenden Akteure.“ Auf Sicht möchte der Verein wieder hoch in die Kreisliga. „In der nächsten Saison geht es aber darum, die jungen Kicker einzubauen und das Team zu stabilisieren“, so Rappl.

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