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„T-Rex“ drängt in die Profi-Tour

Darter Michael Unterbuchner hat trotz schwieriger Saison für 2020 die Elite im Blick. Bei der WM will er ganz nach oben.
Von Martin Rutrecht

Michael Unterbuchner hat 2019 als Vorbereitungsjahr für die Profi-Tour genutzt - jetzt steigt er ein. Foto: DG Media
Michael Unterbuchner hat 2019 als Vorbereitungsjahr für die Profi-Tour genutzt - jetzt steigt er ein. Foto: DG Media

Kelheim.Er stand zweimal im WM-Halbfinale der BDO, vernaschte Spieler aus den Profi-Top-Zwölf der Welt: Darter Michael Unterbuchner vom DC Black Birds Kelheim rockte in den vergangenen beiden Jahren die Bühne. „Heuer war’s aber eine ziemlich durchwachsene Saison“, sagt der 31-Jährige. An seinem Ziel Profi-Tour hält er unverbrüchlich fest.

Im stillen Advent findet „T-Rex“, so sein Name in der Szene, kaum Ruhe. Der Lagerlogistiker kommt vor 20 Uhr selten nach Hause. „Trotzdem versuche ich, drei- bis viermal in der Woche zu trainieren“, erklärt er im MZ-Gespräch. An Leidenschaft und Intensität hat Unterbuchner nicht nachgelassen. Aber die WM-Halbfinals der BDO (Britisch Darts Organisation) Anfang 2018 und 2019 sowie der überragende Auftritt beim „Grand Slam of Darts“ mit Siegen gegen die Nummer sechs und zwölf der Profi-Welt liegen schon etwas zurück.

Sein Turnier-Hopping schraubte er zurück

„Zu Beginn des Jahres lief es nach dem zweiten WM-Halbfinale noch gut“, erzählt der Bundesliga-Darter. Als Höhepunkt wertet er die Dutch Open im Februar, wo er erstmals antrat. An die 3000 Spieler bevölkern das teilnehmerstärkste Turnier der Welt in den Niederlanden. „T-Rex“ schaffte den Einzug ins Viertelfinale. Über die Runde der letzten Acht kam er in der Folge nie hinaus. „Die größte Enttäuschung waren die Swiss Open. Dort konnte ich mich als Titelverteidiger nicht durchsetzen und schied früh aus.“

Die aktuelle Saison bescherte „T-Rex“ wenig Gründe zum Jubeln. Foto: Evert Zomer
Die aktuelle Saison bescherte „T-Rex“ wenig Gründe zum Jubeln. Foto: Evert Zomer

Zerknirscht wirkt Unterbuchner deshalb nicht. „Ich war heuer nicht so viel unterwegs wie sonst, weil die Teilnahme an der BDO-WM in 2020 fest stand.“ Die Lakeside-Bühne der Welttitelkämpfe ließ den Stern von T-Rex aufgehen. Im Januar 2018 marschierte er als ungesetzter Spieler in die Runde der letzten Vier, ein Jahr später bestätigte er diesen Siegeszug.

„Bei der WM würde ich gerne einen oder zwei Schritte mehr machen als mit dem Halbfinale.“

Michael Unterbuchner

Für die Auflage vom 4. bis 12. Januar 2020, die erstmals in der Indigo-Halle der O2-Arena in London stattfindet, wurden die Auftaktpaarungen schon ausgelost. Unterbuchner trifft auf den Niederländer Willem Mandigers, der ihm im WM-Viertelfinale 2019 ein enges Match lieferte. „Ich konnte mich ganz knapp durchsetzen. Ich weiß, was er für Darts spielen kann. Es wird keine leichte Aufgabe.“

Durch seine Erfolge stieg Michael Unterbuchner in 2018 zur Nummer eins der WDF (World Darts Federation) auf:

Spitze

Kelheimer Darter ist Nummer 1 der Welt

„T-Rex“ Michi Unterbuchner schreibt erneut deutsche Dartgeschichte. Er führt die Weltrangliste an und will in die Profi-Tour.


Diese WM des weltweiten Amateurverbandes BDO, aus dem die Besten oft in den Profi-Verbund PDC wechseln (wie die Legende Phil Taylor), soll Unterbuchners letzte Reifeprüfung auf dieser Stufe werden. „Gerne würde ich einen Schritt oder sogar zwei Schritte weiter gehen als in den letzten beiden Jahren.“ Mit anderen Worten: Er visiert den WM-Titel an. „Keiner steht gerne auf ein- und derselben Stelle.“

Quali-Turnier führt in Profi-Tour

Seine Profi-Pläne, die er zu Beginn des Jahres bekundete, sollen nach den Titelkämpfen Realität werden. „Ich arbeite schon das ganze Jahr daraufhin. Deswegen standen aktuelle Turniererfolge auch nicht so im Mittelpunkt.“ Der Weg in den Reigen der PDC führt über Qualifikationsturniere, in denen Spieler eine Tourcard lösen können. „In dieser Quali werde ich 2020 antreten.“

Beim „Grand Slam of Darts“ warf „T-Rex“ zwei Top-Profis raus:

Dart

„T-Rex“ zermalmt auch „The Machine“

Darter Michael Unterbuchner gelingt die nächste Sensation: Er besiegt die Nummer 6 der Welt – und steht im Viertelfinale.


Leistungsnachweise für die höchste Stufe hat „T-Rex“ schon geliefert. Beim „Grand Slam of Darts“, wo sich Amateure und Profis begegnen, bezwang er im November 2018 den Weltranglisten-Zwölften Ian White sowie den PDC-Sechsten und Europameister James Wade. Erst der zweifache Weltmeister Gary Anderson stoppte den Black-Birds-Überflieger im Viertelfinale. Die beiden deutschen Profis Max Hopp und Martin Schindler scheiterten damals schon in der Gruppenphase.

Treue zu den Birds

  • Bundesliga:

    Trotz der vielen Turnier-Auftritte steht Michael Unterbuchner für die Black Birds Kelheim nach wie vor fast immer parat. Der deutsche Vereins-Vizemeister liegt in der Staffel Süd derzeit mit vier Siegen, einem Remis und einer Niederlage hinter DC Dartmoor Darmstadt auf Platz zwei.

  • Bilanz:

    Im Vereinsheim in Ihrlerstein legten die Birds mit zwei Siegen erfolgreich los. Erneut daheim war gegen Flörsheim (6:6) und Kaiserslautern (4:8) nur ein Punkt drin. Beim ersten Auswärtsgang fand der DC wieder in die Spur, auch wenn „T-Rex“ erstmals ein Einzel und ein Doppel abgab.

Von den Meriten, die den Kelheimer Darter deutschlandweit bekannt machten („der Hype hat sich etwas gelegt“), kann sich Unterbuchner nichts mehr kaufen. Deswegen bleibt er auch bei seinem zweigleisigen Weg aus Berufsleben und Profi-Avancen. „Ich versuche, meinen Job und Darts unter einen Hut zu bekommen. Das klappt bisher ganz gut, auch wenn es freitags nach der Arbeit gleich zu Turnieren geht. Aber ein solides Standbein ist wichtig.“ Profi-Träume, weiß „T-Rex“ Michael Unterbuchner, können sich auch rasch in Luft auflösen.

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