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Leichtathletik

Tscheche siegt in Essing mit Top-Höhe

Martin Heindl und Luisa Tremmel triumphieren beim Hochsprung-Meeting. Lokalmatador Sven Glück scheitert an 2,04 Metern.
Von Lea Hruschka

Spitzensportler Martin Heindl sprang mit 2,24 Metern am höchsten. Somit holte sich der Tscheche den Sieg. Fotos: Lea Hruschka
Spitzensportler Martin Heindl sprang mit 2,24 Metern am höchsten. Somit holte sich der Tscheche den Sieg. Fotos: Lea Hruschka

Essing.Am vergangenen Samstag lieferten sich Sportler aus Deutschland und Tschechien in Essing einen spannenden Wettkampf im Hochsprung. Am Ende sprang Martin Heindl mit 2,24 Metern am höchsten, und bei den Frauen gewann Jugendsportlerin Luisa Tremmel mit 1,80 Metern. Das Meeting gilt seit vielen Jahren als eine angesehene Veranstaltung unter den Spitzensportlern – auch dank der hervorragenden Organisation von Jörg Nowy.

In der Essinger Mehrzweckhalle fanden sich gegen Mittag die ersten Besucher ein, um den Wettkampf der weiblichen Jugend zu verfolgen. Einen Sieger gab es dabei aber vorerst nicht, denn vier Athletinnen sprangen so hoch, dass sie beim Damenwettkampf weiterspringen durften.

Neuer deutscher Rekord in der M55

Bei der männlichen Jugend ging es hoch her. Als Favoriten wurden im Vorfeld Jonas Pospisil (AK Olomouc), Benedikt von Hardenberg (LG Roth) und Philipp Reß (LA Team Alzenau) gehandelt. Pospisil erreichte mit 1,96 Metern den dritten Platz, den zweiten Platz belegte Benedikt van Hardenberg mit ebenfalls 1,96 Metern.

Jugendsieger Philipp Reß (r.) holt sich Tipps vom Trainer.
Jugendsieger Philipp Reß (r.) holt sich Tipps vom Trainer.

Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 2,02 Meter entschied aber Philipp Reß den Wettkampf für sich. „Die neue Bestleistung war mein Ziel für heute. Ich bin sehr zufrieden damit, dass es geklappt hat“, kommentierte der junge Athlet seinen Wettkampf. In der kommenden Woche wolle er noch weiter an seinem Anlauf, insbesondere der Geschwindigkeit arbeiten, um sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. „Als Saisonziel habe ich mir die Höhe 2,03 Meter gesetzt“, erklärte der 17-Jährige.

In dieser Zeit sprang aber nicht nur die Jugend. Auch drei Senioren, die neue Rekorde in ihren Altersklassen aufstellen wollten, gingen an den Start. Rüdiger Weber sprang mit einer Höhe von 1,84 Metern einen neuen deutschen Rekord bei den M 55. Auch Manfred Ziegler erreichte sein Ziel, einen neuen bayerischen Rekord in der Altersklasse M 60 aufzustellen. Er überbot den alten Wert von 1,56 Metern mit seiner neuen Höhe von 1,64 Metern. „Ich springe heute das erste Mal in dieser Altersklasse und in Essing. Dass wir Senioren hier zusammen mit der Jugend springen können, ist sehr motivierend“, lobte der Athlet Nowys Organisation.

16-Jährige gewinnt bei Frauen

Am Nachmittag sollte sich dann zeigen, welche Athletin am höchsten springt. Bei einer Höhe von 1,67 Metern schied die Tschechin Ema Kaletova nach mehreren abgebrochenen Anläufen aus. Die verbliebenen fünf Frauen, davon noch drei aus dem Jugendwettkampf, übersprangen auch die 1,70-Meter-Hürde. Bei 1,73 Metern scheiterten dann aber Lucie Nedvedova aus Tschechien und Favoritin Paula Sophie Pompino (LG Würm Athletik).

Da die beiden noch zur U 20 gehören, stand die Siegerin für diese Altersklasse fest: Luisa Tremmel war die einzig verbliebene Jugendspringerin und gewann somit den U-20-Wettkampf. Aber es war noch lange nicht Schluss für die 16-Jährige. Sie kämpfte nun gegen Laura Gröll und Jasmin Maxbauer (LG Eckental) um den Sieg bei den Frauen. Laura Gröll, die zwei Jahre zuvor den bayerischen Jugendrekord von 1,87 Metern aufgestellt hatte, scheiterte in diesem Jahr an der 1,76-Meter-Hürde und belegte den dritten Platz. Für Jasmin Maxbauer waren die 1,80 Meter zu hoch, doch mit den übersprungenen 1,76 Metern erzielte sie eine persönliche Bestleistung und konnte zufrieden mit ihrem zweiten Platz sein.

Frauensiegerin Luisa Tremmel in ihrer Konzentrationsphase.
Frauensiegerin Luisa Tremmel in ihrer Konzentrationsphase.

Luisa Tremmel holte sich schließlich mit 1,80 Metern, die sie im zweiten Versuch übersprang, nicht nur den Jugend-, sondern auch den Gesamtsieg bei den Frauen. „Ich hätte nie mit diesem Ergebnis gerechnet, da ich erst vor kurzem verletzt war. Das ist eine totale Überraschung“, freute sich die junge Sportlerin. Außerdem lobte sie die Essinger Veranstaltung, bei der sie schon zum zweiten Mal war: „Der Hochsprung steht im Mittelpunkt. Wenn das Publikum so gut ist, springt man eben auch gut.“

Am späten Nachmittag begannen dann die Herren, um den Sieg zu springen. Im Vorfeld waren die Top-Favoriten Lucas Mihota und der deutsche Vizemeister Tobias Potye verletzungs- und krankheitsbedingt ausgefallen. Bei einer Höhe von 2,04 Metern scheiterten Lokalmatador Sven Glück (LG Telis Finanz Regensburg) sowie der Drittplatzierte des Vorjahres, Molva Mitek (Sparta Prag).

Erst nach DM-Quali-Norm eingestiegen

Andreas Plößl und Manuel Marko dagegen übersprangen diese Höhe beim ersten Versuch. Letzterer ließ die nächste Höhe von 2,07 Metern aus, die Plößl nicht mehr bezwingen konnte und ausschied. Er war aber sehr zufrieden. Seine Leichtathletikkarriere hatte Plößl im Sommer aus beruflichen Gründen beendet. „Ohne geht es aber auch nicht“, stellte er fest und betreibt den Sport nun überwiegend zum Spaß.

Marko scheiterte an den 2,10 Metern. Diese Höhe ist die Qualifikationshöhe für die Deutsche Meisterschaft. Erst hier stieg Spitzenathlet Martin Heindl von Dukla Prag in den Wettkampf ein. Er übersprang die 2,10 Meter gekonnt beim ersten Versuch, genauso wie die folgenden 2,20 Meter. Mit viel Unterstützung des Publikums sprang er beim zweiten Versuch auch noch über die beeindruckenden 2,24 Meter. Das blieb dann auch der höchste Wert an diesem Nachmittag.

Laura Gröll tut sich nach Verletzung noch schwer. Vor zwei Jahren stellte sie in Essing den bayerischen Jugendrekord von 1,87 Metern auf.
Laura Gröll tut sich nach Verletzung noch schwer. Vor zwei Jahren stellte sie in Essing den bayerischen Jugendrekord von 1,87 Metern auf.

Heindl versucht sich zwar noch an der 2,28-Meter-Hürde, doch am Ende reichte es nicht. Bei seinem letzten Versuch setzte er schon zum Jubeln an, als die Stange dann doch von der Halterung fiel und den Traum von einer neuen persönlichen Bestleistung platzen ließ. Im Vorfeld habe er nicht gewusst, was er erwarten könne. Deshalb sei er sehr glücklich über die guten Ergebnisse.

Auch Organisator Nowy war zufrieden mit dem Wettkampf. Vor allem die zwei aufgestellten Rekorde in den Senioren-Altersklassen freuten ihn sehr. „Aber auch die Leistungen der weiblichen Jugendathletinnen sind hervorragend. Insgesamt ein sehr gelungener Nachmittag“, so sein Fazit.

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