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TSV Abensberg lädt zum Derby ein

Der Judo-Budesliga-Auftakt startet am Samstag mit einem Schlagerduell: Zum Rekordmeister kommt ein heißer TSV Großhadern. Und der hat personell aufgerüstet.

Sebastian Seidl (weiß, im Kampf mit Boris Trupka, Esslingen) tritt in der 66-Kilo-Klasse an. Foto: Pieknick/Archiv

ABENSBERG.Wenn der elf-fache Deutsche Meister TSV München Großhadern im bayerischen Derby auf den 18-fachen Deutschen Meister trifft, ist immer Derbystimmung. So auch am heutigen Samstag um um 17 Uhr zum Bundesligastart in der Josef Stanglmeier Halle. Und: Wenn die Konstellation so ist wie dieses Jahr, dass ein Großteil der Nationalkämpfer des TSV Abensberg mit dem Deutschen Judo Bund unterwegs sind und Punktegaranten wie die drei Olympiastarter Christopher Völk, Dimitri Peters und Andy Tölzer wegen Operationen verletzt passen müssen, dann wird die Sache noch ein wenig brisanter.

Von Münchner Seite hört man im Abensberger Lager, dass sie ihr Ausländer Potential ausschöpfen werden. Heißt also ganz klar: „Wir wollen was holen in der Höhle des Löwen, beim Titelverteidiger“. Aus gut informierten Kreisen will der TSV erfahren haben dass die Münchner mit Österreichischen und Ungarischen Nationalkämpfern antreten werden. Dazu eine gute Mischung aus deutschen Nationalkämpfern. Das verspricht dem Zuschauer ein spannendes bayerisches Derby. Mit zwölf ausländischen Kämpfern aus Slowenien, Österreich, Japan, Schweden, Holland Ungarn und Kroatien scheint man beim TSV Großhadern die Zielrichtungen der vergangenen Jahre geändert zu haben. Der Europameister vom Wochenende, Rocky Dracsic (SLO), sowie Ex-Europameister Markus Nyman (SWE) ragen aus diesem Ensemble heraus.

Großhadern will Zeichen setzen

Die Deutschen Sportler der Spitzenklasse sind Stefan Friedrich, Julian Kolein, Florian Lackner, Simon Glockner und Christian David, allesamt Kaderathleten und sehr gute Judoka. Nach zwei Jahren im Kampf um den Abstieg ist mit der gemeldeten Mannschaft klar zu erkennen dass die Verantwortlichen in München gerne wieder an die Zeit anknüpfen möchten, in der die Titelvergabe nur über die Hauptstädter ging.

Im Kampf gegen den TSV Abensberg scheinen sie gleich die erste Attacke in Angriff zu nehmen. Während in München mit Ausnahme von Tobi Englmeier alles an Bord zu sein scheint, fehlen beim TSV Abensberg alle drei Olympiastarter wegen Verletzung (Tölzer, Völk und Peters). Mit dem Grand Prix in Azerbaijan (Baku) fehlen die nominierten Sportler Phillip Graf, Elio Verde, James Miller, Attila Ungvary, Illias Illiadis, Kioshy Uematsu, Travis Stevens, Lupo Paischer, Martin Padar und Sugio Uriarte – Oder anders: den Abensbergern fehlt eine komplette Mannschaft.

Bange machen aber war noch nie eine Eigenschaft des deutschen Rekordmeisters. „Die Jungs werden alles geben“, sagte Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger. „Wir können die Vereinbarung der Bundesliga mit dem DJB nicht ändern. Nationalmannschaften sind durch den vollkommen überhäuften Terminkalender überfordert. Sie müssen Prioritäten setzten was halt uns am Meisten trifft.“ Als Gegenleistung gebe der DJB – der Deutsche Judobund – der Bundesliga „Terminschutz“ für die Finalrunde, welche im Herbst mit null Punkten gestartet wird. Das bedeutet, dass die beiden Viertelfinals und das Finale geschützte Termine sind. „Theoretisch geht dann die Liga im Highlevel-Bereich von vorne los – vorausgesetzt man ist mindestens Vierter der Bundesliga Süd“, sagte Bundesliga-Chef Otto Kneitinger.

Zielvorgabe: Meisterschaft

„Wir wollen wieder Deutscher Meister werden, auch wenn wir dafür Umwege in Kauf nehmen müssen. Wichtig wird sein dass unsere Fans die Neuerung verstehen und auch im Falle der einen oder anderen Niederlage die Mannschaft nicht fallen lassen“, sinnierte der nun seit 15 Jahren für Abensberg verantwortliche Trainer Ivan Radu. Noch in dieser Woche versuchten die Abensberger mit den Nationaltrainern der ausländischen Sportler zu sprechen, da Sebastian Seidl bei der EM am Wochenende eine Knieverletzung erlitt und noch nicht klar war, ob er kämpfen kann. Das Gleiche gilt für Florian Germroth der vor einer Woche noch einen Eingriff im Knie über sich ergehen lassen musste und hinter dessen Einsatz ebenfalls ein Fragezeichen steht.

„Deshalb ist es auch kein Druckfehler dass man in der Notmannschaft des TSV Altmeister Helmut Dietz und Ivan Radu findet“, sagte Kneitinger. „Eine tolle Einstellung der Beiden, das Team nicht im Stich zu lassen, doch sollte man es grundsätzlich vermeiden, solche EX-Weltklasse Sportler in die Verlegenheit zu bringen, ihren alten Ruf als Punktegaranten zu gefährden. Aber vielleicht macht gerade dass den TSV Abensberg aus.“

Aufstellung des TSV Abensberg

Am Samstag wird das Team wie folgt versuchen einen Sieg zum Auftakt zu landen:

60kg Helmut Dietz, Manuel Scheibel, Dennis Johannson,

66kg Sebastian Seidl, Gerhard Zeitler

73kg David Krämer, Stefan Kneitinger

81kg Fabian Seidlmeier, Sven Maresch, Simon Matuschek

90kg Robert Dumke, Florian Germroth

100kg Dominik Gerzer, Martin Oberndorfer

100kg Ivan Radu und eventuell Andy Tölzer (Die Freigabe vom Arzt wurdeder Operation noch nicht erteilt).

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