MyMz

Judo

TSV Abensberg will den Bundesliga-Titel

Der Judo-Rekordmeister möchte zurück auf den Thron. Am Samstag kommt Erlangen zum Auftakt. Und ein neuer Rivale erwächst.
Von Martin Rutrecht

Manuel Scheibel (in blau) und Großhaderns Christoph Köberlin waren einst Rivalen – jetzt kämpfen sie gemeinsam für Abensberg. Foto: Rutrecht/Archiv
Manuel Scheibel (in blau) und Großhaderns Christoph Köberlin waren einst Rivalen – jetzt kämpfen sie gemeinsam für Abensberg. Foto: Rutrecht/Archiv

Abensberg.Bundesliga-Finale „dahoam“, der 21. Titel und Teilnahme am Europacup: Das alles hat sich der deutsche Judo-Rekordmeister TSV Abensberg für 2019 auf die Fahnen geheftet. Die Bewerbung um die Austragung des „Final Four“ fügt sich in die 40. Saison der Babonen im Oberhaus. „Das sind wir unseren Fans, Unterstützern und der langen Tradition schuldig“, bekundet Abteilungsleiter Martin Oberndorfer und unterstreicht: „Wir haben uns neu aufgestellt.“

Mit einem verstärkten Kader zählt der Rekordmeister zu den Favoriten – dem mit KSV Esslingen ein neuer Rivale erwächst. Der bisherige Großsponsor des Hattrick-Meisters Hamburg hat dort seine Topstars geparkt.

„Wenn alle gesund bleiben, schaut es heuer gut aus.“

Radu Ivan

Am Samstag um 17 Uhr startet der TSV Abensberg in sein Jubiläumsjahr. Der TV Erlangen ist in der Süd-Gruppe zu Gast. „Wir sind klar auf den Titel aus“, gibt TSV-Coach Radu Ivan die Marschroute 2019 aus. Nach fünf Jahren Pause wäre es die ersehnte Rückkehr auf den Thron.

Weltklasse-Athleten sagen zu

Der Kader lässt kaum Wünsche offen. Neben den Neuzugängen vom TSV Großhadern, der sich aus der Bundesliga zurückzog, haben auch ausländische Weltklasse-Judoka wie Olympiasieger Lukas Krpalek, Europameister Sagi Muki oder die Brüder Miklos und Attlila Ungvari wieder ihr Herz für die Babonen entdeckt. Und sämtliche Leistungsträger von Sebastian Seidl, Manuel Scheibel bis Marc Odenthal sind geblieben. „Wenn alle gesund bleiben, schaut es heuer gut aus“, sagt Ivan.

Als Einstimmung sehen Sie hier ein Video zu einem Bundesliga-Kampf der Abensberger:

Judo: TSV Abensberg siegt gegen Samurai Offenbach

Zugleich will der 20-fache Deutsche Meister auch den eigenen Nachwuchs in die Mannschaft integrieren. So soll zum Auftakt gegen Erlangen am Samstag etwa der frisch gebackene deutsche U18-Titelträger Kevin Abeltshauser eine Chance bekommen. „Wir werden die Gäste sicher nicht unterschätzen, aber sollte es zur Pause eine deutliche Führung geben, werden auch junge Kräfte eingreifen dürfen“, so der TSV-Trainer. Das gelte auch für die Tuscher-Brüder, Ludwig Igl (alle 81 kg) und andere junge Recken.

Großhaderner Neuzugänge am Start

Von den Haderner Neulingen finden sich zum Start Maximilian Heyder, Christoph Köberlin (beide 60 kg), Lukas Vennekold (66 kg), Julian Kolein (81 kg) und Johann Lenz (90 kg) im Aufgebot. Auf die ersten Auftritte von 100-kg-Vizeweltmeister Karl-Richard Frey, seines Bruders Johannes Frey (Schwergewicht) und Timo Cavelius (81 kg) müssen sich die Fans gedulden. Die Frey-Brüder sollen aber in der Halle sein. Vom bisherigen Erzrivalen stieß jüngst auch der frühere 90-kg-Weltranglisten-Erste Aleksandar Kukolj zum TSV.

Der frisch gekürte deutsche U18-Meister Kevin Abeltshauser (in blau) könnte am Samstag eine Chance bekommen. Foto: Sauseil/Archiv
Der frisch gekürte deutsche U18-Meister Kevin Abeltshauser (in blau) könnte am Samstag eine Chance bekommen. Foto: Sauseil/Archiv

Die lokalen Heroen Seidl und Scheibel (beide 66 kg) sind am Samstag nicht dabei. Sie weilen zu Trainingszwecken in Japan. Dafür kommen in dieser Klasse und im Schwergewicht zwei starke Legionäre zum Zug. „Wir sind heuer so aufgestellt, dass wir wechseln können, ohne Qualität zu verlieren“, erklärt Radu Ivan.

„Der Wanderzirkus lässt über Teamgeist und Charakter der Sportler philosophieren.“

Martin Oberndorfer

Läuft alles nach Plan, dürften die Kontrahenten Erlangen, JC Leipzig, JC Rüsselsheim, JC Offenbach, JSV Speyer und VfL Sindelfingen in der Gruppenphase nicht am Nimbus der Babonen rütteln können. Doch der KSV Esslingen drängt sich als großer Widersacher auf. Hamburgs Hauptsponsor, der den Hanseaten zuletzt drei Titel in Serie bescherte, verabschiedete sich nämlich zu den Baden-Württembergern und nahm die Größen Dimitri Peters, Igor Wandtke, André Breitbarth und Weltmeister Alexander Wieczerzak sowie ausländische Stars mit.

Halbfinalist Holle fehlt das Geld

Martin Oberndorfer quittiert diesen Transfer – der zunächst wohl Richtung Hannover gehen sollte – mit dem Begriff „Wanderzirkus“, bei dem man über Teamgeist und Charakter der Sportler philosophieren könne. Andererseits: „Der Sponsor steckt sein Geld ins Judo und ermöglicht damit Sportlern, Judo als Leistungssport betreiben zu können.“ Das Abensberger Modell fuße aber auf einer breiten Basis. „Wir arbeiten seit Jahrzehnten beständig und seriös“, erklärt Trainer Ivan.

Hier sehen Sie Abensbergs neuen Vizeweltmeister Karl-Richard Frey in einem World-Turnier-Finale:

Überraschend kommt nicht nur das Wendemanöver in Hamburg, sondern auch das Aus des Vorjahres-Halbfinalisten Judo in Holle, der sich nach finanziellen Schwierigkeiten aus der Bundesliga abmeldete. Den TSV Abensberg ficht das nicht an. „Man spürt derzeit eine Aufbruchsstimmung, die vielleicht in einer neuen Ära enden könnte“, sagt Abteilungsleiter Oberndorfer.

Weitere Kelheimer Sportnachrichten finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht