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Judo

TSV Abensberg will Geschichte schreiben

Der TSV könnte in Samara alleiniger Europacup-Rekordsieger werden, muss aber mit St. Petersburg und Lavallois SC rechnen.
Von Dieter Krelle, MZ

Beim TSV Abensberg setzt man große Hoffnungen auf Ilias Iliadis (links).
Beim TSV Abensberg setzt man große Hoffnungen auf Ilias Iliadis (links). Foto: dpa

Samara.„Natürlich wollen wir alles für eine Titelverteidigung tun“, hat Sportchef Otto Kneitinger die Judokas des 20-fachen Deutschen Meisters TSV Abensberg auf eine neue europäische Bestmarke eingeschworen. Ein Europapokal-Triumph der Niederbayern im russischen Samara wäre der achte für das deutsche Aushängeschild, das seit dem ersten Meistertitel 1991 zum Seriensieger mutierte und ratlose Konkurrenz im eigenen Land hinterließ, die bei 13 Titeln in Folge nur gratulieren konnte. Und gleichzeitig könnte Abensberg mit einem Sieg in der erstmals ausgetragenen „Golden League“ der acht besten europäischen Teams auch deshalb wieder Geschichte schreiben, weil sie dann alleiniger Rekordhalter wären und zudem drei Siege in Serie errungen hätten, was auch noch keinem Bewerber gelang.

Sambo Moskau zum Auftakt

Die größte TSV-Konkurrenz trifft schon im Halbfinale aufeinander. Das wollen die Startruppen des siebenfachen Titelträgers vom Putin-Club Yawara-Neva St. Petersburg mit den Ex-Weltmeistern Mansur Isaev (73 kg) und Ivan Nifontov (81 kg) ebenso wie Lavallois SC Paris mit Schwergewichts-Olympiasieger Teddy Riner erreichen. Titelverteidiger Abensberg erwischte mit Sambo Moskau zwar ein unangenehmes Los, doch das sieht der TSV für den erneuten Finaleinzug als machbar an. „Es hätte schlimmer kommen können“, atmete Kneitinger auf, wohl wissend, dass die russischen und französischen Außenseiter im Kampf um die europäische Krone durchaus für Überraschungen sorgen können.

Besonders tückisch ist der neue Austragungsmodus. Die Poolsieger der beiden Vierergruppen stehen im Finale. Die Halbfinal-Verlierer aber treffen in der Hoffnungsrunde um Platz drei auf die Sieger der Verlierer-Runde. Und nur die Gewinner erreichen die ersten vier Plätze, die den nächsten Europacup-Start garantieren. Die vier Neuen werden unter 17 Teams der gleichzeitig in den Niederlanden kämpfenden Vereine ermittelt.

Ivan: „Sind hoch motiviert“

„Die Kämpfer sind hoch motiviert und fixiert auf die Aufgabe“, war sich Trainer Radu Ivan vor dem Abflug am Donnerstag in die Wolga-Metropole sicher, dass sich die erstmals für den Europacup startberechtigten Sagi Muki (73 kg/Israel) und die Westfalen Dominic Ressel (81 kg) und der Schwergewichts-EM-Dritte Andre Breitbarth problemlos in das Teamgefüge einpassen werden. Und das, obwohl die internationalen Größen getrennt anreisen. Denn alle-wurden mit jeder Menge Video-Analysen ihrer möglichen Gegner gefüttert. „Ich bin sicher, dass unsere Gegner nicht anders verfahren“, sieht Kneitinger den TSV-Vorteil im jahrelang geprägten Teamgeist. Die TSV-Verantwortlichen sehen angesichts der Tatsache, dass in den bei der Konkurrenz weitgehend national besetzten Fünferteams (66 kg/73 kg/ 81 kg/90 kg und +90 kg) nur noch zwei Legionäre eingesetzt werden dürfen, ihre bewährten heimischen Athleten besonders in der Pflicht. Das gilt insbesondere für den zuletzt international stark auftrumpfenden Sebastian Seidl (66 kg), der auf der Bühne der Lada-Stadt vor seiner größten Bewährungsprobe steht. Dass Christopher Völk (73 kg) in der Mannschaft derzeit erfolgreicher ist, als bei hochklassigen Einzelwettbewerben, ist die Hoffnung für den Olympiastarter von London 2012. Auch hinter der Form des lange verletzten Ole Bischof-Nachfolgers Sven Maresch (81 kg) steht bei aller Wettkampfhärte des Berliners vor dem Vergleich mit der absoluten Weltklasse noch ein Fragezeichen.

Schwergewicht noch offen

Dreh- und Angelpunkt im Babonen-Team wird sicher Olympiasieger und Weltmeister Ilias Iliadis (90 kg) sein, dessen positive Ausstrahlung schon vor den Kämpfen am Samstag besonders wichtig ist. Ob im Schwergewicht 100 kg-Weltmeister Lukas Krpalek, 100 kg-Olympia-Dritter Dimitri Peters oder Andre Breitbarth zum Einsatz kommen, wird wieder eine der berühmten Bauch-Entscheidungen von Otto Kneitinger sein. Der kann auch darauf vertrauen, dass Georgii Zantaraia (66 kg), Sugoi Uriate (66 kg), Kyoshi Uematsu (73 kg), Fabian Seidlmeier (81 kg), Robert Dumke (90 kg) und Dominik Gerzer (100 kg) auf den Punkt fit sind, wenn sie gefordert werden.

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