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Kreisklasse

TSV Neustadt macht sein Meisterstück

Spitzenreiter gibt Platz eins nicht mehr her und stößt SG Wildenberg in Abstiegsrelegation. Großmuß geht in Aufstiegsspiele.
Von Martin Rutrecht

Meister der Kreisklasse Kelheim 2018/19: Der TSV Neustadt stemmt die Schale. Fotos: Rutrecht
Meister der Kreisklasse Kelheim 2018/19: Der TSV Neustadt stemmt die Schale. Fotos: Rutrecht

Biburg.Aus den Zuschauerreihen kommen oft wertvolle Hinweise. „Schiri, pfeif’ ab, wir wollen feiern!“, tönte ein Fan am Biburger Platz. Angesichts der 3:0-Führung (auch Endstand) des TSV Neustadt gegen Gastgeber SG Wildenberg/Biburg war die Messe gelesen: Neustadt ist Meister der Kreisklasse Kelheim und steigt in die Kreisliga auf. Da war es nur noch Randnotiz, dass der bis dato punktgleiche Verfolger SG Großmuß/Hausen beim SV Lengfeld mit 0:3 patzte. Selbst bei einem Sieg wäre Neustadt dank des besseren direkten Vergleichs vorne geblieben.

„Im Moment fühlt es sich bitter an, mit 61 Punkten nur Zweiter zu sein.“

Markus Amann

„Großmuß war ein ungemein starker Konkurrent“, zollte Neustadts Coach Tobias Hofmeister dem Rivalen auch in der Stunde des Erfolgs Respekt. Von Seiten des Vizemeisters gratulierte der Großmußer Vorsitzende Markus Amann dem Titelträger. „Im Moment fühlt es sich schon bitter an, mit 61 Punkten nur Zweiter zu sein.“ Die SG kann aber Neustadt über die Relegation in die Kreisliga folgen. „Wir müssen den Kopf schnell frei kriegen und die Spiele positiv angehen“, so Amann.

„Giftige“ Lengfelder drehen auf

In die Abstiegsrelegation muss derweil die SG Wildenberg/Biburg. Trainer Johann Schöberl konnte seiner Mannschaft nach der Niederlage gegen Neustadt keinen Vorwurf machen. „Wenn wir so auch in der Relegation auftreten, können wir die Kreisklasse halten“, erklärte er. Bei 0:1-Rückstand hatte die SG einige gute Möglichkeiten und der TSV durfte sich bei Schlussmann Fabian Sangl bedanken, dass die Partie nicht eine unerwartete Wende nahm.

SG-Keeper Dennis Gottschalk pariert gegen den anstürmenden Patrick Heller.
SG-Keeper Dennis Gottschalk pariert gegen den anstürmenden Patrick Heller.

Sowohl in Biburg als auch in Lengfeld schlug es erstmals in der 23. Minute ein. Die Lengfelder gingen durch Sven Fordermaier in Führung. „Der Tabellendritte war ungemein giftig“, registrierte Amann. Neustadt jubelte zum selben Zeitpunkt über das 1:0 von Patrick Heller. Er traf nach einem Einwurf auf Vorarbeit von Matej Dujmovic. Und damit waren die Richtungen vorgegeben. Das Neustädter Urgestein Manfred Zirpel war die Gelassenheit pur. „Das bringt mich nicht mehr aus der Ruhe, ich hab’ schon so viel mitgemacht“, sagte der 3. TSV-Vorsitzende, der sah, wie sein Team weitere Chancen vergab.

„Nur nicht in die Relegation – ich habe Wochen lang gezittert.“

Daniel Neubaur

Was sich beinahe gerächt hatte. Wildenberg/Biburg fand in der 52. Minute eine riesen Gelegenheit vor, aber der Schiedsrichter sah vor 250 Fans ein Abseits. Zehn Minuten später scheiterte SG-Kicker Alexander Kramer an Neustadts Keeper Sangl. Dazwischen hieb Maximilian Wörle (55.) auf der Gegenseite übers Tor. Mit Verdacht auf eine Oberschenkelverletzung musste TSV-Torjäger Hasan Ibric nach knapp einer Stunde auf einer Trage raus, ein Rettungswagen wartete auf ihn.

Letztlich gelang Heller dennoch das 2:0 – und Trikotausziehen musste sein.
Letztlich gelang Heller dennoch das 2:0 – und Trikotausziehen musste sein.

Heller verpasste frei vor dem Torwart das 2:0 (66.), auf der anderen Seite unterband erneut eine Abseitsstellung den möglichen Ausgleich. Die bange Phase für Neustadt beendete Heller (72.), der wieder frei gespielt wurde und diesmal sauber verwandelte. Lengfeld hatte bis dahin der SG Großmuß/Hausen durch Tore von Maximilian Grass (54.) und Stefan Galli (67.) schon „den Schneid’ abgekauft“, wie Gäste-Vorstand Amann anerkennen musste.

Neustadt ging dennoch nicht auf die „Bitte“ der Wildenberger ein, doch noch ein Remis zuzulassen – dann wäre die SG der Abstiegsrelegation entgangen. Im Gegenteil: Dujmovic (79.) schraubte den Spielstand nach Vorlage von Heller noch auf 3:0. Von allen Fesseln befreit rannte Neustadt mit Spaß an der Freude noch ein paar Mal an.

Der Abteilungsleiter zittert

Nach dem Abpfiff wurde die obligatorische Meisterschale aus Holz gereicht. Abteilungsleiter Daniel Neubaur atmete durch: „In den vergangenen Wochen war ich schon nervös. Großmuß/Hausen hat nicht locker gelassen. Trotz nur zwei Niederlagen in 26 Spielen mussten wir bis zum Schluss zittern.“ Die Mannschaft sei cooler mit der Situation umgegangen, meinte er. Wurde aber von Spielertrainer Hofmeister korrigiert: „Die Burschen haben es sich nicht anmerken lassen. Ich kenne keinen, der bei einer solchen Ausgangslage unbeschwert den Platz betritt.“ Vor allem eines sei über allem geschwebt: „Bloß keine Relegation“ – in den vergangenen drei Jahren scheiterte Neustadt bei der jeweiligen Aufgabenstellung.

Neustadts Abteilungsleiter Daniel Neubaur – mit Söhnchen Samuel – war nach dem Schlusspfiff erleichtert.
Neustadts Abteilungsleiter Daniel Neubaur – mit Söhnchen Samuel – war nach dem Schlusspfiff erleichtert.

Die SG Großmuß/Hausen hat gute Erfahrung mit Relegationen. „Wir werden uns natürlich für das nächste Wochenende bestmöglich vorbereiten“, kündigte Markus Amann an. Auch die SG Wildenberg/Biburg sieht sich gerüstet für die undankbare Verlängerung gegen den Abstieg. Nur der schlechtere direkte Vergleich mit der SG Siegenburg/Train, die ebenfalls verlor, gab den Ausschlag.

Der TSV Neustadt kann an der Zukunft feilen. „Torjäger Hasan Ibric ziehen lassen? Niemals, er ist mein Nachbar. Da mähe ich ihm lieber hundertmal den Rasen“, lachte Abteilungsleiter Daniel Neubaur.

Die restlichen Kreisklassen-Spiele

TSV Abensberg II – SG Rottenburg/Oberhatzkofen 3:1 (2:0).

Tore: 1:0 Marc Schmid (15.), 2:0 und 3:0 Aycan Korkmaz (22., 55.), 3:1 Patrick Weiß; Spielverlauf: Abensberg II legte los wie die Feuerwehr und kombinierte sich zum Klassenerhalt. Das Ergebnis hätte noch eindeutiger ausfallen können. Allein David Scheer traf für Abensberg noch zwei mal den Pfosten. Besonders sehenswert war das vorübergehende 3:0 durch Korkmaz nach doppeltem Doppelpass. Fazit: Abensberg II zeigte tolle Kombinationen und siegte verdient. Zuschauer: 115; Schiedsrichter: Konrad Kaufmann ( DJK-SV Oberpfraundorf);

SV Puttenhausen – SV Pattendorf 1:5 (1:2).

Tore: 0:1 Michael Mühlhofer (15.), 1:1 Simon Schattauer (21.), 1:2 Dominik Hacker (22.), 1:3 Leonhard Kroiss (62.), 1:4 und 1:5 Benjamin Keller (85., 89,); Schiedsrichter: Siegfried Weger; Reserve: 1:2

FSV Sandharlanden – FC Mainburg 1:3 (0:3).

Tore: 0:1 und 0:3 Ernes Peci (10., 22.), 0:2 Patrick Schreiner (15.), 1:3 Thorsten Gablonski (72.);Spielverlauf: Die Gäste kamen besser ins Spiel und hatten nach einer Viertelstunde schon die Vorentscheidung erreicht. Der FSV konnte ein wenig Ergebniskosmetik betreiben. Fazit: Trotz des Sieges geht Mainburg in die Abstiegsrelegation. Schiedsrichter: Harald Hammerl (TSV Dietfurt); Reserve: 4:2

SG Siegenburg/Train – SV Saal 0:1 (0:1).

Tor: 0:1 Joscha Thom (13.) Spielverlauf: Die Gastgeber liefen dem frühen Führungstor des SV hinterher. Sie konnten weder einen Elfmeter noch eine zahlenmäßige Überlegenheit nutzen. . Besondere Vorkommnisse: Gelb-rote Karte für Joscha Thom (62., SG); Zuschauer: 120; Schiedsrichter: Gkergki Diamanti (SV Donaustauf); Reserve: 0:7

TSV Sandelzhausen – SV Kelheimwinzer 1:1 (0:0).

Tore: 1:0 Marco Wetzka (61., Elfmeter), 1:1 Jonas Haas (79., Elfmeter); Spielverlauf: In einer Begegnung mit wenig Chancen waren es letztendlich zwei Strafstöße, die zu den Toren führten. Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Alexander Mittermaier (66., TSV); Zuschauer: 80; Schiedsrichter: Tim Grunert (SV Grafenbraubach); Reserve: 1:2

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