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Radsport

Uhlig schlittert auf Platz sechs

Henri Uhlig landet bei der deutschen Radcrossmeisterschaft mehrfach im Matsch, strampelt sich aber mit Kampfgeist durch.
Von Alexander Roloff

Henri Uhlig vom RSC Kelheim radelte bei der deutschen U23-Meisterschaft im Cyclo Cross auf den sechsten Rang.  Foto: Anna Uhlig
Henri Uhlig vom RSC Kelheim radelte bei der deutschen U23-Meisterschaft im Cyclo Cross auf den sechsten Rang. Foto: Anna Uhlig

Kelheim.Die deutsche U23-Meisterschaft war eine harte Lehrstunde für den 18-jährigen Henri Uhlig vom RSC Kelheim. Stürze und Defekte versenkten die Träume des jungen Mannes von einem Topplatz in den schlammigen Passagen des Parcours von Albstadt. Zudem zerrten die wiederkehrenden Rückschläge während der Aufholjagden an der Motivation.

Mit Willensstärke brachte der Athlet vom deutsche Team Rad-Net Rose das Rennen mit Platz sechs zu Ende.

„Im Rennen flog ich, ich flog aber auch oft mit dem Gesicht in den Dreck.“

Henri Uhlig

Sein älterer Bruder Oscar verlor beim Radwechsel viel Zeit und Positionen. Der 19-Jährige, der für AC Sparta Prag unterwegs ist, musste sich im Endklassement mit Rang 26 abfinden.

„Im Rennen flog ich, ich flog aber auch oft mit dem Gesicht in den Dreck“, kommentierte Henri Uhlig seine Premiere bei den nationalen U23-Meisterschaft im Cyclocross. „Am Ende war ich der schnellste, nur nicht schnell genug“, lautete sein Fazit. In den frühen Morgenstunden hatten Henri und Oscar den 2,6 Kilometer langen Rundkurs, der sechsmal zu durchfahren war, besichtigt.

Stürze warfen Henri Uhlig im Rennen um die deutsche U23-Crossmeisterschaft. Foto: Anna Uhlig
Stürze warfen Henri Uhlig im Rennen um die deutsche U23-Crossmeisterschaft. Foto: Anna Uhlig

Der Boden war hartgefroren, so dass die Umstände laut Vater Steffen Uhlig auf ein „Ballerrennen“ hindeuteten. Doch die Vorzeichen änderten sich: Bis zum Start verschwand der Frost.

Schlammgruben haben es in sich

Auf einigen Streckenabschnitten entstand ein schlammiger, schmierender Untergrund, der den Fahren neben Kraft und Ausdauer auch einiges an Geschick und eine gehörige Portion Glück abverlangte. Aus der zweiten Startreihe fand Henri gut ins Rennen. Aber die Ambitionen des jungen Mannes bekamen einen ersten Dämpfer. „Auf Position vier hatte ich im Gelände einen kleinen Sturz. Der kostete nicht viel Zeit, aber Positionen“, berichtet Henri Uhlig. Wenig später verabschiedete sich die Kette ein erstes Mal vom Blatt.

Trotz etlicher Rückschläge blieb Henri Uhlig auf dem Rad und beendete seine Premiere bei der nationalen U23-Crossmeisterschaft auf Platz sechs. Foto: Anna Uhlig
Trotz etlicher Rückschläge blieb Henri Uhlig auf dem Rad und beendete seine Premiere bei der nationalen U23-Crossmeisterschaft auf Platz sechs. Foto: Anna Uhlig

„Die Motivation war anschließend noch vorhanden, aber beim nächsten Mal nicht mehr.“ Die erste Runde beendete Henri auf Position 25 von 34 gestarteten Fahrern. Der Abstand zur Spitze betrug über eine Minute. Die zweite Runde absolvierte er trotz eines Plattens genauso schnell wie die Topfahrer.

Radsport

Uhlig-Brüder nehmen erste Profi-Stufe

Die beiden RSC-Radsportler unterschreiben bei Kontinental-Teams. Dabei war das Vorjahr schwer, Henri dachte ans Aufhören.

In der dritten Runde „nahm das Pech seinen Lauf“. Henri stürzte innerhalb von 100 Metern zwei Mal, die Aufholjagd war beendet. Fortan schlich sich der Gedanke ein, „endlich aussteigen zu können und mir etwas warmes anzuziehen“.

Oscar Uhlig fand in Albstadt auf dem 26. Platz ins Ziel.  Foto: Anna Uhlig
Oscar Uhlig fand in Albstadt auf dem 26. Platz ins Ziel. Foto: Anna Uhlig

Papa Steffen war von diesem Gedanken nicht begeistert und erteilte dem im Depot geäußerten Ansinnen des Sohnemanns eine deutliche Absage. „Zum Glück fuhr ich weiter und fand wieder Spaß am Fahren. Die letzten beiden Runden konnte ich viel Zeit gut machen und auf Position sechs fahren. Leider spiegelt das Ergebnis nicht meine Leistung wider.“

Oscar Uhlig auf Radsuche

Henris älterer Bruder Oscar (19) hatte sich nach dem Start auf Platz 15 vorgearbeitet und positionierte sich zwischenzeitlich vor Henri. Allerdings konnte er nicht mithalten. Als ein Radwechsel aufgrund des verschlammten Kettenblatts fällig war, verlor er auf der Suche nach dem Ersatzrad im überfüllten Depot viel Zeit.

U23-Champion

  • Youngster:

    Tom Lindner (Jahrgang 2001), wie Henri Uhlig ein Fahrer im jüngsten U23-Alter, schnappte sich den Titel. Im Ziel hatte Lindner einen Vorsprung von 25,3 Sekunden auf den zweitplatzierten Maximilian Möbis.

  • Rennverlauf:

    Der Zwickauer Lindner schloss eine anfängliche Lücke zum führenden Möbis in einem Verfolgertrio, riss dann eine Lücke auf und setzte sich ab.

Vater (und gleichzeitig Betreuer) Steffen war mit dem zuvor gewechselten Rad von Henri beim Waschen. Letztlich holte Oscar im dunkelroten Trikot von AC Sparta Prag mit Rang 26 nicht die erhoffte Platzierung heraus. Im Ziel lag Oscar zwei Runden hinter dem Sieger Tom Lindner zurück. Henri fehlten 1:45,56 Minuten auf den Gewinner. Vor einem Jahr wühlte sich Henri Uhlig bei der deutschen U18-Crossmeisterschaft durch den Matsch von Kleinmachnow auf den Bronzerang. Den Titel holte auch damals Tom Lindner.

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