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Judo-Bundesliga

Viertelfinal-Gegner zeigt Mut

Witten empfängt am Samstag Rekordmeister Abensberg zum Hinkampf. „Dieses Los ist die Höchststrafe.“ Dennoch bietet der Gastgeber die Stirn.
von Martin Rutrecht, MZ

Auf Dimitri Peters (l. in London) wartet Wittens Benjamin Behrla, sein nationaler Herausforderer, der gegen de Abensberger ums Olympia-Ticket kämpfte. Foto: dpa

Abensberg.Der Oktober wird heiß für die Judo-Sparte des TSV Abensberg. In der Bundesliga stehen Hin- und Rückkampf zum Viertelfinale an, dazwischen fällt die Entscheidung im europäischen Vereinswettbewerb in Istanbul. „Als Etappe zur Finalrunde“ sieht TSV-Cheftrainer Radu Ivan das Aufeinandertreffen mit der Sport-Union Annen (SUA) Witten im Konzert der acht deutschen Titelanwärter. Am Samstag treten die Babonen um 18 Uhr auswärts an, am 27. Oktober erfolgt die umgedrehte Paarung an der Abens.

Eine Distanz von 565 Kilometern nehmen die TSV-Judoka morgen für den Weg in den Ruhrpott auf sich. Der Süd-Meister der Bundesliga-Vorrunde misst sich mit dem Vierten der Staffel Nord. „Das sollte im Grunde eine klare Angelegenheit für uns werden“, sagt Ivan. „Wir werden auf sämtliche deutsche Athleten in unserem Kader zurückgreifen, angefangen von den Olympia-Dritten Andreas Tölzer und Dimitri Peters bis hin zu Jungspunden wie Manuel Scheibel oder Dennis Johansson.“

Einzige ausländische Verstärkung wird in der 81 kg-Klasse der US-Amerikaner Travis Stevens sein, der Halbfinal-Gegner von Silbermedaillengewinner Ole Bischof in London. Abensbergs Peking-Olympiasieger hat seine Karriere vor einigen Wochen beendet.

Einige enge Duelle erwartet der TSV-Chefcoach in den Vergleichen nationaler Athleten. „Die deutschen Kämpfer kennen sich von Trainingslagern und Meisterschaften. Da kann die Waage so oder so ausschlagen.“ Gefährlich aufseiten der Hausherren sind etwa die Behrla-Brüder (100kg). Für den Rekordmeister sollen die einzelnen Begegnungen auch eine Standortbestimmung im Hinblick auf den Europa-Cup in Istanbul in zwei Wochen sein. „Wir werden in der Türkei höchst gefordert sein und Kräfte lassen. Daher benötigen wir für den Rückkampf zum Viertelfinale eine Woche später eine gute Ausgangsbasis. Wir wollen und werden unserem Ruf als deutsche Nummer eins gerecht werden“, so Radu Ivan.

Als „Höchststrafe“ tituliert Wittens ehrenamtlicher Geschäftsführer Matthias Kiehm schmunzelnd das Los Abensberg. Die Sport-Union Annen wollte dem Aufeinandertreffen mit einem Erfolg im letzten Vorrundenduell beim JC Frankfurt/Oder aus dem Weg gehen – und verlor 5:9. Trainer Andreas Reeh soll „stinksauer“ gewesen sein, wird aus dem Ruhrgebiet kolportiert.

„Den Rekordmeister zu bezwingen, ist fast unmöglich. Aber wir werden unsere stärkste Mannschaft aufbieten. Das ist Ehrensache“, so Kiehm, der abseits seiner Vereinstätigkeit im Deutschen Judobund als Bundesliga-Referent fungiert. Für die Hausherren sollen auch international bekannte Niederländer auf die Matte gehen, etwa der frühere U20-Weltmeister Marvin de la Croes (90 kg). „Die Holländer wohnen praktisch um die Ecke und sind mit unseren deutschen Kräften gut befreundet.“ Ein Problem hat Witten in der Klasse bis 60 kg. Der zweifache EM-Dritte Jeroen Mooren ist verletzt, „und unsere Jungs haben Schwierigkeiten, Gewicht zu machen“.

Interessante Begegnungen sieht der Geschäftsführer, der sich als „Abensberger Fan“ outet, in den höheren Kategorien. So messen sich bis 100 kg die deutschen Olympiakandidaten Benjamin Behrla und der Abensberger Peters, der letztlich nach London fuhr und Bronze holte. Im Schwergewicht soll André Breitbarth dereinst den TSV-Koloss Andreas Tölzer beerben. „Ich fürchte, dafür ist es noch ein paar Jährchen zu früh“, meint Kiehm.

Dennoch: „Im Judo ist vieles möglich.“ Die Gastgeber wünschen sich eine „enge Kiste, damit für den Rückkampf in Abensberg noch ein wenig Spannung bleibt“. Im ersten Teil des Viertelfinales stehen sich am Samstag zudem gegenüber: Großhadern und UJKC Potsdam, JC Ettlingen und Frankfurt/Oder sowie JC Bottrop und KSV Esslingen.

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