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Bundesliga

Vor dem „Finale dahoam“

Der deutsche Judo-Rekordmeister TSV Abensberg wird im Viertelfinal-Rückkampf am Samstag zu Hause gegen Witten nicht mehr viel anbrennen lassen.

Der TSV Abensberg – im Bild Manuel Scheibel (in weiß) – will am Samstag ins Endturnier zur Judo-Bundesliga „reiten“. Der Rekordmeister wäre Gastgeber der Entscheidung. Foto: Archiv

Abensberg. Matthias Kiehm, Geschäftsführer des Judo-Klubs SUA Witten, muss bei der Frage schmunzeln. „Das 1:7 aus dem Hinkampf noch drehen? Das ist gegen den TSV Abensberg unmöglich, da bin ich Realist. Wir treten gegen den frisch gebackenen Europacup-Sieger an.“ Tatsächlich sind die Vorzeichen mehr als eindeutig, wenn der deutsche Rekordmeister die Wittener am Samstag, 17 Uhr, zum zweiten Vergleich im Viertelfinalduell begrüßt. Wenn’s endet wie alle erwarten, nämlich mit einem Erfolg der Babonen, sieht Abensberg am Samstag, 24.November, das Bundesliga-Finalturnier 2012.

Auch in der TSV-Riege um Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger weiß man, dass angesichts des deutlichen Erfolgs im Hinkampf die Ankündigung eines spannungsgeladenen Wiedersehens nicht wirklich zieht. Aber die Hausherren locken mit anderen „Zuckerln“. Der Eintritt am Samstag ist frei. Bereits ab 15 Uhr werden in einem Kinder-Vergleichskampf die ganze Breite der Abensberger Arbeit und die Früchte daraus vorgestellt. Und außerdem versprechen beide Bundesliga-Klubs attraktive Mattenduelle mit starken Athleten.

„Wir haben den Abensbergern bei uns zu Hause sechs Unentschieden abgerungen. Darauf sind wir stolz. Wir wollen jetzt nicht im Rückkampf sang- und klanglos untergehen“, sagt SUA-Geschäftsführer Kiehm. So werde man die „bestmögliche Mannschaft“ mitbringen, was auch den Einsatz von niederländischen Legionären bedeutet. Von Witten aus ist es nur ein Katzensprung ins Nachbarland.

Im Babonen-Lager hat man sich ein, zwei Tage nach dem Europacup-Triumph in Istanbul sofort wieder der Trainingsarbeit zugewandt. Beim morgigen Auftritt will der Gastgeber vor allem „echte Omschberger“ auf die Matte bitten. „Wie schon zum Abschluss der Vorrunde gegen Wiesbaden sollen sich die Fans an heimischem Gewächsen erfreuen“, kündigt Otto Kneitinger an. „Die Burschen haben damals ihre Aufgabe so toll gelöst, dass es keinen Grund gibt, es gegen Witten anders zu handhaben.“ Die arrivierten Stars können nach London sowie dem europäischen Husarenstück in Istanbul eine Pause gut vertragen. Sie müssen ihre Akkus für das Bundesliga-Endturnier ohnehin noch einmal aufladen.

Aus der TSV-Schmiede werden am Samstag Manuel Scheibel, Dennis Johansson, Gerhard Zeitler, Sebastian Seidl, Stefan Kneitinger, David Krämer, Fabian Seidlmeier, Simon Matuschek und Dominik Gerzer bereit stehen. Damit sind auch einige Bundesliga-Neulinge im Aufgebot. Trainer Radu Ivan wird sie behutsam an die höchste deutsche Klasse heranführen. Als Mentoren und Vorbilder bieten sich die Olympia-Medaillengewinner Andreas Tölzer und Dimitri Peters sowie London-Starter Christopher Völk an, die morgen zumindest vor Ort sind. Robert Dumke, Florian Germroth und Sven Maresch streifen sich zudem ihren Judo-Anzug über. „Wir wollen unsere absolute deutsche Spitze natürlich nicht verstecken“, so der Ehrenabteilungsleiter und der Coach unisono.

Die Voraussetzung, die Bundesliga-Entscheidung der vier Halbfinalisten an die Abens zu holen, ist wie erwähnt denkbar gut. „Wir wollen nicht vorab sagen, dass wir das Endturnier sicher haben, doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß“, pflichtet Kneitinger bei. Tritt der erwartete Fall ein, können sich die Zuschauer gleich eine Eintrittskarte für den 24. November sichern. Die Karten liegen bereit. „Die Abensberger haben damit einen Startvorteil, ehe der Andrang auf die Tickets seitens der Gäste-Teams beginnt.“ Vielleicht schnappt sich auch mancher Wittener eine. (mar)

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