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Weltelite trifft sich im Judo-Mutterland

Mehr Stars geht kaum: Beim Grand Slam in Tokio versammeln sich Weltmeister und Olympiasieger wie Abensbergs Ole Bischof, der ein TSV-Quartett anführt.

Ole Bischof verbindet mit Asien beste Erinnerungen: Sein Olympia-Gold holte er 2008 in Peking. TSV-Teamkollege Ludwig Paischer (dahinter) aus Österreich gewann damals in seiner Gewichtsklasse Silber. Foto: Archiv

Abensberg. Wer sich die Teilnehmerliste des GrandSlam-Turniers am Wochenende in Tokio ansieht, stößt hinter den Namen der Starter immer wieder auf Zusätze wie „1st Olympic“ oder „1st Worlds“, was nichts anderes bedeutet als: Olympiasieger bzw. Weltmeister. Die Konkurrenz im Mutterland des Judo sucht ihresgleichen. In vier Gewichtsklassen führt der Weltranglisten-Erste das Tableau an; zweimal ist es die Nummer zwei. Nur im Schwergewicht fehlen die Top Drei des Erdballs, darunter auch Doppel-Vizeweltmeister Andreas Tölzer vom TSV Abensberg.

Der 145 kg-Koloss kann sich entspannt zurücklehnen. Mit WM-Silber, den Grand Prix-Siegen in Amsterdam und Düsseldorf sowie Rang drei beim Masters in Baku hat er längst das Ticket für die Olympischen Spiele 2012 in London in der Tasche. Der TSV-Bundesligakämpfer ist sicher mit von der Partie auf der britischen Insel.

„Du musst die Besten fordern“

Ganz anders steht es da um seine Teamkollegen Christopher Völk (73kg), Olympiasieger Ole Bischof, Sven Maresch (beide 81 kg) sowie Dimitri Peters (100 kg). Sie brauchen noch Punkte aus internationalen Turnieren auf ihren Qualifikationszetteln. In der Kategorie bis 81 kg brennt zudem ein nationaler Konkurrenzkampf zwischen Peking-Held Bischof und seinem Herausforderer Maresch.

Beide Abensberger Judoka erheben Anspruch auf die London-Reise. Deshalb gehen auch beide in Tokio an den Start, denn bei einer Grand Slam-Veranstaltung (höchste Turnierstufe) lassen sich mit vorderen Ränge reichlich Zähler für die Weltrangliste einstreichen. Bischof (Platz 9) und Maresch (11) liegen in diesem Ranking eng auf eng. In Tokio finden sie sich selbst mit diesen Spitzenrängen nicht unter den Top Drei der Starter bis 81 kg.

Nicht einen Deut einfacher ist die Aufgabe für den Regensburger Völk. Er darf sich mit dem Ersten und Dritten des Globus um den Turniersieg balgen – sofern er die Auftaktrunde gegen den Weltranglisten-Siebten aus Japan übersteht. TSV-Chefcoach Radu Ivan aber weiß wie sein Schützling, dass es solche Vergleiche im Vorfeld von Olympischen Spielen braucht. „Erstens zählt jeder Punkt, und zweitens wirst du in London nichts reißen, wenn du dich nicht zuvor mit der Elite misst“, sagt der Trainer.

Ganz dicke kommt es für den 100kg-Recken Peters: Schon in Runde zwei droht ihm der ehemalige Weltmeister und erstgereihte Mann der Welt, Lokalmatador Takamasa Anai.

Das Abensberger Quartett ist gemeinsam mit dem deutschen Nationalkader nach Asien aufgebrochen. Internationale Trainingslager werden dem Mammutturnier in Tokio – dotiert mit 150 000 US-Dollar – folgen, ehe ein Grand Prix in China ansteht (siehe Info-Kasten).

Ganz oben auf dem Olymp

Selbstredend lassen sich auch die stärksten Legionäre aus der Babonenriege in Japan sehen. Bis 60 kg werden der Olympiazweite Ludwig Paischer (Österreich) und Ex-Weltmeister Georgii Zantaraiia (Ukraine) auf die Matte gehen. In Völks 73 kg-Klasse mischt der frühere WM-Dritte Kyioshi Uematsu (Spanien) mit. Aktuell mit WM-Bronze geziert, rückt Lukas Krpalek (Tschechien) in der 100 kg-Kategorie an. Und einer darf natürlich nicht fehlen: Olympiasieger und Weltmeister Ilias Iliadis (90 kg) aus Griechenland. Er stand wie Ole Bischof schon oben auf dem Olymp, wo sie alle hinwollen. (mar)

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