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Leichtathletik

Harrer läuft aus Tief

Die Olympiafahrerin Corinna Harrer glänzt beim eigens initiiertem Wettkampf auf der Sportanlage am Regensburger Weinwe mit einer 800-Meter-Bestzeit.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

EM-Platz neun hatte die Regensburgerin Corinna Harrer verunsichert, ein Formtest in Regensburg brachte neues Selbstvertrauen. Foto: dpa

REGENSBURG. Corinna Harrer ist erleichtert. In einem eigens für sie auf der Sportanlage am Regensburger Weinweg angemeldeten offiziellen Rennen legte die Läuferin die 800 Meter in 2:00,87 Minuten zurück: Deutsche Jahresbestzeit, persönliche Jahresbestzeit. „Jetzt weiß ich, dass die zwei Minuten bald fallen werden“, sagte die 21-Jährige von der LG Telis Finanz Regensburg, die bei den Olympischen Spielen aber über 1500 Meter startet. Bei der Europameisterschaft in Helsinki war Harrer nach einem starken Vorlauf mit Platz neun im Endlauf enttäuscht von sich gewesen.

Nominiert für Olympia zu werden ist das eine, gefordert war vor London aber noch ein Gesundheitsnachweis, der allerdings nicht an eine bestimmte Zeit geknüpft war. Den hat die Aufsteigerin aus der Oberpfalz erbracht – sogar eindrucksvoll, und damit zweifelsfrei Selbstvertrauen zurückgewonnen. Denn in dem gemischten Rennen, bei dem Felix Plinke und Philipp Pflieger als Tempomacher agierten, sorgte stürmischer Wind für alles andere als optimale Bedingungen. „Außerdem mag ich es gar nicht, im Trainingsstadion einen Wettkampf zu laufen“, sagte Corinna Harrer, für die eigens eine elektronische Zeitmessanlage samt Zielfoto-Anlage installiert worden war. „Schön war, dass meine Eltern, mein Freund und einige Bekannte nur zum Zuschauen dabei waren“, sagt Harrer.

59,5 Sekunden für die erste Runde, eine Zwischenzeit von 1:29,67 Minute bei 600 Metern notierte Trainer Kurt Ring und war am Ende „sehr, sehr zufrieden“. Auch, oder vor allem, weil der Auftritt „aus dem mentalen Tief nach der EM“ half. „Nach der EM war ich unsicher“, sagt Harrer.

Den nächsten Schub soll der nächste Mittwoch bringen, wenn die Wenzenbacherin im Dante-Stadion in München ein letztes Mal vor London die 1500 Meter in Angriff nehmen wird. „Richtung Bestzeit“ soll es da laut Corinna Harrer gehen. „Zwei gute Trainings, zwei gute Rennen, dann könnte sie einen Haufen mitnehmen zu Olympia“, sagt Ring.

Denn dort wird es schwer: Corinna Harrer, die noch für drei Tage zum Kader-Lehrgang nach Kienbaum fährt und am 3. August nach London fliegt, hat im Feld der Teilnehmerinnen die 20. Zeit stehen. „Und 24 kommen ins Halbfinale“, sagt Kurt Ring. „Selbst dafür wird sie also hart arbeiten müssen. Der Vorlauf am 6. August ist schon unser Endlauf.“ Der eigentliche Endlauf am 10. August ist weit weg – aber der Traum lebt.

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