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Pflieger wird vom Winde verweht

Beim Meeting in Leiden wollte der Regensburger seine Bestzeit angreifen. Doch starke Böen verhinderten das.

Philipp Pflieger mühte sich in Leiden trotz schwieriger Bedingungen zu einer Zeit von 28:43,33 Minuten über 10000 Meter.
Philipp Pflieger mühte sich in Leiden trotz schwieriger Bedingungen zu einer Zeit von 28:43,33 Minuten über 10000 Meter. Foto: Kiefner

Leiden.10000-Meter-Läufer haben in Europa ganz wenige Möglichkeiten, ihr Können bei adäquater Konkurrenz unter Beweis zu stellen. 10000-Meter-Läufer brauchen dazu auch ganz spezielle Bedingungen vom Wetter her, um erfolgreich zu sein. Philipp Pflieger von der LG Telis Finanz Regensburg ist so ein Läufer, der einen internationalen Anspruch mit einer Bestzeit von 28:40,27 Minuten stellen kann. Er, der bei den nationalen Titelkämpfen Anfang Mai bei der Goldvergabe erkältet zuschauen musste, hatte sich wie schon im Vorjahr das Gouden Spike Meeting im holländischen Leiden ausgeguckt, um schneller als jene 28:40,27 Minuten zu laufen. Es sollte nicht sein: Ein Sturmtief tobte sich aus und blies den Regensburger fast von der Bahn.

Mit guter Taktik teuer verkauft

In einem letztendlich taktisch gelaufenen Rennen verkaufte sich der Telis-Mann aber glänzend und überquerte als bester Europäer und Gesamtsechster mit einem fulminanten letzten Tausender in 2:41 Minuten und einer noch schnelleren letzten Runde in 60 Sekunden mit bestzeitennahen 28:43,33 Minuten das Ziel.

Er nützte den Segen einer kompakten Vierer-Verfolgungstruppe – das Rennen ging vorne mit der Weltklassezeit von 27:41,69 Minuten an den Eritreer Abram Osman Adem – um im Windschatten der anderen die orkanartigen Böen von weit über 50 km/h einigermaßen zu überleben, ganz gleich, ob das Tempo mal sehr schnell oder aber windbedingt langsam war. „Allein zu laufen, wäre läuferischer Selbstmord gewesen“, sagte er dazu und der Rat seines Trainers Kurt Ring war Gold wert.

Teamkollegen mit gleichem Problem

Philipp Pflieger folgte dem Rat mustergültig, um als weitaus bester der Vierergruppe mit einem sensationellen Spurt auf der letzten Runde noch vier oder fünf Ostafrikaner einzusammeln. „Er kann in der heutigen Verfassung sicher auch die angestrebten 28:20, aber dazu musst du auch die passenden äußeren Umstände haben. Wenn du nur ein Rennen im Jahr zur Verfügung hast, sind jene glücklichen Umstände eher zufällig und damit halt auch recht unwahrscheinlich“, erläutert Pfliegers Coach am Ende der anstrengenden 25 Runden.

Pfliegers Teamkollegen Benedikt Huber und Florian Orth waren in ihren Rennen ebenfalls extrem windgeschädigt. Benedikt Huber konnte zumindest verbuchen, mit seinen 1:49,37 Minuten und Fünfter des 800-Meter-A-Laufs, bester Deutscher zu sein. Florian Orth (LG Telis Finanz) erreichte als Siebter in 1:49,72 das Ziel. Regensburgs Laufhoffnung auf den längeren Distanzen 1500Meter und 5000Meter braucht gleichmäßigere Tempi und mehr Wärme, um an seine 1:47,41 Minuten des Vorjahres wieder heranzukommen.

Für Stella Kubasch war das 1500-Meter-Rennen unglücklich getimed. Im extrem schnell angelaufenen Rennen verlor die Regensburgerin schnell den Kontakt zur Spitze.

Die Läuferin der LG Telis Finanz blieb als Achte in 4:25,24 Minuten wie alle anderen Konkurrentinnen weit unter Wert. Es gewann die Äthiopierin Basu Sadu in 4:09,84 Minuten.

(orv)

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