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Sport aus Neumarkt
Sonntag, 19. August 2018 30° 2

Interview

Immer wieder Probleme mit Passanträgen

Bei Online-Passverfahren kommt es im Einzelnen immer wieder zu Schwierigkeiten, weiß der Leitende Verbandsanwalt des BFV.
Von Thorsten Drenkard

Friedrich Reisinger, Leitender Verbandsanwalt Foto: BFV/Bogdahn
Friedrich Reisinger, Leitender Verbandsanwalt Foto: BFV/Bogdahn

Seligenporten.Herr Reisinger, welche Strafe sieht die BFV-Spielordnung ganz allgemein für Fälle vor, in denen nicht-spielberechtigte Fußballer eingesetzt wurden?

Allgemein kann man sagen: Hat ein Verein einen nicht-spielberechtigten Spieler eingesetzt, wird die Begegnung mit 0:2 gegen den jeweiligen Verein gewertet, sofern die Partie nicht ohnehin verloren wurde, dann gilt das tatsächliche Ergebnis. Darüber hinaus können noch weitere Strafen gegen den Verein und gegebenenfalls auch gegen den Spieler ausgesprochen werden, diese sind unter anderem davon abhängig, ob ein Verein oder dessen Vertreter nachlässig, fahrlässig, grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben.

Wie hoch ist der Anteil von nicht korrekt beziehungsweise fehlerhaft gestellten Passanträgen zum Beispiel via Online-Antrag, den die meisten Vereine mittlerweile nutzen?

Eine genaue Zahl kann von mir nicht genannt werden. Aber es kommt vereinzelt immer wieder zu Schwierigkeiten beim Online-Verfahren. Generell kann man sagen: Je professioneller die Vereinsstrukturen sind, desto weniger Fehler werden gemacht. Viele kleinere Vereine, in denen sich ausschließlich Ehrenamtliche engagieren, stoßen manchmal an die Grenzen der Machbarkeit. Da steckt keine böse Absicht dahinter, wenn etwas fehlerhaft ist.

Hier lesen Sie einen Bericht zum Sportgerichtsfall „Pipinsried/Seligenporten“.

Überspitzt gesagt bedeutet das aber doch, dass nahezu in allen Ligen Bayerns die Tabellenstände am Saisonende womöglich nicht korrekt sind, weil es durchaus möglich sein kann, dass Vereine nicht-spielberechtigte Spieler aufgeboten haben, oder?

Dies ist eine sehr provokante Formulierung und stimmt so auch nicht. Denn die meisten Vergehen werden nicht vorsätzlich begangen und berühren oftmals nur Verwaltungs- beziehungsweise Aufbewahrungsvorschriften, die zwar zu Strafen für die Vereine führen, aber keinen Einfluss auf die Spielberechtigung haben und somit keine Spielwertungen nach sich ziehen. Die wenigen Fälle, in denen von den Vereinen bewusst falsche Spielberechtigungen erlangt wurden, werden nach meiner Meinung – durch aufmerksame Verbandsmitarbeiter oder Nachbarvereine – fast vollständig während der Saison bekannt und auch entsprechend von den Sportgerichten entschieden, so dass man zu Saisonschluss von korrekten Tabellen ausgehen kann.

Wie überprüft der BFV, ob gestellte Passanträge der Vereine überhaupt korrekt sind oder Vereine womöglich vorsätzlich betrügen?

In unserem Verband gibt es regelmäßig Stichproben, die ganz allgemein oder auf Verdacht hin vorgenommen werden. Die Vereine verpflichten sich bei der Online-Passantragstellung, dass die für eine Antragstellung erforderlichen Unterlagen für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren aufbewahrt und auf Anforderung des BFV vorgelegt werden.

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