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Sonntag, 23. September 2018 21° 7

Eishockey

Jiranek: Von Sommerurlaub keine Spur

Ice Tigers-Sportdirektor Martin Jiranek spricht über anstehende Highlights und klärt wichtige Personalfragen.
von Daniel Frasch

Martin Jiranek spricht von einer großen Vorfreude auf die neue Saison.Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto
Martin Jiranek spricht von einer großen Vorfreude auf die neue Saison.Foto: Thomas Hahn/Eibner-Pressefoto

Neumarkt.Herr Jiranek, während sich ihre Spieler noch im Sommerurlaub befinden, erreiche ich Sie in der Arena …

(lacht) So ist das nun mal als Sportdirektor. Ich habe viel zu tun, die Arbeit geht nicht aus. Zum einen organisiere ich gerade das Trainingscamp für unsere deutschen Spieler in Füssen, in das wir übernächste Woche starten. Außerdem arbeite ich noch an den Feinheiten für unsere Saisonvorbereitung mit dem gesamten Kader.

Wie wird die Vorbereitung genau aussehen?

Zuerst sind wir in Nürnberg auf dem Eis und im Kraftraum, dann werden wir am Gäuboden-Cup in Straubing teilnehmen. Außerdem veranstalten wir wieder den Mercedes-Benz-Rent- Cup in Nürnberg.

Wolfgang Gastner beerbt Sandner

  • Wechsel:

    Wolfgang Gastner übernimmt mit sofortiger Wirkung die Geschäftsführung der THOMAS SABO Ice Tigers von Christoph Sandner, der nach fünf Jahren als Geschäftsführer der Nürnberg Ice Tigers Eishockey GmbH ausscheidet.

  • Fan:

    Der 43-jährige Gastner ist seit 2004 als Pressesprecher für die Ice Tigers tätig und freut sich auf die neue Herausforderung: „Mein Herz hängt seit knapp zwei Jahrzehnten an den Ice Tigers, zunächst als großer Fan, dann als Mitarbeiter.“

  • Unterstützung

    erhält Gastner von Roman Horlamus. Der 31 Jahre alte Medien- und PR-Manager, der seit 2007 für die Ice Tigers arbeitet, übernimmt zu seinen Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit die neue Position des Geschäftsstellenleiters.

Nebenbei suchen Sie auch noch einen Ersatz für Yasin Ehliz. Wie überraschend kam für Sie dessen Wechsel in die NHL?

Sehr überraschend. Nach der abgelaufenen Saison wusste ich noch gar nichts, erst vor rund vier Wochen gab es erste Gerüchte. Dann hat mir Calgarys Agent mitgeteilt, dass bald ein Angebot eingehen wird. Dann ging alles ganz schnell, innerhalb einer Woche wurde der Wechsel schließlich vollzogen.

Trauen Sie Ehliz den Durchbruch in der NHL zu?

Ja, auf jeden Fall. Er hat in der Vergangenheit hart gearbeitet und sich das Interesse verdient. Er verfügt über den nötigen Ehrgeiz und die Motivation, sich durchzusetzen. Klar, die NHL ist die beste Liga der Welt, darum wird es schwer. Aber ich traue ihm zu, dass er es schafft.

„Die höhere Belastung ist auch das Hauptthema, wenn wir intern über weitere Neuverpflichtungen sprechen, denn wir brauchen einen großen und breiten Kader.“

Martin Jiranek, Sportdirektor der Ice Tigers

Wie weit ist die Suche nach einem Ersatz fortgeschritten?

Zu diesem Zeitpunkt ist es fast unmöglich, einen Spieler wie Yasin zu ersetzen. Aber wir geben unser Bestes und wollen noch ein bis zwei Spieler verpflichten.

Auch in der Abwehr gibt es offene Fragen: Wird Tom Gilbert weiterhin im Trikot der Ice Tigers auflaufen?

Die Gespräche mit Tom laufen gut, wir stehen kurz vor einem Abschluss. Ich sehe gute Chancen, dass Tom auch in der kommenden Saison für uns spielen wird.

Wird Colton Teubert nach zwei Bandscheibenvorfällen noch einmal auf das Eis zurückkehren?

Bei Colton schaut es sehr schlecht aus. Er hat uns mitgeteilt, in der kommenden Saison noch nicht zurückzukommen. Damit hat er es sehr schwer, sich wieder im Profibereich zu etablieren. Sollte er nicht spielen können, werden wir den Vertrag auflösen.

Können Sie sich noch an die internationalen Auftritte mit den Ice Tigers 1999 als aktiver Spieler erinnern?

Ja, sehr gut sogar. Wir haben unsere Heimspiele in Regensburg ausgetragen. Auch die Reise nach Moskau war für uns alle ein großer Spaß, auch weil wir mit 2:1 nach Penaltyschießen gewonnen haben. Keine Frage, diese Spiele waren absolute Highlights in meiner Karriere.

Mit dem Spengler-Cup und der Champions Hockey League warten in der neuen Saison gleich mehrere Highlights auf die Ice Tigers.

Ja, die Saison wird etwas ganz Besonderes für uns. So eine große Vorfreude auf die Saison gab es in Nürnberg wohl noch nie. Die Stimmung im Umfeld ist toll und unsere Spieler sind jetzt schon hochmotiviert. Ich bin überzeugt, dass es eine sehr interessante und spaßige Spielzeit werden wird – für den ganzen Verein und natürlich auch für die Fans.

„Die kommende Saison wird etwas ganz Besonderes für uns.“

Martin Jiranek, Sportdirektor der Ice Tigers

Fürchten Sie die Gefahren, die die Doppelbelastung mit sich bringt?

Eine Gefahr ist definitiv vorhanden. Die höhere Belastung ist auch das Hauptthema, wenn wir intern über weitere Neuverpflichtungen sprechen, denn wir brauchen einen großen und breiten Kader. Die Vergangenheit hat es gezeigt: Egal, ob Wolfsburg oder München, die Teams, die in der Champions League dabei waren, haben im Oktober und November oft Schwächephasen durchgemacht. Ein höheres Verletzungsrisiko, lange Reisestrapazen – es wird viel auf uns zukommen. Aber wir müssen damit umgehen, schließlich ist das unser Beruf. Andere Mannschaften wären gerne in unserer Situation.

Mit Kevin Gaudet haben Sie schnell den Nachfolger für Ex-Trainer Rob Wilson präsentiert. Wie kam der Kontakt zustande?

Ich kenne Kevin schon länger. Vor zwei Jahren haben wir gegen seine Mannschaft gespielt. Bereits damals ist mir aufgefallen, dass sein Team sehr ähnlich spielt wie wir. Schon damals war ich sicher, dass Kevin der passende Nachfolger wäre, sollte Rob einmal aufhören. Natürlich habe ich auch mit anderen Kandidaten gesprochen, aber Kevin war mein Wunschkandidat. Er passt am besten zu dem Kader, den wir für die kommende Saison bislang zusammengestellt haben. Es würde keinen Sinn machen, dieser Mannschaft einen Trainer vorzusetzen, der ein komplett anderes System spielen lässt.

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