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Regionalliga

Prinzen und die Suche nach einem Leader

Will der SV Seligenporten beim aufstrebenden 1. FCN II bestehen, braucht es Spieler, die Verantwortung übernehmen.
Von Udo Weller

Fotios Katidis (rot) ist ein Vorbild an Einsatzbereitschaft, verfügt allerdings nicht über den unbedingten Zug zum Tor. Foto: Weller
Fotios Katidis (rot) ist ein Vorbild an Einsatzbereitschaft, verfügt allerdings nicht über den unbedingten Zug zum Tor. Foto: Weller

Seligenporten.Dass das für vergangenen Dienstag angesetzte Spiel gegen den SV Schalding-Heining der so gar nicht einem Frühlingsanfang gemäßen Witterung zum Opfer fiel, löste bei Seligenportens Übungsleiter Roger Prinzen zwiespältige Gefühle aus: „Wir hätten ganz gerne gespielt“, so der Coach der Klosterer.

Allerdings bot sich dadurch ihm und seinen Mitstreitern Zeit und Gelegenheit, unter anderem das 1:1-Unentschieden gegen den FV Illertissen nochmal genau zu analysieren. „Im Vergleich zum Auftritt gegen Buchbach waren wir in der Defensive wesentlich stabiler und haben auch die gegnerischen Standardsituationen besser verteidigt“, streicht Prinzen zwei positive Aspekte der Begegnung heraus, die maßgeblich zum ersten Punktgewinn des noch jungen Fußballjahres für die Regionalliga-Fußballer des SVS beitrugen.

Aspekte also, die auch im Zuge des an diesem Samstagnachmittag (14 Uhr) bevorstehenden Auftrittes beim 1. FC Nürnberg II unbedingt zum Tragen kommen müssen. Immerhin verfügen die „Clubberer“ mit insgesamt 63 Einschüssen in 25 Ligaspielen über die mit Abstand beste Offensive der Regionalliga Bayern.

Massiver Umbau des Kaders

Nach einem massiven Kaderumbau im Sommer legte das Team des ebenfalls neu an den Valznerweiher gewechselten Ex-Club-Profis Reiner Geyer zunächst einen recht durchwachsenen Start in die Saison hin.

Mittlerweile aber hat sich der fränkische Talentschuppen stabilisiert und ist bis auf den dritten Tabellenplatz empor geklettert. Auch die im Februar verkündete Entscheidung, keine Lizenz für die dritte Liga zu beantragen, vermochte den Höhenflug nicht zu stoppen.

Vielmehr trotzte man dem ambitionierten TSV 1860 München im ersten Spiel nach dieser Entscheidung im mit mehr 17000 Zuschauern – darunter größtenteils Löwenfans – gefüllten Max-Morlock-Stadion nach einem 0:2-Rückstand noch eine Punkteteilung ab, um dann am vergangenen Wochenende dem FC Bayern München II mit einem 3:1 auf dessen eigenem Gelände eine herbe Heimniederlage beizubringen.

Mittendrin auch Andreas Knipfer. Der 20-Jährige wagte in der vergangenen Saison den Sprung vom BSC Woffenbach zum FCN und hat sich dort auf seiner Position als rechter Außenverteidiger zum unverzichtbaren Stammspieler gemausert.

Feste Größen im SVS-Kader

Feste Größen im Kader, die besitzt auch Roger Prinzen bei seinen Klosterern. Allerdings keine, die in schwierigen Situationen zuverlässig das Heft des Handelns übernehmen.

„Uns fehlen Spieler, die Führung übernehmen und anschieben“, macht der Trainer aus diesem Manko keinen Hehl. Beim SV Seligenporten ein mittlerweile schon seit Jahren immer wieder beklagter Umstand, ist es doch seit dem Abschied von Matthias Wolf im August 2012 nicht mehr gelungen, einen echten „Leader“ bei den Klosterern zu verpflichten.

Marco Weber verfügt zwar durchaus über die hierfür nötigen Qualitäten und erhebt auch an sich selbst den Anspruch, Führung innerhalb und für die Mannschaft zu übernehmen. Tatsächlich aber agiert der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler viel zu wechselhaft und taucht zuweilen, wie gegen Buchbach geschehen, schon mal komplett ab. Zu welchen Leistungen Marco Weber imstande sein kann, bewies er im Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg II, als er eine bärenstarke Leistung absolvierte und obendrein zwei Treffer zum 3:1-Erfolg seines SV Seligenporten beisteuerte.

Zurückgreifen kann Prinzen im Spiel gegen die Club-Reserve auf die zuletzt erkrankten Sven Seitz im Sturm und Abwehrmann Pascal Schärtel. Noch keine Alternative ist hingegen Milos Tesic, der nach monatelangen Visum-Problemen zwar endlich im Training teilnimmt, aber sowohl noch körperlichen als auch taktischen Rückstand aufweist.

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