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Sport aus Neumarkt
Sonntag, 27. Mai 2018 28° 3

Gegensätze

Traum- und Horror-Saison für Neumarkter

Während die Fibalon Baskets ohne Verlustpunkt Meister wurden, steigen die ASV-Volleyballer mit null Zählern erneut ab.
Von Thorsten Drenkard

Die Fibalon Baskets bejubeln ihre Meisterschaft, die sie ohne jeglichen Punktverlust holten. Foto: Rehberger

Fibalon Baskets Neumarkt: 22 Spiele, 22 Siege – eine perfekte Meistersaison:

Die Prognose von Coach Mario Göhring vor dem ersten Sprungball der Spielzeit 2017/18 klingt mit dem Wissen von heute wie blanker Hohn.

„Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und eine gute Rolle spielen“, hatte der Nachfolger des nach Ansbach abgewanderten Martin Ides im Gespräch mit der MZ Mitte September zurückhaltend das Ziel seiner Fibalon Baskets Neumarkt für die Bayernliga Mitte-Saison formuliert.

Nun ja, seine Spieler haben sich nicht ganz an die Aussage ihres Trainers gehalten – stattdessen haben sie die Worte des Ex-Profis grandios übertroffen.

„Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen und eine gute Rolle spielen.“

Coach Göhring vor der Saison

In Zahlen ausgedrückt, liest sich die blitzeblanke Bilanz der Neumarkter beeindruckend: 22 Ligaspiele absolvierten Maxi Richter und Kollegen in dieser, an diesem Wochenende abgelaufenen Saison – 22 Mal durften die Neumarkter nach der Schlusssirene einen Sieg bejubeln. Selten ist ein Team dominanter Meister in der Bayernliga geworden. Dass die Fibalon Baskets am Ende gar eine perfekte Saison ohne jeglichen Verlustpunkt spielten, war die besondere Krönung jener Ausnahmespielzeit.

Kein Wunder, dass Fibalon-Vorstandsmitglied und Teamkapitän Roland Weigl von einer „Klasseleistung des Kaders“ spricht und den „Teamspirit, das Coaching und die Spielerleistung“ uneingeschränkt lobt.

Die Fibalon Baskets waren von ihren Gegnern nicht zu stoppen. Foto: Christian Rehberger

Vom ersten Spieltag an mischten die Neumarkter Korbjäger in der Tabelle oben mit, je länger die Saison fortschritt, desto größer wurde der Abstand des Dauerspitzenreiters zum bemitleidenswerten Verfolgerfeld.

Letztlich standen die Neumarkter Basketballer bereits Anfang März als unbezwingbarer Meister der Saison fest – einen Monat vor dem eigentlichen Saisonende.

Die Gefahr, dass ob dieser FC Bayern-ähnlichen Dominanz der hilflosen Konkurrent eventuell die Spannung im Team verloren hätte gehen können, bestand zu keiner Zeit – denn, wie Mario Göhring, weiß: „Gewinnen macht Spaß!“

Also gewannen die Fibalon Baskets und gewannen und gewannen. Dass sich in der Bayernliga Mitte mit dem TSV Schwandorf (4.), den Regensburg Baskets (5.), dem ASV Cham (8.) und dem TV Amberg (10.) gleich vier Konkurrenten aus der Oberpfalz tummelten, welche die Göhring-Spieler allesamt mal mehr, mal weniger deutlich abwatschten, machte den Meistertitel umso schöner.

„Das war eine Klasseleistung des gesamten Kaders.“

Roland Weigl, Kapitän und Vorstandsmitglied der Baskets

Dass die Neumarkter überhaupt in der Bayernliga antraten, lag an dem Entschluss des Vereins vor Saisonstart, die Mannschaft –trotz sportlicher Qualifikation – aus der 2. Regionalliga abzumelden. Die „schwere Entscheidung“ hatte Göhring damals mit unverhältnismäßigem Zeit- und Kostenaufwand begründet.

Eine Liga tiefer wagten die Neumarkter einen Generationswechsel im Team: Um erfahrene Spieler wie Burim Aliu und Roland Weigl wurde das Team bewusst verjüngt. So kamen beispielsweise die aus der eigenen Jugend stammenden Florian Neu (17 Jahre, Center) oder Paul Trummeter (18 Jahre, Aufbau) regelmäßig zum Einsatz im Bayernligateam.

Mit dem 2,07 Meter großen Center Tim Handt (19 Jahre) angelten sich die Baskets zudem einen jungen Hochkaräter aus der regionalen Szene. „Er wird uns sehr weiterhelfen“, hatte Göhring vor Saisonstart prophezeit – und mit dieser Einschätzung diesmal absolut richtig gelegen, steuerte Handt doch starke 13 Zähler pro Partie bei und war damit unter den Top-20-Punktesammlern der Liga zu finden.

Eine ganz besondere individuelle Auszeichnung ist darüber hinaus Baskets-Leitwolf Maxi Richter zuteil geworden. Der 22-jährige Topscorer (20 Punkte im Schnitt pro Spiel) des Meisters ist zum ersten All-Star-Spiel der dreigleisigen Bayernliga eingeladen worden und darf sich am 28. April (Samstag) im fränkischen Hersbruck mit Topspielern aus dem gesamten Freistaat messen.

ASV Neumarkt: 0 Siege, 0 Punkte – der dritte Abstieg in Folge für die Volleyballer

Wie sich so ein Sieg anfühlt, das wissen die Herren-Volleyballer des ASV Neumarkt schlichtweg nicht.

Wenn es um die mittlerweile beendete Saison 2017/18 in der Regionalliga Süd/Ost geht, können die Spieler von Coach Jürgen Dietrich ausschließlich darüber Auskunft geben, welche Gefühle eine Niederlage im Sportlerherz hervorruft.

Jürgen Dietrich und sein Team müssen das dritte Jahr in Serie absteigen. Archivfoto: Röhrl

„Nicht ganz so schön“, oder „manchmal sehr frustrierend“, verraten der Trainer und sein Routinier Manuel Künecke, wenn sie nach der außergewöhnlich erfolglosen Spielzeit des ASV in der Regionalliga gefragt werden.

Nach 20 Ligaspielen mussten die Neumarkter 20 Mal ihren Kontrahenten zum jeweiligen Sieg gratulieren. Nur vier Sätze entschieden die Neumarkter während der Saison für sich, wohingegen 60 Durchgänge verloren gingen.

Am Ende stand der dritte Abstieg der ASV-Herren in der dritten Saison in Folge – und das mit null Punkten auf dem Konto. Die Saison markiert den vorläufigen Tiefpunkt für die ASV-Volleyballer, die vor zwei Jahren noch in Liga zwei aufschlugen.

Die Saisons der Fibalon Baskets und des ASV Neumarkt im Video zusammengefasst:

Die konträren Saisons der Fibalon Baskets und des ASV Neumarkt

Das sportliche Debakel in der Regionalliga war für Coach Dietrich absehbar. Im dritten Jahr in Folge war der personelle Aderlass erneut enorm, zudem sagten vor der Saison drei spielstarke Neuzugänge ebenso überraschend wie kurzfristig ab.

„Da war die Abmeldefrist für die Liga aber bereits verstrichen“, so Dietrich, der in der Folge das aussichtslose Abenteuer Regionalliga mit einem halben Dutzend, auf diesem Niveau leidlich erfahrener Spieler sowie fünf Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren anging.

Bleibt die Frage, wie man das Team immer wieder motiviert, wenn man ständig verliert: „In dem man andere, kleinere Ziele ausgibt, als einen Sieg“, so Dietrich. Die jungen Spieler auf diesem Niveau zu fördern und weiterzuentwickeln beispielsweise. Oder einen Satz zu gewinnen. Oder fünf Annahmen in Folge zum Mitspieler zu bringen. Vermeintlich lächerliche, aber letztlich entscheidende Kleinigkeiten, um nicht den Spaß zu verlieren.

Der ASV Neumarkt ging stets als Verlierer vom Feld. Archivfoto: Neumayer

Apropos verlieren: Von einer Verlierer-Mentalität, die sich im Lauf der drei Abstiegssaisons in Serie bei den Neumarktern eingeschlichen haben könnte, will der Trainer nichts wissen. „Das geht gar nicht. Wenn einer nicht gewinnen will, dann ist er hier fehl am Platz“, sagt Dietrich, schließlich seien die drei schönsten Dinge für einen Sportler: „Gewinnen, gewinnen und gewinnen!“ Was wiederum erklärt, weshalb die jüngste Saison „nicht ganz so schön“ war.

In mancher Hinsicht war sie für den Trainer aber, so unglaublich das klingen mag, gar ein Erfolg: „Wir haben unsere Zuschauerzahlen halten können, weil die Leute gesehen haben, dass sich die Jungs reingehauen haben.“

Die Flucht ergreifen oder gar alles hinschmeißen, das ist die Sache nicht von Coach Dietrich. „Natürlich habe ich noch Bock“, erklärt der Trainer. Auch für Manuel Künecke, der noch die Erfolgszeiten mit dem Höhepunkt 2. Liga erlebt hat, steht außer Frage, dass „ich hier weitermache“.

„Auf die Tabelle haben wir zu keinem Zeitpunkt geblickt.“

Jürgen Dietrich, Trainer des ASV Neumarkt

In welcher Liga der ASV ab nächster Saison seinen Abwärtstrend stoppen will, ist noch nicht sicher, wie der Trainer verrät. Aktuell verhandelt der Coach mit einem Spieler-Trio, das zuletzt in der Bayern- sowie Landesliga spielte, über einen Wechsel zum ASV. Sollten die Spieler kommen, steht einer Meldung für die Bayernliga-Saison nichts im Weg.

Wird es jedoch nichts mit den drei Neuzugängen, „müssen wir in Erwägung ziehen, eventuell in die Landesliga runter zu gehen“, so Dietrich, was der Coach aber natürlich verhindern möchte.

Er und sein ASV wollen nächste Saison vor allem eines: ihre Gegner nicht immer beglückwünschen müssen, sondern einmal selbst wieder erleben, wie es ist, ein Spiel zu gewinnen.

Wissenswertes zu den Fibalon Baskets und zum ASV Neumarkt im Info-Block:

Die Fibalon Baskets und der ASV Neumarkt

  • Die Fibalon Baskets

    dominierten die Saison in der Bayernliga Mitte. Beeindruckende 44 Zähler nach 22 Ligaspielen standen auf dem prall gefüllten Konto des Meisters am Ende.

  • In 20 Spielen

    der vergangenen Regionalliga-Saison gelang dem ASV Neumarkt kein Sieg. Ohne jeden Punkt durften sich die Spieler von Coach Jürgen Dietrich am Ende über nur vier gewonnene Sätze insgesamt freuen.

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