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Eisstockschiessen

Zwei Neumarkter Stockschützen bei der WM

Die MZ hat mit dem Dietfurter Christoph Öttl und dem Neumarkter Thomas Kohlmann über die WM und ihre Ziele gesprochen.
von Wolfgang Endlein

Der Zeller Christoph Öttl ist einmal mehr der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Mannschaftsspiel bei der WM. Foto: Purucker
Der Zeller Christoph Öttl ist einmal mehr der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Mannschaftsspiel bei der WM. Foto: Purucker

Neumarkt. In welchen Disziplinen gehen Öttl und Kohlmann bei der Weltmeisterschaft in Österreich für Deutschland an den Start?

Christoph Öttl aus Zell, einem Ortsteil von Dietfurt, hat es einmal mehr geschafft – er fährt erneut zu einer WM der Eisstockschützen. Mehr noch, Öttl ist wieder Kapitän des deutschen Teams der Zielschützen, das ab 26. Februar im österreichischen Ammstetten um Medaillen kämpfen wird.

Gemeinsam mit seinen deutschen Teamkollegen will Christoph Öttl eine Medaille anpeilen. Foto: Hallhuber
Gemeinsam mit seinen deutschen Teamkollegen will Christoph Öttl eine Medaille anpeilen. Foto: Hallhuber

Öttl selbst wird dabei nur im Mannschaftswettbewerb an den Start gehen, der sich über drei Wettkampftage in einer Woche hinziehen wird. „Aber was heißt da nur. Der Mannschaftswettbewerb ist die Königsdisziplin“, sagt der 34-Jährige, der zugunsten seiner jungen Familie die Karriere im Einzel vorerst zurückgestellt hat.

Die gute Nachricht: Michael und Thomas Kohlmann reden noch miteinander. „Sicherlich“, sagt Thomas Kohlmann lachend. Der jüngere der beiden Neumarkter Weitstockschützen-Brüder hat aber auch gut lachen. Der 26-Jährige schoss sich beim entscheidenden Lehrgang des deutschen Teams, bei dem in einem Wettbewerb die vier Startplätze ausgespielt wurden, auf Platz vier. Der zwei Jahre ältere Bruder Michael landete auf Platz fünf.

Thomas Kohlmann will im Weitenwettbewerb mit dem deutschen Team Gold holen. Foto: Winkler
Thomas Kohlmann will im Weitenwettbewerb mit dem deutschen Team Gold holen. Foto: Winkler

Und so fährt Thomas Kohlmann am übernächsten Sonntag ins österreichische Winklarn, wo die Weitenwettbewerbe der WM stattfinden werden. Dort wird der Neumarkter auf jeden Fall im Mannschaftswettbewerb antreten. Reicht sein individuelles Ergebnis in diesem Wettbewerb für mindestens Platz drei unter den vier deutschen Startern, darf er auch im Einzelwettbewerb an den Start gehen.

Was rechnen sich die beiden Eisstockschützen beim WM-Turnier in Österreich aus?

Seit 1999, damals noch zu Junioren-Zeiten, fährt Öttl bereits zu Welt- und Europameisterschaften – und das mit einigem Erfolg. Zahlreiche Medaillen haben sich inzwischen bei ihm zuhause angesammelt. Stolz ist Öttl nicht zuletzt auf EM-Gold im Mannschaftsspiel 2015 und WM-Silber im Teamzielwettbewerb 2012. Zahlreiche Bronzemedaillen im Team und im Einzel kommen hinzu. Was noch fehlt bei Weltmeisterschaften, ist eine Goldmedaille. Das sei durchaus ein Ziel, sagt Öttl. „Deutschland ist immer ein Medaillenanwärter.“ Für Gold müsse aber alles passen. „Das hat man ja bei Felix Loch bei Olympia gesehen. Da kannst du klar der Beste sein und dann passiert ein kleiner Fehler und aus ist es. Das ist auch bei uns so“, zieht Öttl das Beispiel des deutschen Rodlers heran.

Ein besonderes Erlebnis jenseits von EM und WM war für Thomas Kohlmann der Alpencup. Ein großes Spektakel, das sogar im Fernsehen übertragen wurde. Im Video erzählt er mehr darüber:

Thomas Kohlmann - ein Neumarkter Eisstockschütze d

Ähnlich wie bei Christoph Öttl hängen auch bei Thomas Kohlmann schon einige Medaillen von Welt- und Europameisterschaften in der Vitrine. In Winklarn soll mindestens eine weitere hinzukommen. Mit seinen Mannschaftskollegen Markus Schätzl, Peter Rottmoser und Daniel Ulreich peilt er einen Platz auf dem Podest an. „Unter die ersten Sechs möchte ich schon kommen“, sagt der 26-Jährige zu seinen Zielen im Einzelwettbewerb.

Wer sind die großen Konkurrenten um Gold für die deutsche Mannschaft bei der Weltmeisterschaft?

„Stockschießen entwickelt sich weltweit“, sagt Öttl. Tatsächlich nehmen bei den Herren am Mannschaftsspiel inzwischen 24 Teams aus aller Welt teil. Darunter sind so Exoten wie Namibia, Indien oder Brasilien. Wobei Letzteres sogar schon einmal 2014 Silber im Mannschaftszielwettbewerb geholt hat.

Wie wohl jedes Jahr sind insbesondere die Österreicher die großen Konkurrenten für die Deutschen um Christoph Öttl. Foto: Riess
Wie wohl jedes Jahr sind insbesondere die Österreicher die großen Konkurrenten für die Deutschen um Christoph Öttl. Foto: Riess

Die großen Favoriten sind aber laut Öttl neben Deutschland und Italien vor allem die Österreicher. „In Österreich ist Stockschießen nochmal eine ganz andere Nummer als bei uns in Deutschland“, sagt der Sportler vom SC Zell, mit dem er in der 2. Bundesliga spielt. In Österreich sei der Stockschützenverband der viertgrößte Sportverband überhaupt.

Die Disziplinen

  • Mannschaftsspiel:

    Zwei Teams versuchen die Stöcke möglichst nahe an die „Daube“, ein bewegliches Zielobjekt, zu schießen. Ein Element ist es, die gegnerischen Stöcke aus der Position zu schießen.

  • Zielwettbewerb:

    Dabei geht es um verschiedene Spielformen, bei denen der Stock möglichst zielgenau platziert werden muss.

  • Weitschießen:

    Der Stock muss möglichst weit gebracht werden.

Man muss kein Experte wie Thomas Kohlmann sein, um vorhersagen zu können, dass es wieder auf das ewige Duell mit den Österreichern hinauslaufen wird. Möglicherweise können auch die Italiener in das Titelrennen mit eingreifen. Im Einzelwettbewerb kommen die Namen der Favoriten ebenfalls aus diesen Teams. Seinem Teamkollegen Markus Schätzl räumt Thomas Kohlmann große Chancen auf den Weltmeistertitel ein.

Wie verlief die Saison bisher für Öttl und Kohlmann und wie ist deren Form aktuell vor der Weltmeisterschaft?

Nervös sei er nach so vielen großen Turnieren nicht mehr, sagt Christoph Öttl. Die Vorfreude auf das Großereignis ist hingegen nicht geringer geworden mit den Jahren. Dem sicherlich nicht abträglich ist, dass die Form auch wieder stimmt, wie der 34-Jährige sagt. Zwischendurch sei es in dieser Saison zwar schwierig gewesen, doch rechtzeitig zum Lehrgang, bei dem sich entschied, wer zur WM fährt, war Öttl wieder auf der Höhe.

„Mit der Form bin ich zufrieden, auch wenn Sportler natürlich immer denken, dass es noch besser geht“, sagt Thomas Kohlmann. Kaum besser ging es zu Beginn der Saison, als er im Max-Aicher-Cup, der großen Turnierserie für Weitenschützen in Deutschland, sogar auf Platz eins lag. Zwischenzeitlich rangiert der Neumarkter auf Platz vier hinter seinen drei Nationalteamkollegen bei der WM.

Für den Neumarkter Thomas Kohlmann wäre es bei weitem nicht die erste Medaille bei internationalen Titelkämpfen. Foto: Röhrl
Für den Neumarkter Thomas Kohlmann wäre es bei weitem nicht die erste Medaille bei internationalen Titelkämpfen. Foto: Röhrl

Bei der deutschen Meisterschaft Anfang Januar hatte der 26-Jährige deutlich weiter hinten gelegen. Er kam mit Platz sieben nicht über die Vorrunde hinaus. Damals lag sein Bruder genau den einen Platz vor ihm, der für die Endrunde reichte. Rechtzeitig vor der WM kam Thomas Kohlmann aber wieder in Form und machte bei besagtem Lehrgang sein großes Saisonziel, die Teilnahme an der WM, klar. Für diese schwitzt er nun täglich beim Training. Weniger schweres Krafttraining als vielmehr letzte Feinheiten bei der Schnellkraft und die Technikabläufe stehen auf dem Programm.

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