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Abstieg: Neumarkts FCN-Fans sind gefasst

Zum neunten Mal steigt der FCN ab. Die Neumarkter Fans nehmen es mit Fassung und zeigen sich verhalten optimistisch.
Von Daniel Frasch und Thorsten Drenkard

Geschlossen verabschiedete sich das Club-Team von seinen treuen Fans. Foto: EIBNER/BEC
Geschlossen verabschiedete sich das Club-Team von seinen treuen Fans. Foto: EIBNER/BEC

Nürnberg.In der ruhmreichen Vereinsgeschichte des 1. FC Nürnberg wird das vergangene Wochenende freilich keinen Platz einnehmen. Erst musste die von Daniel Wimmer trainierte A-Jugend trotz eines 4:0-Sieges über die Stuttgarter Kickers den bitteren Gang aus der Bundesliga in die Bayernliga antreten. Kurz darauf taten es die Club-Profis der Nürnberger U19-Mannschaft gleich und besiegelten durch die 0:4-Heimniederlage gegen Gladbach ihr eigenes Schicksal.

„Ich bin nicht niedergeschlagen. Man hat es kommen sehen. Ich brauche nicht zwei Wochen, um mich aufzurichten. Es tut weh, aber wir sind motiviert wieder aufzustehen. Wir schütteln uns und dann gucken wir nach vorne“, sagte Nürnbergs neuer Sportvorstand Robert Palikuca einen Tag nach dem neunten Bundesliga-Abstieg der Vereinshistorie auf fcn.de.

„Ich bin nicht niedergeschlagen. Man hat es kommen sehen.“

FCN-Sportvorstand Robert Palikuca

Ein Abstieg, der für den Großteil der leidgeprüften Club-Anhänger wohl am leichtesten zu verschmerzen sein dürfte. Denn der jüngste Absturz in Liga zwei bahnte sich seit Monaten an und kam, anders als beispielsweise der Last-Minute-K.o. 1999 gegen Freiburg, wenig überraschend.

Den Abstieg erwartet

„Ehrlich gesagt habe ich mit nichts anderem gerechnet“, sagt Günther Ortner, Präsident der Clubfreunde Pyrbaum-Rohrenstadt. „Wir hatten die schwächste Offensive der Liga und haben nichts investiert – auch nicht im Winter. Abgesehen von Ivo Ilicevic, der seinen Zenit längst überschritten hat. Auch an Trainer Michael Köllner wurde meiner Meinung nach zu lange festgehalten.“

Für die kommende Saison wünscht sich der Fanclub-Chef vor allem richtige Personalentscheidungen. „Das Gerüst um die Leistungsträger wie Hanno Behrens und Christian Mathenia muss gehalten werden, dazu brauchen zwei oder drei echte Verstärkungen“. An seiner Liebe zum fränkischen Traditionsverein kann auch der neunte Bundesliga-Abstieg freilich nichts ändern. „Wir fahren trotzdem mit 78 Personen zum letzten Spiel nach Freiburg“, betont Ortner.

Qualität war nicht hoch genug

Ähnlich sieht es auch Frank Renner vom FCN-Stammtisch Neumarkt 2004. „Nach dem ordentlichen Saisonauftakt hatte ich schon die Hoffnung, dass es mit dem Klassenerhalt klappen könnte. Hinterher muss man sagen: Die Qualität im Kader war einfach nicht gut genug. Mannschaftliche Geschlossenheit und Teamgeist allein reichen nicht zum Klassenerhalt.“

Der FCN bedankt sich bei den treuen Fans:

Der Vorsitzende gibt zu, dass auch im Neumarkter Fanclub zwei Lager bezüglich der Trainerfrage bestehen. „Es gibt die einen, die sagen, dass jetzt ein klarer Schnitt her muss. Ein neuer Aufbau braucht neue Impulse und damit auch einen neuen Trainer. Und es gibt die anderen, die die gute Arbeit von Boris Schommers sehen. Die Mannschaft trainiert gerne unter ihm, außerdem wäre er die günstigere Variante. Der Club könnte Geld sparen, welches man wiederum in die Mannschaft investieren könnte.“

Michael Köllner (l.) und Boris Schommers Foto: Eibner
Michael Köllner (l.) und Boris Schommers Foto: Eibner

Zum neuen Sportvorstand des FCN, Robert Palikuca, hat Frank Renner eine eindeutige Meinung: „Er macht einen sehr aufgeräumten und unaufgeregten Eindruck. Natürlich muss auch er noch abliefern. Aber er könnte der richtige Mann auf dieser wichtigen Position sein.“

Das sieht Alois Rosinger, Vorsitzender des FCN Fanclubs Neumarkt 1978 , ähnlich. Mit Blick auf die Trainersuche sowie die Kaderplanung für die kommende Zweitligasaison, „ist Herr Palikuca gefordert. Am Ergebnis muss er sich messen lassen“.

Alois Rosinger vom FCN-Fanclub Neumarkt 1978 Archivfoto: Drenkard
Alois Rosinger vom FCN-Fanclub Neumarkt 1978 Archivfoto: Drenkard

Generell habe er bei der Personalie Palikuca „ein gutes Gefühl“, habe der 40-Jährige doch in Düsseldorf bei der Verpflichtung von Spielern „scheinbar das ein oder andere Mal kein schlechtes Händchen bewiesen“. Rosinger hofft, dass ihm dieses in Diensten der Franken treu bleiben wird.

Treu bleibt der Neumarkter Club-Fan freilich auch seinem FCN, daran ändert der neunte Abstieg nichts. Vor allem, weil dieser so wenig überraschend gekommen sei. Vor der Saison hatte Rosinger im MZ-Gespräch gesagt: „Wir haben keine Chance, vielleicht können wir diese nutzen.“ Dass sie letztlich vertan wurde, habe einen einfachen, aber entscheidenden Grund gehabt: „Der Kader war einfach zu schwach. Kein Trainer der Welt hätte das Team in der Bundesliga halten können.“

Robert Palikuca, neuer Sportvorstand des FCN Foto: Endlein
Robert Palikuca, neuer Sportvorstand des FCN Foto: Endlein

Weshalb auch der Wechsel unter der Saison von Michael Köllner hin zu Boris Schommers auch nichts gebracht habe. Aber: „Man hat gesehen, dass ehrliche Arbeit abgeliefert wurde und die Mannschaft immer bemüht war.“

So wurde es auch für ihn und die weiteren Neumarkter Fanclub-Kollegen beim finalen Heimspiel der Bundesliga-Saison am Samstag ein ebenso stimmungsvoller wie „angenehmer und schöner Abschied“ vom Team.

Wie der Woffenbacher überhaupt verhalten optimistisch auf die Zweitliga-Spielzeit blickt, denn: „Wir stehen finanziell wesentlich besser da als beim letzten Abstieg vor fünf Jahren.“

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