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Astrid Zunner wurde Vize-Europameisterin

Die Velburgerin holte sich im niederländischen Weert die Silbermedaille in der Altersklasse 45 ihr bislang größter Erfolg.
Von Günter Treiber

Der bisher größte Erfolg von Astrid Zunner ist die Silbermedaille bei der Europameisterschaft. Foto: Günter Treiber
Der bisher größte Erfolg von Astrid Zunner ist die Silbermedaille bei der Europameisterschaft. Foto: Günter Treiber

Velburg.Astrid Zunner, die seit 20 Jahren für Tristar Regensburg an den Start geht, hat im niederländischen Weert den bislang größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert: Bei den Triathlon European Championships auf der olympischen Kurzdistanz wurde sie in der Zeit von 2:18:13 Stunden in der Altersklasse 45 Vize-Europameisterin. Sie belegte damit den zweiten Platz hinter der Britin Gwen Kinsey (2:13:47 Stunden). Den dritten Platz errang die Deutsche Kai Sachtleber.

Im Gespräch mit der Mittelbayerischen meinte Astrid Zunner ganz trocken: „Ich wollte eigentlich gar nicht nach Holland fahren, weil ein Sprint-Triathlon vorausging und der Kallmünzer Triathlon fünf Tage später im Kalender stand.“ Mit einem kurzen Blick auf ihren Lebenspartner Christian Wolfarth fügte sie jedoch an: „Aber der Christian hat mich überredet und jetzt bin ich ihm dafür sehr dankbar.“

Ein voller Wettkampfkalender

Die Sprintdistanz zwei Wochen vorher, bei der sie Gesamtsiegerin wurde, hat Astrid Zunner locker weggesteckt. Auch das vereinsinterne Einzelzeitfahren, bei dem sie nach 24,5 Kilometern in 36:35,62 Minuten mit einem Schnitt von 40,2 Stundenkilometern die Frauenwertung gewonnen hat.

Nach einigen Trainingstagen ging es dann locker nach Weert zur Europameisterschaft. Davon berichtet sie selbst, dass sie beim Schwimmen zunächst versucht hat, sich an eine Gruppe dranzuhängen, was ihr aber nicht gelang. Zwischen zwei größeren Gruppen hat Astrid allein die 1500 Meter zurückgelegt und stieg als Fünfte aus dem Wasser.

In der Wechselzone hat Astrid Zummer etwas getrödelt, wusste sie doch, dass sie bei ihrer Lieblingsdisziplin Radfahren einiges aufholen kann. Schon nach fünf der 40 Kilometer hat sie die nächste Konkurrentin überholt. Da passierte ihr ein Regelfehler beim Überholen und Zunner musste für zwei Minuten die Beine baumeln lassen. Trotzdem kam sie als Vierte in der Wechselzone an.

Über das Radfahren in Holland meinte Astrid Zunner: Das sei schon eine harte Nummer. „Alles ist flach, keine Abfahrten zum Ausruhen, immer volle Kanne“. Der erfahrenen Triathletin blieben aber noch einige Körner, um das Laufen abzuwickeln. „Da ist es mir super gegangen“, schloss die Velburgerin ihren Bericht und fügte noch an, dass sie sich über die Platzierung selbst gewundert habe.

Vierter Sieg im „Wohnzimmer“

Dann kam Kallmünz. Da muss man vorausschicken, dass Kallmünz ihr „Wohnzimmer“ sei. In den Jahren 2009 bis 2011 hat sie dort nämlich den Hattrick geschafft, drei Gesamtsiege in Folge. Und genau zehn Jahre später hat die 45-Jährige noch eins draufgelegt und sich noch einmal den Gesamtsieg in 2:13:03,52 Stunden geholt. Es ist zwar eine um fünf Minuten bessere Zeit als fünf Tage vorher in Weert, aber der Kallmünz-Triathlon ist auf der Radstrecke fünf Kilometer kürzer. Mit dieser Zeit hat Astrid Zunner der favorisierten 26-jährigen Verfolgerin Clara-Marie Bader vom Post SV Nürnberg 1:21,23 Minuten abgenommen. Dritte wurde Britta Wenske vom Peppex Sports Team.

Diese Erfolge kommen natürlich nicht von ungefähr. Betrachtet man in ihrem (echten) Wohnzimmer ihre Trophäensammlung, muss man staunend den Kopf schütteln.

Ihre sportliche Karriere begann bereits in ihrer Kindheit, als sie von Velburg fast täglich mit dem Rad nach Seubersdorf gefahren ist, um auf ihrem Pferd reiten zu können. Vielleicht wurde da schon der Grundstein gelegt, warum das Radfahren – heute besitzt sie zehn Sporträder – ihre Lieblingsdisziplin wurde.

Ihre Bekanntschaft mit dem Triathlon hat Astrid 1997 beim heimischen Kirchweih-Triathlon gemacht. Schon drei Jahre später startete sie in Roth über die Langstrecke. Diese absolvierte sie noch dreimal, bevor sie zur olympischen Distanz zurückkehrte.

Der Kick kam in Regensburg

In all den Jahren dazwischen konnte man Astrid bei Läufen, Bergläufen und Radzeitfahren sehen. Ihre Erfolge führen von Oberpfälzer, bayerischen bis hin zu deutschen Meisterschaften in den unterschiedlichsten Spotarten.

So richtig begonnen hat aber alles bei Tristar Regensburg. „Dieser Verein hat mir in vielen Dingen sehr geholfen“, freut sich Astrid Zunner noch heute. Seit etwa drei Jahren ist auch Schwimmen als ihre schwächste Disziplin ausgemerzt. Denn der einstige Leistungsschwimmer Günter Barth hat sie zur Top-Schwimmerin geformt.

Mittlerweile steht der Velburgerin ihr Lebensgefährte Christian Wolfarth, der selbst ein erfolgreicher Triathlet war, zur Seite. Er ist ihr Heimtrainer und Sparringspartner – und vor allem auch ihr Motivator. Fast täglich wird trainiert, davon zweimal wöchentlich zehn Kilometer auf der Laufstrecke und zweimal wöchentlich wird geschwommen. Der Rest der Trainingszeit ist Radfahren.

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