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ASV in der Zwickmühle

Ein Kommentar von Thorsten Drenkard

Der ASV Neumarkt steckt mitten in der Vorbereitung auf die bevorstehende Bayernliga-Saison und steht aktuell ohne Teammanager da – ein Unding zur Unzeit.

Seitdem Georg Laube Anfang der Vorwoche aufgrund unüberbrückbarer Differenzen mit Hauptsponsor Johann Pröpster die Brocken beim Traditionsverein hingeschmissen hat, befindet sich der Klub in einem gefährlichen Kompetenzvakuum. Der Vorfall ist beispielhaft für eine Zwickmühle, in der viele Vereine im Amateurfußball stecken.

Denn aus sportlicher Sicht macht der Rücktritt Laubes keinen Sinn. Schließlich ging es mit der Mannschaft in den vergangenen dreieinhalb Jahren, in denen Laube mit Coach Dominik Haußner für den sportlichen Kurs des Teams zuständig war, kontinuierlich bergauf.

Von der Landesliga gelang der Sprung in die Bayernliga, in der man vergangene Spielzeit derart erfolgreich kickte, dass lange Zeit ein Durchmarsch in die Regionalliga Bayern möglich erschien. Laube hatte an dieser positiven Entwicklung großen Anteil.

Der Aufschwung war aber auch nur deshalb möglich, weil Hauptsponsor Johann Pröpster seit vielen Jahren die ASV-Fußballabteilung mit seinen Finanzspritzen am Leben hält. Ohne den monetären Einsatz Pröpsters gäbe es keinen Bayernliga-Fußball am Deininger Weg. Für Pröpsters finanzielles Engagement können sie beim ASV dankbar sein. Allerdings befindet sich die Abteilung dadurch in totaler Abhängigkeit des Geldgebers. Dreht Pröpster den Hahn zu, gehen für das Fußballteam die Lichter aus – verzwickt.

Dass ein großzügiger Sponsor in Gesprächen mit Vereinsvertretern über sportliche Belange mitunter seine Meinung sagt, ist menschlich und verständlich. Allerdings ist es nur selten zielführend, wenn dabei Kompetenzen aufeinanderprallen. Im Fall des Laube-Rücktritts war es extrem kontraproduktiv.

Klar ist: Mittel- und langfristig müssen die ASV-Fußballer ihre Sponsoreneinnahmen auf breitere Füße stellen, wollen sie der Zwickmühle entkommen. Das würde nicht nur dem Verein helfen, sondern wäre auch im Sinne Pröpsters, der wohl nichts dagegen hätte, künftig weniger Geld aus eigener Tasche zuzuschießen.

Kurzfristig muss vor allem aber ein neuer, handlungsfähiger Sportlicher Leiter beim ASV her, damit die Abteilung konkurrenzfähig bleibt. Andernfalls ist die zuletzt so erfreuliche sportliche Entwicklung des Teams in Gefahr.

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