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Würdigung

Berchings „Held des Fußballs“

Admir Viden hat in der Jugendabteilung des TSV viel bewegt. Der BFV zeichnete ihn nun mit dem Ehrenamtspreis aus.
Franz Guttenberger

  • BFV Präsident Dr. Rainer Koch (Mitte) ehrte Admir Viden (3.v.r.) in München. Mit dabei waren Videns Gattin Iris (2.v.r.), Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich (l.), Abteilungsleiter Erwin Wagner (2.v.l.) und die TSV-Vorsitzende Petra Merkert (3.v.l.), die den Sonderpreis entgegen nahm. Foto: Franz Guttenberger
  • „Hut ab! Ich habe Respekt“, sagte der frühere Bundesliga-Profi Manni Schwabl (Mitte) zu Viden (l.) und Erwin Wagner (r.) Foto: Franz Guttenberger
  • Videns Gattin Iris bekam einen Blumenstrauß und freute sich über die Ehrung. Foto: Franz Guttenberger

Berching.Der Bayerische Fußballverband lädt jedes Jahr den Kreissieger von den 22 Fußballkreisen zur Verleihung des BFV-Ehrenamtspreises nach München in das GOP Variete` Theater ein. Erstmals gehörte Markus Beyer vom SC Pollanten letztes Jahr zu den Kreissiegern und zum 1. Gewinner der Sonderpreises. Und dieses Jahr kommt der Kreissieger des Fußballkreises Mittelfranken Kreis Neumarkt Jura erneut aus der Gemeinde Berching. Am Samstag wurde Admir Viden vom TSV Berching zur 24. Verleihung des Ehrenamtspreises nach München eingeladen.

Begleitet wurde Viden von seiner Gattin Iris, die Ehrenamtsbeauftragte des TSV ist, von Fußball-Abteilungsleiter Erwin Wagner und der TSV-Vorsitzenden Petra Merkert. Und auch Bürgermeister Ludwig Eisenreich ließ es sich nicht nehmen, zur Verleihung zu kommen und Viden zu dieser großartigen Auszeichnung zu gratulieren. Im Variete`- Theater wurde die Abordnung aus Berching von Dr. Rainer Koch, dem Präsidenten des Bayerischen Fußballverbandes sowie dem Kreisvorsitzenden Mike Schrödel-Imhof empfangene.

Magath bei Verleihung dabei

Dr. Koch nahm zusammen mit dem Ehrenamtsreferenten Stefan Merkel und Felix Magath die Preisverleihung vor. „Die Helden des Amateurfußballs stehen heute im Mittelpunkt“, sagte Dr. Rainer Koch und freute sich, dass Felix Magath zur Verleihung nach München gekommen war.

Magath erzählte von seiner Laufbahn als Fußballspieler und als Trainer. Gerade die Vereine seien die Triebfeder unserer Gesellschaft, betonte Magath. Begonnen hatte er als Fußballspieler bei Viktoria 1860 Aschaffenburg. Auf die Frage an die HSV-Fußball-Legende Magath und an den Meistermacher, was seine liebste Meisterschaft als Fußballspieler oder als Fußballtrainer gewesen sei, antwortete Magath prompt: „Die B-Klassenmeisterschaft von Viktoria Aschaffenburg !“

„Ihr alle seid großartige Preisträger“, wandte sich Koch an die 22 Kreissieger. „Euch kommt die gleiche Ehre zuteil, wie es einen Tag zuvor bei Uli Hoeneß der Fall war.“ Viden ist aus Bosnien vor dem Krieg geflohen und fand in Berching eine neue Heimat. Die beispielhafte Integration wurde bei der Laudatio besonders hervorgehoben und vor allen auch, dass Trainer Viden sich dafür stark macht, dass bei den Fußballspielen alle Spieler zum Einsatz kommen und Spielzeit erhalten.

Admir Viden spielte bis 1992 in Bosnien-Herzegowina in seiner Heimatstadt Teblinje (40 000 Einwohner) nahe der Stadt Dubrovnik in der zweithöchsten Liga Fußball. Es kam der Bürgerkrieg und Viden und seine Eltern mussten die Heimat verlassen. Admir, 22 Jahre jung, kam nach München, wo er bei Null anfing. Die Odyssee führte ihn schließlich nach Berching. Durch Zufall traf er bei einem Zwischenstopp in Berching auf Peter Neumeyer und Willi Eberle vom TSV Berching. Sie wussten, dass es sich bei Admir Viden um einen ganz großen Fußballspieler handelt und holten ihn nach Berching.

Viden spielte beim TSV und war maßgeblich daran beteiligt, dass der TSV Berching – damals ganz unten in der Kreisliga angesiedelt – den dreimaligen Aufstieg in Folge bis hin zur Bezirksoberliga schaffte. Höherklassige Vereine wie der 1. FC Nürnberg (damals 2. Bundesliga), Greuther Fürth oder der ASV Neumarkt klopften bei Viden an und wollten ihn verpflichten. Viden blieb trotz der Verlockungen dem TSV treu und ging nicht weg aus Berching. „Berching ist für mich eine zweite Heimat geworden,“ sagt Viden. „Es kann nur einer verstehen, was Heimat bedeutet, der seine Heimat verloren hat.“

5000 Euro als Sonderpreis

Was ihm der TSV gegeben hat, das möchte er auch wieder dem TSV zurückgeben. Und so blickt er dankbar auf den TSV Berching zurück und ist seit 2007 Jugendtrainer. Er trainierte Jugendmannschaften von der F-Jugend bis zur B-Jugend. Oftmals wenn sich kein Trainer fand, übernahm er auch zwei Mannschaften gleichzeitig. Seit 2015 unterstützt er als 2. Abteilungsleiter die Fußballabteilung und im Jugendbereich organisiert er als Jugendkoordinator alle Abläufe. Seine Ideen verfolgt er konsequent. Jugendfreizeiten, Auslandsturniere und Ausflüge mit der Jugend werden von ihm organisiert und durchgeführt. Außerdem ist Viden der Mitbegründer des TSV-Familienfestes und zugleich auch fleißiger Helfer beim Fest. Der Leistungsgedanke steht nicht nur im Vordergrund, sondern das Miteinander und so lässt er als Jugendtrainer alle spielen, jeder bekommt seine Spielzeit. Und dies gibt er auch seinen Trainerkollegen weiter.

Im Gespräch mit Ex-Profi Manfred Schwabl ging es natürlich auch um Fußball und Schwabl sagte zu Viden in Beisein von Abteilungsleiter Erwin Wagner: „Das gefällt mir, dass alle Jugendlichen Spielzeit bekommen, davon kann man nur den Hut ziehen.“ Und der krönende Höhepunkt bei der Verleihung des Ehrenamtspreises war, dass von den 22 Kreissiegern von der Jury ein Sonderpreis im Wert von 5000 Euro vergeben wurde und dieser wie schon im letzten Jahr an den SC Pollanten auch nun an den TSV Berching vergeben wurde.

Zur Person

  • Integration:

    Er hat vom TSV Berching viel bekommen und dies will der als Jugendkoordinator und Trainer wieder zurückgeben.

  • Entwicklung:

    Die Anzahl der Jugendspieler beim TSV Berching hat sich in der Zeit von Viden von 70 auf über 150 vervielfacht. Jeder darf spielen ist für ihn wichtiger als am Ende die Punkte. (ugu)

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