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Bogenschiessen

Bogenschützen griffen zu den Pfeilen

150 Teilnehmer gingen beim 39. Hallenturnier in Neumarkt an den Start. Auch aus Tschechien kamen die Sportler angereist.
Von Thorsten Drenkard

An der Schießlinie war Konzentration und eine ruhige Hand gefragt (Foto links). Schließlich galt es, die 18 Meter entfernten Scheiben möglichst exakt zu treffen.
An der Schießlinie war Konzentration und eine ruhige Hand gefragt (Foto links). Schließlich galt es, die 18 Meter entfernten Scheiben möglichst exakt zu treffen. Foto: Drenkard

Neumarkt.Als kleiner Bub spielte Jürgen Seibold mit seinen Freunden Cowboy und Indianer, sowieso. Auf welcher Seite er damals stand, daran konnte sich der heute 47-Jährige zwar am Sonntag nicht mehr genau erinnern – allerdings: „Bereits als Kind habe ich Haselnussstecken zu Bogen geschnitzt und dann auf Pappkartons im Wald geschossen.“

Heute verwendet er dafür ein professionelles Modell (Preis rund 1500Euro) und zielt statt auf Pappe auf runde Papierscheiben. Mittlerweile hat es Seibold, 2006 Deutscher Meister im Bogenschießen, sogar zum „Häuptling“ geschafft, trainiert er doch seit dieser Saison das Bundesligateam der Neumarkter Bogenschützen.

Am Sonntag waren er und seine engagierten Vereinskollegen mächtig gefordert – weniger sportlich, als organisatorisch, schließlich stemmten sie zum 39. Mal ihr traditionelles Turnier in der Turnhalle des Willibald-Gluck-Gymnasiums. Die Neumarkter Lokalmatadore griffen dabei außer Konkurrenz zu Pfeil und Bogen, der Wettkampf wurde den insgesamt 150 Startern überlassen. Der älteste Teilnehmer zählte stolze 87 Jahre, der jüngste zarte acht Lenze. Sogar aus dem tschechischen Cheb waren Bogenschützen zum Turnier angereist, das bayernweit das älteste seiner Art ist.

Beim Wettbewerb am Vormittag werden die Teilnehmer unter anderem von Queen angefeuert, deren Musik in moderater Lautstärke aus den Musikboxen dringt. Während Freddie Mercury „Another one bites the dust“ singt, reihen sich die Teilnehmer fein säuberlich an der sogenannten Schießlinie auf, setzen die Bögen an, stoppen für kurze Momente den Atem und schicken ihre Pfeile leicht zischend auf die Reise.

Diese ist nach 18 Metern zu Ende, als dir rund 17 Gramm leichten Pfeile in die auf der Längsseite der Turnhalle aufgereihten Scheiben eindringen. Drei Schüsse pro Aufnahme hat jeder Teilnehmer, insgesamt bleiben zwei Minuten Zeit, um die Pfeile möglichst exakt ins runde Ziel zu schießen. Bei den jugendlichen Startern haben die Scheiben einen Durchmesser von 80 Zentimetern, eine ordentliche Herausforderung, wie der elfjährige Korbinian Scharpf findet. Er geht für die Berchinger Bogenschützen an den Start und hat nach eigener Aussage schon einmal „500 Ringe geschafft. Das ist mein Rekord“.

Für das beste Mannschaftsergebnis (Recurve) am Sonntag sorgte das Team aus Moosbach vor Titelverteidiger Pressath. Die beste Einzelleistung (Recurve) lieferte mit stolzen 571 Ringen Hubert Schulze (Pressath) ab. Im Wettbewerb Compound setzte sich am Ende die Mannschaft aus Aurach durch. Mit 570 Ringen sorgte Marco Staudt (Zirndorf) für das beste Compund-Einzelergebnis.

Seibold, der nach seinem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2006 auch den Sportehrenpreis der Stadt Neumarkt verliehen bekam, weiß ganz genau, worauf es beim Bogenschießen ankommt: „Du musst an der Schießlinie alles ausblenden können. Da sind Konzentration, Ruhe, Technik und auch Ausdauer gefragt.“

Für ihn bedeute der Griff zu Pfeil und Bogen vor allem auch Entspannung. „Dabei kann ich vom Alltagsstress abschalten“, sagt Jürgen Seibold, der „Häuptling“ der Neumarkter Bogenschützen.

Hallenturnier der Bogenschützen Neumarkt

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