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Nachruf

Brunner zu Höher: „Mein bester Trainer“

Der ehemalige Coach des 1. FC Nürnberg ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Einer seiner Spieler erinnert sich an ihn.
Von Lothar Röhrl

Sie waren ein Erfolgsduo: Präsident Gerd Schmelzer (hier im Interview mit Günther Koch) und Trainer Heinz Höher (hinten links). Archivfoto: Röhrl
Sie waren ein Erfolgsduo: Präsident Gerd Schmelzer (hier im Interview mit Günther Koch) und Trainer Heinz Höher (hinten links). Archivfoto: Röhrl

Nürnberg.Er ist der Rekord-Trainer des 1. FC Nürnberg gewesen. Bisher jedenfalls. Denn mit vier Jahren an einem Stück stellte Heinz Höher die Bestmarke auf dem wahrlich „heißen Stuhl“ eines Trainers beim 1. FC Nürnberg auf. Von 1984 bis 1988 war das. Am Donnerstag ist Heinz Höher im Alter von 81 Jahren gestorben. Der Verein gab dies am Freitag bekannt. Das Tagblatt hat sich mit einem der Nürnberger Spieler getroffen: Thomas Brunner. Just mit Heinz Höher als Trainer erlebte Brunner mit die beste Zeit, die der „Club“ in den vergangenen vier Jahrzehnten bestritten hatte. „Er war mein bester Trainer“, bekannte Brunner, der von 1980 bis 1996 genau 402 Mal für den 1. FC Nürnberg gespielt hatte.

Neue Trainingsmethoden

Der heute im Landkreis Neumarkt wohnende Thomas Brunner empfand es bemerkenswert, dass Heinz Höher nicht nur auf Fußball Wert gelegt habe. So verordnete er seinen Spielern zum einen mit Klaus Sturm vom LAC Quelle Fürth einen Leichtathletik-Trainer. Der trainierte mit ihnen Sprints über kurze Distanzen. Zum anderen machten sie Bekanntschaft mit einem Asiaten, der mit dem Kickern nach den Übungen auf dem Rasen in der Turnhalle Beweglichkeitstraining machte.

Sportlich verdankt Brunner Höher noch heute, Mitglied einer der besten Club-Mannschaften aller Zeiten gewesen zu sein. Nach der legendären Revolte, bei der ältere und teure Spieler entlassen worden waren, baute Höher Talente wie Dieter Eckstein, Roland Grahammer, Hans Dorfner und Stefan Reuther. Höher und Präsident Gerd Schmelzer hätten ein geniales Duo gebildet. „Die beiden waren ähnlich genial, wie es ein Zeit lang Lorant und Wildmoser bei 1860 München waren“, sagte Thomas Brunner.

Ein Vorbild an Loyalität

Menschlich habe er an Höher geschätzt, wie loyal er zu Spielern war. Als sensationell empfindet es Thomas Brunner noch heute, wie ihn damals Höher zu einer umstrittenen Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht in Frankfurt begleitet habe. Damals ging es um die Dauer einer Sperre, die Brunner nach einem mit Platzverweise geahndeten Foul an Bremens Schlitzohr Frank Ordenewitz bekommen sollte. Höher habe sich beim Frankfurter Gericht mit dafür eingesetzt, dass nur ein Spiel als Sperre herauskam. Brunner: „Das würde heute kein Trainer für seinen Spieler machen.“

Heinz Höher habe er für die Tage geschätzt, in denen er für den Trainer quasi Luft war. Denn das Schweigen und die Distanz seien ein sicheres Zeichen dafür gewesen, dass Höher mit seiner Leistung zufrieden gewesen sei – weiß Thomas Brunner noch heute.

Schicksalsschläge für Frohnatur

Und auch, wie sehr das Leben außerhalb des Fußballplatzes Heinz Höher vor Prüfungen gestellt habe. So kam dessen Sohn mit erst knapp über 20 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Vor wenigen Jahren verstarb dessen Frau Doris. Hier diese Schicksalsschläge, dort die Frohnatur, die der gebürtige Leverkusener nach Franken mitgebracht habe. „Am Fasching hat es dann immer ein Gaudi-Spiel gegeben, bei dem die Spielerfrauen und die Kinder mit dabei waren. Danach wurde mit allen mitten in Nürnberg weitergefeiert.“

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