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Notstand

Der einzige Schiri-Neuling ist zwölf

Bei der Pflichtsitzung der Schiri-Gruppe Neumarkt wurde Tacheles geredet. Der Referee-Mangel bereitet Sorge.
von Gerhard Hahn

Selbstbewusst, mit klarer Stimme stellte sich der zwölfjährige Simon Schmidt vom TSV 04 Feucht vor, daneben Obmann Oliver Johannes.
Selbstbewusst, mit klarer Stimme stellte sich der zwölfjährige Simon Schmidt vom TSV 04 Feucht vor, daneben Obmann Oliver Johannes. Foto: Hahn

Neumarkt.Seit 1. Juli ist offiziell die neue Saison 2015/16 der Fußballschiedsrichter angelaufen. Die Schiedsrichter-Vereinigung Neumarkt bereitet sich auf eine harte Runde vor. Gruppenobmann Oliver Johannes sprach bei der monatlichen Pflichtsitzung Tacheles in Richtung der Vereine: „Jetzt ist der Kuschelkurs vorbei. Die Schirikosten werden weder stabil bleiben und schon gar nicht gesenkt werden können, nachdem wir 2015 den Personalbereich mit einem dicken Minus abschließen mussten“.

Tatsächlich waren die „Altkreis Neumarkt“ Vereine trotz eindringlichster Bitten nicht in der Lage, zu zwei angebotenen Neulingskursen genügend taugliche Sportkameraden zu mobilisieren. In Aha bei Gunzenhausen (Jura Süd) kam ein Kurs mit 18 Teilnehmern, darunter zwei für die Gruppe Neumarkt zustande. Der eine Bewerber fiel durch und der andere ist erst zwölf Jahre alt.

Obmann Oliver Johannes will nun alles daran setzten, den jungen Simon Schmidt vom TSV 04 Feucht, der mit der Höchstpunktzahl 60 sogar Kurs- Bester wurde, „nicht im Stall verkümmern lassen, weil derzeit erst ab 14 gepfiffen werden darf“. Seine überragenden, blitzartig formulierten Regelkenntnisse verdankt Simon nach eigenen Worten seinem Nachbarn, der Schiri ist und ihn immer mit zu Spielen nimmt, wo er ihm die Regeln verständliche erkläre.

Marke von 200 Referees weit weg

Die einst so sichere Marke von 200 aktiven Schiedsrichtern in der Gruppe Neumarkt ist wegen Streichungen und auch Kündigungen wieder in weite Ferne gerückt. Deshalb werden voraussichtlich nur sporadisch B-Klassen, D-Junioren und C Altersklassen sowie Frauen und Mädchenspiele besetzt werden können. Und noch etwas war zu hören: Die Vereine, die eklatant wenig Schiedsrichter stellen, bräuchten sich nicht zu wundern, wenn künftig Anfahrtsspesen im Verhältnis ihrer Bemühungen anfallen werden.

Auch ins Beobachterwesen ist etwas Unruhe geraten, wie GSA Andreas Rolle ausführte. Auch hier gibt es derzeit wenig Bereitschaft, sich zu engagieren. Dagegen hat die Gruppe Neumarkt ihre Bezirksliga-Schiris Lukas Lang, Sebastian Lang, Magdalena Noderer und Andi Wittmann denkbar knapp behaupten können. Aufgestiegen mit bestandenen Leistungsprüfungen sind dazu Andrea Zech (Festplatz), auf den Frauen Sonderplatz Marie-Theresia Mühlbauer und Qualifikant Andre Schillinger, so dass erstmals in der Geschichte sieben Neumarkter auf der Bezirks-Schiedsrichterliste stehen. Zwischen Männer und Frauen gibt es keine Unterschiede mehr, was die Beobachtungen anlangt.

Zwei Aushängeschilder der Gruppe

Frank Seitz, der kürzer treten will, ist aus der Landesliga abgestiegen und pfeift nun Kreisliga, wird jedoch als Beobachter im Bezirk eingesetzt werden. Aushängeschilder bleiben Angelika Söder Fifa-Liste, Bundesliga Frauen und Regionalliga Herren sowie Oliver Jüllich Herren Landesliga.

Mit viel Applaus dankten die im Pfarrheim der Hofkirche tagenden Schiris Sebastian Lang, der sich freiwillig angeboten hatte, ab sofort Eberhard Frohns bei den Einteilungen etwas unter die Arme zu greifen. Lang ist nun für die Einteilung der D-, C- und B- Junioren zuständig.

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