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Marathon

Diesmal fand’s Mayerhöfer noch schöner

Der Titelverteidiger holt auf den letzten drei Kilometern Platz eins. Frauen-Erste Brito hat Oberpfalz-Bezug.
Von Claus-Dieter Wotruba

Felix Mayerhöfer ließ wieder seine Muskeln spielen und verteidigte seinen Marathontitel in Regensburg. Foto: altrofoto.de
Felix Mayerhöfer ließ wieder seine Muskeln spielen und verteidigte seinen Marathontitel in Regensburg. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Manchmal ist Marathon auch nur eine Frage der Geduld. Lange, sehr lange, sah alles danach aus, als würde Felix Mayerhöfer seinen Titel beim Marathon in Regensburg nicht verteidigen können. Ziemlich genau 38 der 42,195 Kilometer. Dann – „auf Höhe vom Garbo-Kino“ – zog der 36-Jährige von der DJK Daßwang doch am für Graz gemeldeten Mahdi Sareban vorbei. Mayerhöfers Taktik hatte sich als genau richtig erwiesen. „Ich bin mein Tempo gelaufen und habe gedacht, vielleicht bricht er ja ein.“

Genauso kam es: Im Ziel lag Felix Mayerhöfer nach 2:38:09 Minuten am Ende 2:31 Minuten vor seinem ärgsten Rivalen und riss die Hände nach oben. „Diesmal ist es noch besser als vergangenes Jahr“, sagte Mayerhöfer und hatte die perfekte Widmung von Platz eins an einem Muttertag. „Meine Mama ist dabei. Ich kann das gleich als Muttertagsgeschenk verwenden.“

Das „heimliche Highlight“

Vielleicht liegt es daran, dass Mayerhöfer Hitze liebt. „Für mich hätte es sogar noch einen Tick wärmer sein können“, sagt Mayerhöfer und wird damit beim Gros des Feldes, das mit den Temperaturen zu kämpfen hatte, wenig Zustimmung finden. „Das heimliche Highlight aber ist für mich immer Regensburg“, sagt Vielläufer Mayerhöfer.

Eine Geschichte zu den Siegern über die Dreiviertel- und Vierteldistanz lesen Sie hier.

Bei den Frauen gab es eine neue Siegerin – und auch wieder nicht. Vor einem Jahr hatte die Ecuadoranerin Angela Brito Brava den Halbmarathon im Nachgang ihrer bisherigen Marathon-Bestzeit von 2:42 Stunden in Hamburg gewonnen. Diesmal nahm sie die volle Distanz in Angriff – und kam in 3:08:55 Stunden mit fast fünf Minuten Vorsprung ins Ziel. Dass Brito in Regensburg zum Stammgast werden könnte, kommt nicht von ungefähr: Seit zwei Jahren ist sie mit dem Burglengenfelder Radsportler Wolfgang Brandl verbandelt, der für ein Profiteam aus Ecuador fuhr.

Nächste Station Ecuador

Nach vierwöchiger Verletzungspause wegen eines Bänderrisses hat Brito ein Ziel. „Ich will zu den Panamerikanischen Spielen 2019“, sagt sie und muss dafür eine Zeit von 2:37 Stunden liefern. Die nächste Marathon-Gelegenheit dazu will sie in ihrer Heimat Ecuador anpacken und im Oktober in Guayaquil starten.

Die Halbmarathondistanz ist traditionell am besten besetzt: 2258 Starter waren es diesmal. Der männliche Sieger war ein altbekannter: Getachew Endisu, der für Quelle Fürth startet, hatte schon 2015 und 2017 gewonnen – und vor einer Woche auch einen Halbmarathon in Ansbach. „Deswegen war ich auch nicht so schnell“, sagte der 27-Jährige über seine 1:09:29er-Zeit.

Lange bot ihm Polizist Mario Wernsdörfer Paroli, der erst vor zwei Wochen in Düsseldorf Marathon lief. „Eigentlich war ich schon in der Regeneration, aber auf Bitte meines Arbeitgebers bin ich gestartet. Ich habe das so noch nie gemacht.“ Prompt bekam Wernsdörfer in der Endphase Probleme mit den Bauchmuskeln, brachte aber Platz zwei ins Ziel. Auf Wernsdörfer warten nächste Polizeieinsätze bei der WM der Firmenläufer in Boston und den europäischen polzeispielen in Dublin – nach der verdienten Pause.

Bei den Frauen gewann Bontu Kaba Dossu, die erstmals in Regensburg startete (1:21:06). „Gewinnen ist immer schön“, lachte die Ätiopierin, die für die DJK Weiden läuft. Auch die Zweitplatzierte Maria Kerres freute sich: „Es war schwer, aber die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen. Eigentlich wollte ich unter 1:20, aber dafür war es zu warm“, sagte die 22-Jährige vom SWC mit Blick auf ihre 1:22:49.

Die Top Ten in den acht Kategorien im Überblick:

Marathon, Frauen: 1. Angela Brito Brava (Ecuador) 3:08:55; 2. Christine Schichl (Weilheim) 3:13:42; 3. Doro Rogosch (Marburg) 3:18:55; 4. Anja Kobs (Team Erdinger) 3.20:27; 5. Isabell Rabe (Eibenstock) 3:20:30; 6. Theresa Keller (Regensburg) 3:34:16; 7. Bianca Biesler (Nabburg) 3:35:40; 8. Katahrina Paintner (Neufahrn) 3:36:43; 9. Alison Owens (Malvern Joggers) 3:39:01; 10. Lisa Bellmann ( Altenfurt) 3:42:01
Männer: 1. Felix Mayerhöfer (Daßwang) 2:38:09; 2. Mahdi Sareban (Graz) 2:40:40; 3. Michael Vanacek (Vlachovo Brezi/Tschechien) 2:51:54; 4. Frank Hoffmann (Erlangen) 2:59:26; 5. Thomas Dost (Läufer mit Herz) 2:59:46; 6. Markus Winklmeier (FTSV Straubing) 2:59:47; 7. Christian Lutz (Karlsruhe) 3:00:24; 8. Stefan Dittrich (Schboodskameraden) 3:01:31; 9. Björn Sturm (Ideale-gerade.de) 3:02:13; 10. Richard Kirschner (Dietfurt) 3:02:46

Dreiviertelmarathon: Frauen: 1. Sonja Tajsich (Team Erdinger/Eilsbrunn) 2:20:05; 2.Margit Elfers (Bischofshof) 2:24:32; 3. Gaby Mehrl 2:26:00; 4. Ines Jölly (beide Team Erdinger) 2:26:04; 5. Alexandra Musahl 2:36:52; 6. Catrin Ott (beide BSG Commerzbank) 2:47:34; 7. Stephanie Adler (Ulm) 2:48:44; 8. Simone Ettner (Großberg) 2:54:29; 9. Jutta Coester (Weidta) 2:55:29; 10. Julia Schwimmer (Ingolstadt) 2:55:34
Männer: 1. Vonodkumar Shrivinas (AVL/Regensburg) 1:58:35; 2. Alex Sellner (Passau) 2:01:17; 3. Michael Weber (Infineon Regensburg) 2:04:31; 4. Alex Steinberger (Ruhstorf) 2:10:20; 5. Christoph Wippenbeck 2:11:33; 6. Thomas Schmalzl (Neustadt/Donau) 2:11:49; 7. Dr. Tim Koniarski (Ismaning) 2:11:53; 8. Dr. Jan Wilkening (Friesing) 2:15:07; 9. Stefan May (Runners Point DEZ Regensburg) 2:23:04; 10. Danny Kitsche (Großberg) 2:23:04

Halbmarathon: Frauen: 1. Bontu Kaba Desso (DJK Weiden) 1:21:06; 2. Maria Kerres (SWC Regensburg) 1:22:49; 3. Julia Greppmair 1:31:35; 4. Amelie Schroll (Salewa Store Regensburg) 1:32:45; 5. Inge Behringer (Edelsfeld) 1:32:53; 6. Angelika Müller 1:34:02; 7. Lisa Gläß (LG Telis Finanz Regensburg) 1:34:13; 8. Elisabeth Ferstl (SG Painten) 1:34:55; 9. Tina Fichtmüller (SV Donaustauf) 1:35:43; 10. Bianca Reitwießner (Team twenty six Roth) 1:35:47
Männer: 1. Getawchev Endisu (Quelle Fürth) 1:09:29; 2. Mario Wernsdörfer (Bamberg) 1:10:17; 3. Andreas Hecht 1:14:16; 4. Mark Scheuring 1:14:41; 5. Stefan Knopf 1:15:06; 6. Wolfgang Theisinger 1:16:25; 7. Bendikt Reitwießner (Roth) 1:17:38; 8. Adrian Mair 1:19:16; 9. Benjamin Ziegaus (Ingolstadt) 1:20:25; 10. Maximilian Scharnagl (Weiden) 1:20:46.

Viertelmarathon: Frauen: 1. Katharina Franke (Allgäu) 44:22; 2. Lorana Erl (Armin Wolf Laufteam) 44:22; 3. Sonja Hackl (Bischofshof) 44:51; 4. Veda Erös (Armin Wolf Laufteam) 45:32; 5. Eva Müller (Burkis Best) 46:13; 6. Verena Ilg (Finsing) 46:15; 7. Katharina Neubauer (Bischofshof) 48:47, 8. Melanie Mirbeth (Regensburg) 48:58; 9. Iwona Plowas-Korus (Poznan/Polen) 48:58; 10. Swetha Revanna (AVL) 49:03
Männer: 1. Alexander Rosner (BSH Regensburg) 36:38; 2. Simon Baumann (Osram Regensburg) 36:44; 3. Florian Zimmermann (FTSV Straubing) 36:47; 4. Randy Reinheimer (laufstilanalyse.de) 39:59; 5. Maximilian kaiser (Weiden) 41:03; 6. Johannes Doß (LifePark Ingolstadt) 41:34; 7. Daniel geiger (Herrnwahlthann) 41:35; 8. Stephan deml (Hochschulsport Regensburg) 41:50; 9. Toni Thanmiller (WSV Königssee) 42:15; 10. Christian weiß (Salching) 42:20

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So bereitete sich Felix Mayerhöfer auf den Regensburg-Marathon vor.

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